Texas Showdown – Spielkritik

High Noon im Wilden Westen – obwohl das Kartenspiel thematisch wenig mit Westen zu tun hat. Aber wild geht es zu und her, wenn man den Anderen eine Falle stellen will und den Stich doch selber einfährt. Denn Stiche sollte man bei Texas Showdown möglichst vermeiden.

Texas ShowdownDie Motive auf den Karten zaubern ein wenig Wild-West-Feeling auf den Tisch. Doch wirklich nötig sind sie nicht, denn die Farben ermöglichen schnell den Überblick. Die Karten sind nummeriert von 0-74, farblich (oder symbolisch) gruppiert. Die Gruppen werden aber immer kleiner, je höher die Kartenwerte sind.
Wer die 0 besitzt, spielt sie aus und startet die Runde. Die Regeln sind einfach, ermöglichen aber doch die eine oder andere Finte. Wer an der Reihe ist, MUSS eine Farbe, die bereits auf dem Tisch liegt, ausspielen. Nur wer keine der ausliegenden Farben besitzt, wählt eine Karte seiner Wahl. Das macht das Ausspielen relativ einfach, wenn da nicht noch die Auswertung des Stichs wäre. Erst überprüft man, von welcher Farbe am meisten Karten gespielt wurden. Der höchste Wert dieser Farbe muss den Stich zu sich nehmen. Es ist also gut möglich, dass die zuerst ausgespielte Karte nicht den Takt in der aktuellen Runde angibt.

Texas Showdown

Texas ShowdownDie Karten sind alle mit einer schönen Skala versehen, an der man erkennt, wie hoch sie in ihrer eigenen Gruppe sind. Das erleichtert die Planung. Man spürt schnell, welche Karten man besser wegwirft und welche man gut ein wenig länger behalten kann.
Herrscht ein farblicher Gleichstand in der Auslage, nimmt sich derjenige den Stich, der den höchsten Wert der meistgespielten Karten in die Mitte geworfen hat. Reine Zahlenwerte sind also erst in zweiter Instanz entscheidend.

Noch einen schönen Kniff besitzt Texas Showdown, den man erst nur beiläufig zur Kenntnis nimmt. Schon nach der ersten Partie merkt man allerdings, dass man damit dem Spiel wieder einen anderen Verlauf geben kann. Wer mit der höchsten Karte einer Farbe (an der Farbskala zu erkennen) den Stich einkassieren muss, kann den Ausspieler der nächsten Runde frei wählen. Je nach eigener Kartenhand macht es Sinn, anderen den Vortritt zu lassen, um danach hinterhältig eine Mehrheit zu schaffen.

Gespielt wird so lange, bis ein Spieler genügend Stiche gesammelt hat. Je nach Spielerzahl liegt die Limite unterschiedlich hoch.

Fazit

Texas Showdown erreicht den persönlichen Showdown erst gegen Ende der eigenen Handkarten. Wer dann die falschen Karten besitzt, kassiert reichlich Stiche. So plant man möglichst für ein „günstiges“ Finale. Glücksmomente gibt es natürlich auch, die Zuteilung der Karten erfolgt zufällig, da gibt es bessere und schlechtere Formationen. Trotzdem sollte man nie zu früh aufgeben. Das Blatt kann sich in der Not der Mitspieler schnell wenden. Es ist klar von Vorteil, wenn man darauf achtet, was die Mitspieler besitzen und wo sie die Farbe wechseln müssen. Gerade in grösseren Spielrunden macht das Spiel viel Spass. Mit kleinen Tricks lässt man die Gegner auflaufen und erlebt mit geschickten Farbwechseln die eine oder andere Überraschung. Ein spannendes, kurzweiliges Stichspiel, das jederzeit reinpasst.

Texas Showdown | Autor: Mark Major | Verlag: AMIGO
Stichspiel für 3-6 Personen | Spieldauer: 30-45 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Die ausweichende Farbe beim Showdown | Wiederspielreiz: gross

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