Verkopft – Spielkritik

Eigentlich möchte man ja nur seine Karten loswerden. Doch bei diesen Früchtchen stimmt was nicht. Mit nur 5 Regeln schafft Verkopft ein ganz schönes Wirrwarr. Nur wer passend reagiert, schafft es ans Ziel.

Verkopft

Unter dem Label Simon & Jan sind nun schon einige kleine Spiele erschienen. Alle besitzen einfache Regeln und bewegen sich im Bereich der Party- oder Kommunikationsspiele. Schnelle Unterhaltung für ein breites Publikum garantiert. Verkopft ist ein Kartenablegespiel, das an eine Mischung aus Schwarz Rot Gelb und Die fiesen 7 erinnert. Auf den grossen, quadratischen Spielkarten findet man Früchte, einen Text, die Textfarbe und eine Hintergrundfarbe. Das Spiel arbeitet mit einem Effekt unserer Hirnfunktion. Das, was wir tatsächlich sehen, löst ungewöhnliche Aktionen aus, was in der Hektik des Spiels natürlich häufiger daneben geht. Obwohl nur 5 unterschiedliche Situationen eintreten können, ist konzentriertes Spielen und schnelles Denken gefordert, denn nur so nähert man sich dem Ziel: Sämtliche Handkarten abzulegen.

Zu Beginn erhält jeder Spieler einen gleich grossen Stapel an Karten. Gleich deckt jeder Spieler der Reihe nach eine seiner Karten auf und legt sie in die Tischmitte. Jede Karte löst eine bestimmte Aktion aus, die in den nächsten drei Sekunden erfolgen muss. Dauert die Aktion zur Karte zu lange, wird gestottert, sich verhaspelt oder eine falsche Aktion ausgelöst, schreiten die Mitspieler sofort ein. Wer mit der flachen Hand auf den Stapel haut, unterbricht die Partie. Bei einem nachweislichen Fehler erhält der Verursacher etwa die Hälfte der Karten, den Rest verteilt der Fehlerfinder an die übrigen Mitspieler.
Eine falsche Verurteilung führt natürlich zu einem gegenteiligen Effekt. Der vermeintliche Fehlerfinder muss sämtliche Karten zu sich nehmen.

Verkopft

Doch welche Aktionen werden eingefordert? Wie gesagt, nur 5 mögliche Situationen muss man sich einprägen. Das sollte machbar sein, oder etwa doch nicht?

Ist der Text in Farbe geschrieben, nennt man laut die Textfarbe.
Ist der Text schwarz geschrieben, nennt man laut die Hintergrundfarbe.
Ist der Text falsch geschrieben, schweigt des Spielers Höflichkeit.
Ist die Karte in allen Bereichen korrekt, nennt man die abgebildete Frucht.
Nur bei einer korrekten Pflaume ruft man den Namen eines Mitspielers. Der muss zwei Karten ziehen und weiter geht die Partie.

Verkopft

Wer sämtliche Karten weggespielt hat, gewinnt Verkopft.
Natürlich gibt es auch bei diesem Spiel eine Lernkurve. Wenn man sein Hirn ständig trainiert, arbeitet es auch mit vermeintlichen Abnormalitäten. Daher gibt es zusätzliche Expertenvarianten: Schreibfehler werden benannt, wie sie auf den Karten stehen. Wer lacht, erhält von allen Spielern eine Karte. Oder es wird mit einem Metronom gespielt, um zwingend mehr Taktgefühl zu erhalten. Verkopft bleibt das Spiel so oder so.


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Fazit

Verkopft ist ein witziges Kartenspiel, das schnelle Reaktionen einfordert. Reaktionen im Sinne von Auge-Hirn-Mund-Koordination. Was sehe ich? Was bedeutet das? Was mache ich nun? Da die Aktion auf neu ausliegende Karten schnell erfolgen soll, erledigt die Hektik ihr Übriges. Irritationen, und damit Klamauk, bringen dabei oft die Ausreisser von der Norm unter den Aktionen. So soll man plötzlich schweigen, obwohl man den Schreibfehler entdeckt hat. Oder welche Farben waren nun gemeint: Text? Hintergrund? Es gibt erst einmal einiges zu lachen bei Verkopft. Das Durcheinander erlaubt keine Ablenkung am Spieltisch. Wer ernsthaft an die Sache geht, lernt aber dazu und wird besser. Die Experten-Versionen kommen ins Spiel, von denen mir zwei gefallen. Die Variante „ohne Lachen“ macht für mich wenig Sinn. Weshalb sollte ich mir bei einem Spiel, das vor allem von der Schadenfreude lebt, das Lachen verkneifen? Auffällig sind die grossen, quadratischen Karten des Spiels. Sie stehen ein für das Konzept von Verkopft: Simpel, effektiv, knackig und in ihren Farben absolut Party-tauglich.

Alles über Verkopft

Verkopft | Autoren: Simon & Jan | Illustration: Keine Angabe | Verlag: Simon & Jan

Spielerzahl: Kartenspiel für 3 – 6 Personen
Spieldauer: 15 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Die passende Reaktion
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: kein 2er-Spiel
Beste Spielerzahl: 3 – 6 Personen
Richtet sich an: Familie

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