The Castles of Tuscany – Spielkritik

Die Landesfürsten in der Toskana vergrössern ihr Reich und streben nach Macht. The Castles of Tuscany ist das strategische Brettspiel von Stefan Feld, das die Dörfer in kleinen Schritten wachsen lässt.

The Castles of Tuscany

In drei Durchgängen und damit drei Wertungen verbessern die Fürsten der Toskana ihr eigenes Gebiet. Dazu stellen sie mit drei Spielplanteilen und vielen sechseckigen Feldern erst einmal ihr Reich zusammen. Mit einem Start-Kastell geht es in die Partie. Spielkarten mit den unterschiedlichen Landschaftsteilen sind die Währung des Spiels. Mit ihnen baut man neue Landschaftsteile ins eigene Reich. Zu Beginn wählt man noch ein beliebiges Bonus-Plättchen, das für einen dauerhaften Vorteil in einem Bereich sorgt. Der Spielablauf von The Castles of Tuscany ist einfach gestrickt, die einzelnen Gebäude bringen die strategische Vielfalt und die Wertung ist ebenfalls einen Blick wert, wenn man das Duell der Landesfürsten für sich entscheiden will.

Wenden wir uns zuerst dem Spielablauf zu. Nur drei Zugmöglichkeiten besitzt man, von denen man eine auswählt.

ACHTUNG: The Castles of Tuscany hat nach der Erstauflage kleine Regeländerungen erfahren. Die Spielkritik baut auf den neuen Regeln auf.

The Castles of Tuscany

Spielmöglichkeit 1: Man zieht drei Karten nach. Mit entsprechenden Bonusplättchen erweitert man die Anzahl. Die Karten benötigt man für das Platzieren der Landschaftsplättchen.
Möglichkeit 2: Man holt sich ein Landschaftsplättchen von der offenen Auslage. Dort befinden sich immer 8 Plättchen. Das gewählte Plättchen kommt auf das Ablagefeld des eigenen Spieltableaus (kann ebenfalls durch Bonusplättchen erweitert werden), noch nicht ins Land des Fürsten. Besonders geschickt gelöst: Die Plättchen werden durch Plättchen vom eigenen Stapel aufgefüllt. Das ist zugleich der Timer von The Castles of Tuscany. Ist ein Stapel leer, endet ein Durchgang und die Wertung folgt.
Möglichkeit 3: Man legt ein Plättchen in sein eigenes Reich. Das ist die Aktion, die am meisten nach sich zieht. Schliesst man ein ganzes Farbgebiet ab, erhält man Punkte. Je grösser das Gebiet, desto mehr Punkte gibt es.

Das Legen eines Plättchen geht bei The Castles of Tuscany nur, wenn es farbpassend geschieht. Das heisst, es gibt exakte Bauplätze für jedes Plättchen. Das Plättchen muss mit zwei entsprechenden Spielkarten bezahlt werden. Ein oranges Gebiet erfordert zwei orange Karten. Zur Not ersetzt man eine Karte mit zwei gleichen Karten einer anderen Farbe. Im schlimmsten Fall gibt man also 4 Karten (2 und 2) ab, um ein Plättchen zu legen. Nicht sehr sparsam, aber manchmal nötig.

The Castles of Tuscany

Das gerade gebaute Plättchen bringt zusätzliche Aktionen. Ganz einfache, wie das Nachziehen von Karten, das Ergänzen eines Bonusplättchens oder das Abrechnen von Landwirtschaftspunkten. Aber auch etwas komplexere, wie der Erhalt eines türkisen Jokers, der als beliebiges Gebäude verwendet werden kann oder das Ziehen von Marmor oder Arbeitern, die als zusätzliche Aktion oder Ersatz für eine Spielkarte gelten. Alles ist jedoch wunderbar verzahnt und spielt sich schnell ziemlich flüssig runter.

Mit Ertragskarten oder Farbbonus-Plättchen bessert man sein Punktekonto zusätzlich auf. Auffällig sind die Durchgangswertungen: Die Rundenpunkte bleiben bestehen und addieren sich jedes Mal zur Gesamtpunktzahl dazu. Wer früh viele Punkte sammelt, trägt sie also über drei Wertungen mit.

Nach der dritten Wertung ist Schluss. Das Restmaterial wird noch zu Punkten gemacht. Der einflussreichste Landesfürst gewinnt The Castles of Tuscany.


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Fazit

Wie man das von Autor Stefan Feld gewohnt ist, verzahnen sich die einzelnen Elemente bestens ineinander. The Castles of Tuscany ist eines seiner einfacheren Spiele, bewegt sich aber trotzdem im Kennerbereich. Man muss die Auswirkungen der einzelnen Plättchen im Auge behalten, im passenden Moment Punkte für seine Gebiete einfahren und die Bonusplättchen geschickt wählen. Obwohl mit dem zufälligen Auslegen der Landschaftsplättchen oder den Ertragskarten auch kleine Glückselemente im Spiel sind, kann man jederzeit die Erweiterung seines Gebietes vorantreiben. Das geschieht mit den wenigen Aktionen schnell und flüssig, es entstehen kaum Wartezeiten.
Die auf den ersten Blick überraschende Wertung, bei der man die Punkte immer behält, entpuppt sich in einigen Partien zu einem zu grossen Handicap. Wer sich früh Punkte sichert und im ersten Durchgang durch passende Landschaftsplättchen Gebiete abschliesst, zieht diesen Punktevorteil durch alle Wertungen mit. Dadurch sind einzelne Partien schon nach der zweiten Wertung entschieden. Eine grosse Aufholjagd lässt sich bei The Castles of Tuscany nicht bewerkstelligen.
Die Fürsten optimieren in ihrem Reich eben nach den Möglichkeiten, die ihnen in der Auslage gegeben sind.

Alles über The Castles of Tuscany

The Castles of Tuscany | Autor: Stefan Feld | Illustrationen: Antje Stephan & Claus Stephan | Verlag: alea

Spielerzahl: Strategiespiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: 45-60 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Gute Aktionsketten beim Landesfürsten
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2-4 Personen
Richtet sich an: Kenner

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