Via Nebula – Spielkritik

Das Nebula-Tal hat schon bessere Zeiten erlebt. Doch nun soll es wieder bevölkert und erforscht werden. Daher vertreibt man die düsteren Zeiten und den damit verbundenen Nebel, sucht sich gute Bauplätze und erfüllt Aufträge. In Via Nebula geht es äusserst wirtschaftlich zu und her.

Das Spiel von Martin Wallace ist von Illustrator Vincent Joubert wunderschön gestaltet und liegt in einer perfekten Spielschachtel. Nun muss es nur noch spielerisch überzeugen.
Mit einem Guildentableau startet jeder Spieler ins Abenteuer. Dort findet man sämtliche Informationen, die man für den Spielablauf braucht. Die Aktionen sind überschaubar. Immer zwei darf man ins einem Spielzug kombinieren, es dürfen auch dieselben sein. Auf dem Spielbrett findet man sechseckige Felder für Rohstoffe, Bauplätze, Nebelplätze und auch verbotene Felder.

Im eigenen Spielzug sucht man für sich die besten Aktionen aus. Man erschliesst ein Rohstofffeld mit einem eigenen Arbeiter. Der bleibt so lange dort stehen, bis die Rohstoffe alle sind. Rohstofffelder bringen schon einmal Punkte für die Schlussrechnung, doch die Arbeiter sind begrenzt und was am Ende an Rohstoffen liegen bleibt, bringt Minuspunkte. Man kann sich auch einen Bauplatz einrichten. Der ist dann reserviert und wartet auf die Erschliessung. Mit seinen Wiesenplättchen erforscht man ein Nebelfeld. Ab sofort dient das Feld als Transportweg – allerdings für alle Spieler. Auch einen versteinerten Wald kann man erforschen. Diese magischen Felder liegen oft schön zentral und wären gut zu gebrauchen. Ein magisches Feld benötigt daher gleich zwei Aktionen. Ob sich das lohnt? Besitzt man einen Bauplatz und einen durchgehenden Weg zu einem Rohstofffeld, kann man sich den Rohstoffe zur Baustelle liefern lassen. Nur solange der Vorrat reicht. Als letzte Möglichkeit erfüllt man Aufträge. Ob ein privater Auftrag, von denen man zu Beginn zufällig welche erhält, oder Aufträge aus der offenen Auslage – alle bringen Siegpunkte ein und häufig einen netten, kleinen Bonuseffekt (eine weitere Aktion, einen zusätzlichen Rohstoff, ein zusätzliches Wiesenplättchen legen etc.).

Wer zuerst 5 Gebäude auf seinen Bauplätzen erstellt hat, nimmt sich die Spielende-Karte. Alle übrigen Spieler haben nun noch exakt einen Spielzug übrig.
Punkte bringen am Ende die eroberten Rohstoffplättchen, erfüllte Aufträge, freigelegte Entdecker unter den eigenen Wiesenplättchen und allenfalls die Spielende-Karte. Abziehen muss man Minuspunkte für übriggebliebene Rohstoffe im Lager. Die können von den Feldern stammen, aber auch von Bauplätzen, bei denen man im Laufe des Spiels die eigenen Planungen ändern musste.

Via Nebula lässt sich sehr gut an die Spielerzahl anpassen. Für das Spiel zu zweit liegen sogar extra grössere Bauplätze bei.

Fazit

Via Nebula ist ein Familienspiel, das sich zwar am bekannten Bau- und Siegpunktmechanismus orientiert, aber dennoch Spannung verspricht. Zuerst einmal profitieren immer sämtliche Spieler von den Ausbauten auf dem Spielplan. Rohstoffe und ein gutes Strassennetz dürfen alle nutzen. Also heisst es: Wachsam sein und die Pläne der Mitspieler erahnen. Schliesslich möchte man nicht gerne Wegbereiter zum Sieg sein. Gegen Ende tritt ebenfalls eine spezielle Situation ein. Angefangene Bauplätze und Rohstoffe, die niemand haben wollte, liegen als Minuspunkte schwer auf dem eigenen Konto. Wann ist also der richtige Zeitpunkt, um noch eine Baustelle zu eröffnen? Der Kampf um offene Aufträge fordert zu schnellem Bauen auf, sonst sind die Karten weg und die falschen Rohstoffe liegen auf der eigenen Baustelle. Es gibt also einiges zu überwachen – und das bis ans Ende des Spiels. Via Nebula punktet also nicht nur bei der Gestaltung, es spielt sich auch spannend bis am Schluss. Die Altersangabe von 12 Jahren ist für mich in diesem Fall ein wenig zu hoch gegriffen.

Via Nebula | Autor: Martin Wallace | Verlag: Space Cowboys
Brettspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 60 Minuten | Ab 12 Jahren | Benötigt: Den baulichen Durchblick im Nebelmeer | Wiederspielreiz: gross 

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