Tatamokatsu – Spielkritik

Es ist nur ein kleines Würfelspiel, inspiriert von den Samuraj und deren Ausbildung. Bei Tatamokatsu spielt man um seine Finger – für den Frieden. Wenigstens weiss man, wozu man sie geopfert hat.

Tatamokatsu

Kurz und knackig würfelt man bei Tatamokatsu drauflos. Wenn man den Überblick über die möglichen Würfelwerte einmal verinnerlicht hat, spielt sich ein schnelles Reaktionsspiel auf dem Tisch ab. Drei achtseitige Würfel stehen im Zentrum, denkbar unförmig mit zwei grösseren Flächen an den Enden. Darauf findet man Zahlen in Form von eingeschnitzten Zeichen. Die Werte lassen sich gut erkennen. An den Enden gibt es X-I (10 oder 1) und einmal ein T. Tatamokatsu ist eine Mischung aus Reaktions- und Geschicklichkeitsspiel. Zu Beginn verläuft noch alles in geordneten Bahnen. Durch eigene Fehler oder die bösen Mitspieler muss man allerdings nach und nach auf einzelne Finger verzichten beim Würfeln. Doch keine Angst, selbst ohne Finger gibt es allenfalls einen Rettungsanker. Man kann sich wieder ins Spiel zurückbringen. Gespielt wird übrigens immer nur mit einer Hand – und nur so lange, wie man noch Finger besitzt. Der Reihe nach würfeln die Spieler und nennen laut ihre Zahl.

Die Aktionen bestimmen die gewürfelten Werte. Am besten, man entdeckt die Würfelsumme 10 oder 17, das wäre ein klassischer Tatamokatsu. Wer zuerst den Namen des Spiels ruft, wählt aus zwei Möglichkeiten: Alle Spieler müssen ab sofort beim Würfeln auf einen Finger verzichten oder man gewinnt selber einen Finger wieder zurück. Die Entscheidung ist gar nicht immer so einfach, wenn man selber im Rückstand liegt. Würfelt man eine Zahl unter 10, verliert man einen Finger. Den darf man selber bestimmen und klemmt ihn ab sofort unbeteiligt an die Hand. Mit einer Zahl von 11 bis 16 herrscht Freundlichkeit am Spieltisch. Alle verbeugen sich und begrüssen sich mit einem „Hai!“. Eine Zahl grösser als 17 leitet einen Angriff ein. Ein Mitspieler verliert einen Finger – Finger und Mitspieler bestimmt der aktive Spieler.

Tatamokatsu

Neben dem Merken der Zahlenräume gibt es noch Spezialaktionen. Bei drei gleichen Zahlen schlagen die Spieler mit der Handkante auf den Tisch. Wer zuletzt zuschlägt, verliert einen Finger.
Liegt die einzige T-Seite auf dem Tisch sollte sich ein Spieler möglichst schnell den Würfel schnappen, natürlich nur mit den zur Verfügung stehenden Fingern. Das ist auch der Rettungsanker für bereits ausgeschiedene Spieler. Schnappt sich ein Ausgeschiedener nur mit dem kleinen Finger den T-Würfel, ist man wieder im Spiel – und alle Finger wieder heil! Noch aktive Spieler erhalten zur Belohnung eine Tatamokatsu-Aktion zugesprochen.

Tatamokatsu

Und nicht zuletzt lebt das Würfelspiel von den Fehlern der Spieler. Wer im Laufe des Spiels auf den falschen Samuraj setzt und eben nicht richtig reagiert, verliert einen Finger seiner Wahl. Wer zuletzt übrig bleibt, gewinnt Tatamokatsu, selbst wenn nur noch ein Finger an der Hand ist.


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Fazit

Von Kartenspielen kennt man solche Mechanismen schon: Hinschauen, schnelle Reaktion, Belohnung oder Bestrafung. In einem Würfelspiel ist das neu, das Spielgefühl bleibt dasselbe. Hinschauen, reagieren, möglichst keine Fehler machen. Das Merken der Zahlenräume und den entsprechenden Reaktionen benötigt bei einigen Spieler ein wenig Geduld. Nach ein paar Spielrunden ist man aber mitten im Spiel und absolviert seine ersten Geschicklichkeitsübungen. Denn man verrenkt seine Finger ganz schön. Die Mitspieler machen einem das Würfeln auch nicht einfacher, wenn sie wichtige Finger wegwünschen. Und auch Taktieren ist bei Tatamokatsu gut möglich. Schliesslich hat man oft die freie Wahl, wem man ein Unglück wünscht. Man darf gerne fies spielen, meist geht es nur um wenige Finger bis zum Sieg. Die Würfelrunden sind kurz und knackig. Besonders gut gefällt mir, dass auch Ausgeschiedene sich wieder ins Spiel bringen können, mit ein wenig Aufmerksamkeit und einer schnellen Reaktion. So ist Tatamokatsu die perfekte Würfel-Fingerakrobatik für zwischendurch, mit 5 Leben Finger bis zum Sieg.

Alles über Tatamokatsu

Tatamokatsu | Autoren: Mektoub Studio | Illustration: Mektoub Studio, Odile Sageat | Verlag: HELVETIQ

Spielerzahl: Würfelspiel für 2 – 5 Personen
Spieldauer: 15 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Biegsame Finger
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: 3 – 5 Personen
Richtet sich an: Familie

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