Unita – Spielkritik

Unita spielt in Helvetia, einer frei erfundenen Welt mit verschiedenen Völkern. Gewisse Ähnlichkeiten zur alten Schweiz lassen sich nicht leugnen, sind jedoch immer mit einem Augenzwinkern zu geniessen. Unita simuliert die historischen Schlachten in Helvetia und ist thematisch als Kriegsspiel deklariert, obwohl es eigentlich gar nicht blutrünstig zu und her geht. Denn bei Unita ziehen die Würfel in die Schlacht.

Unita 1Das Spielbrett ist beidseitig bedruckt, je nach Anzahl der Spieler legt man die passende Seite auf. Als Armeen dienen Würfel mit unterschiedlichen Höchstwerten. Sie marschieren in Kompanien mit je vier Würfeln über einen vorgegebenen Weg Richtung Ziel – dem Portal. Der Weg verläuft dabei wie ein Schneckenhaus und endet in der Mitte. Vier Kompanien besitzt jeder Spieler. Zu Beginn werden die Würfel abwechselnd aufs Spielfeld gelegt. Zusätzlich kommen noch drei Geländeplättchen auf den Weg, die einmalig genutzt werden dürfen und den Kompanien Sonderfunktionen einbringen.

Unita 3Erst in der Handlungsphase geht es rund. In jedem Durchgang hat ein Spieler exakt drei Handlungen zur Verfügung. Damit bewegt man seine Kompanien vorwärts (und nur vorwärts). Ein Zug auf ein Geländeplättchen kostet gleich zwei Handlungspunkte. Trifft man bei einer Bewegung seitlich auf eine gegnerische Kompanie, erfolgt automatisch eine Schlacht. Die findet bei Unita allerdings nur im Stärkenvergleich statt. Die anliegenden Würfel der kämpfenden Kompanien werden verglichen, der schwächere Würfel verliert einen Punkt. Bei einem Unentschieden entscheidet die Nachhut über den Sieg. Nach einem Kampf werden die Fronten nach hinten verschoben, die Würfel getauscht. Die in einer Schlacht demonstrierte Stärke kann also schon in der nächsten Schlacht dahin sein. Mit den wiederkehrenden Handlungsphasen versucht jeder Spieler seine Kompaniewürfel möglichst unbeschadet ins Ziel zu retten. Denn beim Portal zählen die übriggebliebenen Würfelwerte. Wer die meisten Punkte ins Ziel rettet, gewinnt die grosse Schlacht in Helvetia.

Unita 2

Drei Handkarten besitzt jeder Spieler in einem Spiel. Sie bringen Sonderfähigkeiten: Eine Schlacht kann abgewendet, ein Würfel auf einen höheren Wert gedreht, ein Unentschieden zu einem Sieg verwandelt werden, usw. Von den drei Handkarten kann jeder Spieler jedoch nur eine im Laufe des Spiels einsetzen. Die Fähigkeiten sind in jeder Armee anders.

Fazit:
Unita hat in der Tat schönes Spielmaterial und eine durchdachte und tolle Hintergrundgeschichte. Die düster gehaltenen Illustrationen passen zu dem auf der Schachtel genannten Genre des Kriegsspiels. Spielerisch erinnert allerdings nicht sehr viel an ein Kriegsspiel. Der Spielmechanismus mit den Würfeln gefällt sehr, erinnert aber nicht wirklich an eine Schlacht. Auf dem Spielfeld ist, gerade in Vollbesetzung, ziemlich viel los. Immer wieder werden die Werte verglichen, mit 16 Kompanien auf dem Feld eilt man von Schlacht zu Schlacht oder von Vergleich zu Vergleich. Also wird der ganze Spielablauf zu einem Zufall? Nicht ganz. Schon zu Beginn sollte man beim Aufstellen der Kompanien seine Mitspieler beobachten. Geschicktes Setzen bringt die eine oder andere Kompanie punkteträchtig ins Ziel. Geschicktes Nutzen der Geländeplättchen und die richtige Handkarte schont die eigenen Kompanien ebenfalls. Wer den Überblick behält, wird seine Punkte ins Portal bringen. Mit gewissen Verlusten muss man rechnen.
Das Thema schränkt Unita ein wenig ein. Der eigentlich einfache Spielablauf würde zu einem Familienspiel passen, das Genre des Kriegsspiels allerdings nicht. Unita ist daher ein einwandfrei funktionierendes Brettspiel für ausgewählte Spielrunden.

Unita | Autor: Steve Brück | Verlag: Helvetia Games
Kriegsspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: ca. 60 Minuten | Ab 13 Jahren | Benötigt: Den verlustfreien Weg zum Portal | Wiederspielreiz: ok  

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