Tatort Tonne – Spielkritik

Wer schnappt sich den Müll? Wer besitzt ein schmutzfestes Alibi? Und wer lässt sich beim Griff in die Tonne erwischen? Tatort Tonne ist ein schnelles Spiel, bei dem man nie sein wahres Gesicht zeigen sollte. Eignet sich besonders für grosse Spielgruppen.

Tatort Tonne

Viel Vorbereitung benötigt das Kartenspiel nicht. Die gut gefüllten Mülltonnen kommen in die Tischmitte. Sie sind das Ziel der Waschbären, die sich die leckersten Sachen aus den Tonnen holen. Jeder Spieler erhält drei Waschbärenkarten und damit drei Spielmöglichkeiten, die man Runde für Runde einsetzen kann. Bei Tatort Tonne wählt man seine Rolle immer neu – und hofft, damit bis zum Müll durchzukommen.

Erst wählt jeder Spieler geheim seine aktuelle Rolle und legt die Karte verdeckt vor sich aus. Da kann man Müll klauen. Der direkte Weg zum Gaumenschmaus, wenn man nicht erwischt wird. Oder wählt man Der war’s! und beschuldigt einen Dieb? Wehe, wenn er es nicht gewesen ist! Auf Nummer sicher geht man mit einem wasserdichten Alibi. Leider erhält man so keinen Müll.

Tatort Tonne
Alibi, Beschuldigung und Hunger

Haben alle ihre Karte gewählt, outen sich zuerst die Besitzer einer Der war’s!-Karte. Auf ein Kommando zeigen sie gleichzeitig auf einen Mitspieler, den sie als Dieb verdächtigen. Die Kontrolle bringt die Wahrheit ans Licht. Dieb erwischt? Dann scheidet er aus dem Spiel aus. Falsche Verdächtigung und einen Waschbären mit Alibi erwischt? Dann war es das Ende für den Petzer. Zuletzt decken die übrig gebliebenen Spieler ihre Karten auf. Mit einer Müll klauen-Karte nimmt man sich eine Mülltonne aus dem Vorrat. Ziel erreicht, die Geschmacksrichtung darf man frei wählen. Die Alibi-Spieler, die ihre Karte umsonst gewählt haben, gehen leer aus. Wer noch im Spiel ist, nimmt seine Karte zurück und wählt die Rolle für die nächste Spielrunde.

Tatort Tonne

Tatort Tonne gewinnt man, wenn man drei Mülltonnen besitzt. Das ist ein Ereignis, das mit vielen Spielern eher eintritt. In kleinen Spielrunden gewinnt häufiger der letzte Spieler, der übrig bleibt. Denn Tatort Tonne ist auch ein knallhartes Ausscheidungsspiel.


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Fazit

Tatort Tonne ist in der Tat kein komplexes Spiel. Es lässt sich während der ersten Spielphase beiläufig erklären, die drei möglichen Rollen, die man einnehmen kann, sind sofort klar. Ab dann herrschen Pokerface, Bluff und ein wenig Spürsinn. Das Spiel lebt von Finten, dem Erwischen seiner Mitspieler oder dem klugen Einsetzen eines Alibis. Je nach Spielverlauf muss man Mülltonnen sammeln oder versucht, über das Ausscheiden der Mitspieler zu gewinnen. Eigentlich ganz einfach. Das funktioniert aber nur in grossen Spielgruppen wirklich gut. Spielt man das zu viert, kann das Spiel nach einer oder zwei Runden schon zu Ende sein und man hat nicht das Gefühl, gross gespielt zu haben. Zu zweit hat das Spiel für mich überhaupt keinen Reiz. Daher: Je grösser die Gruppe, desto besser das Spiel. Mit bis zu 10 Spielern lässt sich Tatort Tonne an einer Geburtstagsparty oder in der Schule einsetzen. Dann lebt das Spiel nicht nur vom Ausscheiden. Für einmal definiert sich die Zielgruppe für mich also ganz klar über die Anzahl der Teilnehmer. Die sollte man zwingend beachten, um überhaupt in den Waschbär-Modus zu gelangen.

Alles über Tatort Tonne

Tatort Tonne| Autor: Ales Cutler| Illustration: Barbara Spelger | Verlag: AMIGO

Spielerzahl: Kartenspiel für 2 – 10 Personen
Spieldauer: 15 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Finten und Alibis
Wiederspielreiz: ok

Geeignet für 2 Spieler: muss nicht sein
Beste Spielerzahl: ab 5 Personen, besser mehr
Richtet sich an: Familie

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