The Game – Face to Face – Spielkritik

The Game hat bisher als kooperatives Spiel für Furore gesorgt. Damit ist nun Schluss: The Game – Face to Face fordert zum direkten Duell auf. The Game kann auch anders! Schonungslos!

The Game Face to FaceDie Zahlenkarten gehen nur von 1-60, gespielt wird mit zwei Kartendecks in Gold und Silber. Jeder Spieler besitzt zwei eigene Stapel, die er nach den bekannten The Game-Regeln füllt. Immer aufsteigend oder absteigend, mit dem Rückwärts-Trick kann auch mal gegen den Strom abgelegt werden, wenn die Differenz exakt 10 beträgt. Wer sich mit den Grundregeln noch einmal vertraut machen muss, kann HIER nachlesen.

Der gut gemischte Kartenstapel des Spielers soll abgebaut werden. Bis zur letzten Karte muss alles weg. Da das nur auf den eigenen Stapeln nicht möglich ist, legt man auch auf den fremden. Dort unterscheiden sich die Spielregeln aber grundsätzlich: Auf fremden Stapeln darf nur unterstützt, also die Situation verbessert, werden. Ohne Vorgaben. So kann es auf dem absteigenden Stapel von 4 problemlos wieder hoch zur 45 gehen. Wäre zwar kein sonderlich guter Kartenzug, ist aber manchmal unausweichlich.
In einem Spielzug legt der Spieler zwingend 2 Karten. Natürlich dürfen es auch mehr sein. Davon darf eine auf die Stapel des Mitspielers gehen. Da Freundschaftshilfe gefördert wird, füllt man die Kartenhand wieder auf 6 Karten auf, wenn man den Mitspieler in seinem Spielzug unterstützt hat. Legt man nur auf die eigenen Stapel, zieht man 2 neue Karten vom Nachziehstapel.

The Game Face to Face

Und nun beginnt der Überlebenskampf. Man versucht, so viele eigene Karten wie möglich zu legen und den Gegner einzuschränken. Da man nie weiss, welche Karten man selber erhält, sind die Möglichkeiten mal grösser, mal kleiner. Auf jeden Fall wird schnell klar: Ohne Unterstützung des Mitspielers läuft gar nichts. Wer nur für die eigenen Stapel spielt, scheitert.

The Game – Face to Face kann auf zwei Arten enden. Entweder es gelingt einem Spieler, alle seine Karten abzulegen, oder ein Spieler erfüllt seine 2-Karten-Pflicht nicht mehr. Dann hat der Gegner ihn besiegt.

Fazit

The Game ist ja mittlerweile schon zu einer richtigen Spielefamilie herangewachsen. Benötigt man dann The Game – Face to Face noch? Na klar! Obwohl der Schritt von kooperativ zur Duell-Form gewagt ist, er gelingt hervorragend. Wer schon häufig gegen das Spiel angetreten ist, muss zwar ein wenig umdenken. Das Duell ist knallhart, sowohl die Karten, als auch der Gegenspieler können böse mitspielen. Durch das Legen auf fremde Stapel vernichtet man eventuell gute Vorlagen des Gegners. In den ersten Partien bezahlt man Lehrgeld. Der Grat zwischen Unterstützung und eigenem Fortschritt ist schmal. Einseitiges Spiel führt nie zum Erfolg. Meist will man anfangs zu viel für sich selber. So entscheidet sich das Duell in den ersten Partien oft durch ein vorzeitiges Aus von einem der Spieler. Bei The Game – Face to Face muss man auch seinem Gegenspieler hin und wieder eine schöne Karte gönnen. Sei es aus purer Verzweiflung oder einfach, um selber möglichst viele Karten abzulegen und nachzuziehen. Ja, man kann sich ärgern über die Duell-Variante: Über die Karten, über den Gegner, über Glück und Pech. Doch so ganz ausgeliefert ist man dem Spiel nicht. Vieles ist eine Frage des Timings. Tempo drosseln oder mutig voran? Daher gefällt mir die Face to Face-Variante wirklich gut. Ein Duell ist eben kein Ponyhof.

The Game – Face to Face | Autoren: Steffen Benndorf, Reinhard Staupe | Verlag: Nürnberger-Spielkarten-Verlag
Kartenspiel für 2 Personen | Spieldauer: 20 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Geschenke, auch beim Duell | Wiederspielreiz: gross 

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