Töggeli-Trophy – Spielkritik

Dieses kleine Kartenspiel gibt es in der exklusiven Schweizer Variante. Was in Deutschland unter Mensch ärgere dich nicht – Das Kartenspiel vertrieben wird, erscheint in der Schweiz als Töggeli-Trophy. Damit liegen wir schon bei der Namensgebung mindestens eine Nasenlänge voraus.

Töggeli-Trophy 1Die Spiele unterscheiden sich nur in wenigen Details: In der Schweizer Ausgabe spielt auch die Schweizer Prominenz mit. Wilhelm Tell und Helvetia geben sich die Ehre, sie schaffen es sogar auf das Cover des Spiels. Töggeli-Trophy besteht nur aus Karten. Die Töggeli (schweizerisch für Spielfigur) sind Karten, die Würfel ebenfalls. 40 charmant gezeichnete und durchnummerierte Töggelikarten liegen in der Tischmitte für das Spiel bereit. Jeder Spieler zieht zwei Würfelkarten auf die Hand.
Die Spieler versuchen nun eine möglichst lange Reihe der Töggelikarten vor sich zu bilden. Dazu spielt man in jeder Runde eine Würfelkarte aus, addiert sie zu einer bestehenden Reihe und nimmt sich die errechnete Karte von der Auslage. Nur beim Eröffnen einer neuen Reihe darf man auch zwei Würfelkarten gemeinsam spielen. So füllt man in jeder Runde seine eigene Reihe mit weiteren Töggelikarten.

 

Töggeli-Trophy 2Bis hierhin verläuft das Spiel ziemlich friedlich. Damit ist es aber nun vorbei. Liegt eine Töggelikarte nicht mehr in der Auslage, darf man sie von einem Mitspieler klauen. So wechseln die Karten hin und her. Eben noch gewonnen, ist eine Zahl auch schon wieder weg. Dem ganzen Treiben kann man ein Ende setzen, wenn die Zahl 40 erreicht ist. Dann bringt eine Reihe Punkte, die Karten werden in die Mitte zurückgelegt. Jede Karte einer kompletten Reihe bringt einen Punkt, einige Kartenwerte besitzen Bonuspunkte.

Ein Spieler kann bis zu drei Reihen gleichzeitig starten, die Zielzahl 40 muss jedoch genau erreicht werden. Je nach Spielerzahl muss eine bestimmte Anzahl an Punkten eingespielt werden, damit der Sieger feststeht.

Fazit:
Das kleine Kartenspiel überrascht tatsächlich. Einfache Regeln, klares Spielprinzip und ein dauernder Ärgerfaktor sorgen schnell für Stimmung am Spieltisch. Ein wenig Glück gehört auch dazu, die Auswahl aus zwei Handkarten ist doch ziemlich eingeschränkt. Wer lange auf die passende Würfelkarte bis zur 40 warten muss, kann noch einmal einige Karten verlieren. Doch so ergeht es allen Spielern im Verlaufe einer Partie. Bei Töggeli-Trophy spielt die Schadenfreude mit, man muss aber auch Verluste ertragen können. Hier spielt man gegeneinander. Wer ein Kuschelspiel sucht, muss sich andernorts umsehen. Hinter dem merkwürdigen Titel (ob in Deutschland oder der Schweiz) hätte man wohl kaum so ein amüsantes Spiel für die ganze Familie vermutet. Hinter den beiden Autoren Kramer und Kiesling aber schon.

Töggeli-Trophy | Autoren: Wolfgang Kramer & Michael Kiesling | Verlag: Schmidt
Kartenspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Frusttoleranz beim Kartentanz | Wiederspielreiz: gross

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