The Game – Spielkritik

Die Spielschachtel von The Game sieht tatsächlich ziemlich böse aus. Doch zur allgemeinen Beruhigung darf gesagt werden: Es sind nur Karten drin – einfache, schlichte Zahlenkarten. Aber manchmal täuscht so ein erster Blick. Wie niedlich ist The Game also tatsächlich?

The GameThe Game ist ein kooperatives Kartenspiel. Alle spielen gemeinsam gegen das Spiel. Das Spielprinzip von The Game ist schnell erklärt. Vier Kartenstapel liegen in der Mitte bereit – zwei starten mit dem Wert 1, zwei mit dem Wert 100. Auf den Einerstapeln dürfen nur höhere Werte abgelegt werden, auf den Hunderterstapeln nur tiefere. Sechs Karten hält jeder Spieler in seiner Hand und der Nachziehstapel liegt bereit.
So – und nun wird’s richtig böse! Ist ein Spieler an der Reihe, so MUSS er mindestens zwei Handkarten ablegen. Das klappt gut, wenn die Werte nahe beieinander sind und sie auf- oder absteigend gelegt werden können. Man macht sich aber weniger Freunde, wenn man grosse Lücken hinterlassen muss. Das geschieht natürlich zwangsläufig, wer hat schon alle Zahlenwerte schön in der Reihenfolge. Hat man mindestens zwei Karten abgelegt, zieht man ebenso viele wieder nach und der nächste Spieler versucht sein Glück.

The Game 2The Game ist kooperativ, darum darf man sich während des Spiels auch miteinander unterhalten. Ein Thema ist allerdings tabu: Zahlenwerte. Ein ganz böses Spiel? Nein, denn ein Rettungsanker bleibt den Spielern noch: Mit einer Differenz von exakt 10 Punkten darf man Zahlenkarten auch in der entgegengesetzten Richtung ablegen. Das verschafft allen Spielern wieder ein wenig Luft. Vielleicht wird man so noch ein paar Karten mehr los. Denn das Ziel bei The Game ist klar: Es sollen am Ende möglichst wenig Karten übrig bleiben. Liegen sogar alle Karten ordentlich auf den Stapeln verteilt, hat man das Spiel besiegt.

The Game ist auch in der Solo-Variante sehr gut spielbar. Ohne Kommunikation wird eben vieles einfacher…

Fazit:
The Game ist ein sehr kurzweiliges, einfaches Kartenspiel. Der Spannungsbogen steigert sich immer mehr. Lagen gerade noch ganz viel Karten auf dem Nachziehstapel, nähert man sich schnell dem Ende. Dann entscheidet jede Karte einzeln über Erfolg oder Misserfolg. Aber warum kommt The Game so düster daher? Mal spielen die Karten nicht mit, an ein geordnetes Stapeln ist nicht zu denken. Mal spielen die Spieler nicht mit, denn erfolgsversprechende Kommunikation will erst erlernt sein. Ja, und ab und zu gehen Pläne tatsächlich auf. Man nähert sich der perfekten Partie oder schafft es bis zur letzten Karte. So unterschiedlich verläuft The Game. Hier sind Emotionen im Spiel. Die kurzen Partien locken zu einer Verbesserung des Resultats. Einfache Spielregeln, knackige Spielzeit, Spannung bis zum Ende – wer bis 100 zählen kann, muss The Game unbedingt einmal spielen.

The Game | Autor: Steffen Benndorf | Verlag: CH: Game Factory / D: Nürnberger-Spielkarten-Verlag
Böses Kartenspiel für 1-5 Personen | Spieldauer: 20 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Kommunikatives Kartenglück | Wiederspielreiz: sehr gross

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