Valletta – Spielkritik

Valletta, die Stadt auf der Mittelmeerinsel Malta, soll aufgebaut werden. Verschiedene Persönlichkeiten helfen, Gebäude zu errichten und die Stadt langsam zum Leben zu erwecken. Valletta besitzt einen einfachen Mechanismus, aber auch strategische Tiefe.

Die Bedingungen auf Malta sind in jeder Partie anders. Die Gebäude und die damit eng verbundenen Personen kommen rein zufällig und in unterschiedlicher Anordnung ins Spiel. Ganz am Anfang führt eine Strasse durch Valletta. Je nach Spieleranzahl führen mehrere Gebäudereihen an ihr entlang, die auf ihre Nutzung warten.
Alle Spieler starten mit einem exakt gleichen Kartenstapel. 5 Karten halten sie in der Hand, drei von ihnen nutzen sie in jeder Runde. Erst sind das ganz einfache Funktionen: Rohstoffe (Holz, Stein, Gold, Ziegel) nehmen oder ein Gebäude errichten oder aufwerten. Letzteres ist auch das Ziel des Spiels. Durch die Errichtung neuer Gebäude und deren Aufwertung erhält man Siegpunkte, neue Rohstoffe und vor allem neue Personenkarten, die das Leben in der Stadt, aber auch auf dem Spieltisch, aufblühen lassen.

Zentral bei Valletta ist die Kartenhand, oder besser gesagt: Wie man sie ausbaut. Errichtet man ein Gebäude in der Stadt, erhält man eine neue Personenkarte, die zusätzliche Funktionen bringt. Oft haben sie mit der Rohstoffvermehrung zu tun, können aber auch die Mitspieler ärgern und ihnen Rohstoffe entwenden. Mit den wichtigen maltesischen Persönlichkeiten sichert man sich Punkte für das Spielende. Das kann man auch, wenn man seine eigenen Gebäude ausbaut. Sie verdoppeln dann ihren Wert.

Kurz und knapp ausgedrückt: Mit Rohstoffen baut man Gebäude oder baut sie aus, dadurch erhält man neue Karten, die man wiederum zur Vergrösserung des eigenen Einflusses benötigt. Bis zu acht Gebäude baut man in Valletta. Wer die Auswahl an Möglichkeiten in der Stadt gut studiert und eine perfekte Mischung aus dem Angebot wählt (und natürlich auch vor seinen Mitspielern erwischt), wird am Ende zu vielen Punkten kommen.

Valletta besitzt noch einige kleine, aber feine Kniffe. Der Patron der Stadt, Jean de la Vallette, marschiert langsam durch die Strasse. Befindet sich ein Gebäudebau in seinem Sichtfeld, erhält man zusätzliche Punkte. Oder das Spielende: Es kann auf drei Arten ausgelöst werden. Danach dürfen die Spieler aber ihre gesamten Karten noch einmal runterspielen.

Für die Schlusswertung zählt man nur noch seine Gebäudepunkte und was von den eigenen Gütern noch übrig bleibt. Schon hat Valletta ein neues Oberhaupt gefunden.

Fazit

Valletta ist ein kartengesteuertes Spiel. Wie bei allen solchen Spielen, ist man für die eigene Kartenhand schon nach kurzer Zeit selber verantwortlich. Wer zu viele unnötige Karten hortet, verstopft seine Hand und wartet zu lange, bis die wirklich wichtigen wieder erscheinen. Dann lohnt es sich, den flexiblen Stadtaufbau ein wenig zu studieren. Wer geschickt baut und geeignete Kombinationen findet, kommt weit voran in Valletta. Für meinen Geschmack ist Valletta ein schönes, ein schlankes Spiel, bei dem man immer gerne mehr als die drei üblichen Aktionen durchführen würde. Der Grundmechanismus ist einfach, an einigen Ecken der Stadt erhält man aber kleine Boni, die nicht zu verachten sind. Mit zunehmender Erfahrung achtet man auch auf die Baukünste der Mitspieler. Valletta spielt sich zu zweit ebenso gut, wie zu dritt oder viert. Die Stadt wächst mit der Anzahl der Spieler. Einziger Kritikpunkt: Die Personenkarten sind arg klein beschriftet. Wenn der Tisch voll ist, werden schnell die Lesebrillen herum gereicht. Ansonsten bin ich sehr gerne zu Gast in Valletta.

Valletta | Autor: Stefan Dorra | Verlag: Hans im Glück
Brettspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 40-90 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Bauherrschaft mit kombinatorischem Geschick | Wiederspielreiz: gross

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