Village Green – Spielkritik

Jedes Jahr lockt der Wettbewerb zum schönsten Dorfpark des Jahres. Als Gartengestalter übernimmt man Verantwortung und sorgt bei Village Green für zufriedene Juroren. Dabei ist es gar nicht so einfach, es allen recht zu machen.

Village Green

Nach dem Durchlesen der Regeln freut man sich bei Village Green auf ein lockeres Kartenspiel, bei dem man sich Karte für Karte einen schönen Dorfpark erstellt. Doch schon nach wenigen Karten ist klar: Diese Aufgabe klingt ganz einfach, besitzt aber ordentlich Tiefgang, nicht nur im Teich des Parks. Und so hört man schon bald die Vögel zwitschern, weil die Hirnzellen rotieren auf der Suche nach den besten Kartenkombinationen. Die Illustrationen von Joanna Rosa beruhigen in dieser Situation ungemein. Das Spiel ist wundervoll gestaltet. Mit nur 2 Kartentypen gestaltet man den eigenen Park. Die Auszeichnungen liegen um den Dorfpark und sorgen am Ende für die Punkte beim Wettbewerb. Die Grünanlagen liegen im Park so gut kombiniert, dass die Auszeichnungen nur so fliessen.

Jeder Spieler startet mit 3 Handkarten (Grünanlagen) und drei Auszeichnungen (liegen offen neben der Dorfkarte). Je drei Karten liegen offen im Nachziehbereich aus. Dort bedienen sich die Spieler gleich regelmässig. Der Dorfpark entsteht auf einer Fläche von 3×3 Karten, oben und links umgeben von je drei Auszeichnungen. Das ergibt dann eine Gesamtfläche von 4×4 Karten. Runde für Runde plant man den Park nach bestem Gewissen oder mit einem gierigen Blick nach Auszeichnungen.

Village Green

Die Grünanlagen sind mit Rosen, Petunien oder Lilien versehen und in den Farben rot, blau oder gelb vorhanden. Auf jeder Karte gibt es Bäume, Bauwerke, einen Teich oder einfach Rasen zu finden. Die Auszeichnungen benennen die zahlreichen Preise der Gartenfreunde, mit Punkten für sämtliche Kategorien und Anordnungen.

Im eigenen Spielzug widmet man sich entweder den Grünanlagen oder den Auszeichnungen. Entscheidet man sich für die Grünanlagen, nimmt man sich eine Karte aus dem Nachziehbereich und legt eine seiner Karten in den eigenen Dorfpark. Benachbarte Karten müssen in Blumenart oder Farbe übereinstimmen. Mit nur 9 möglichen Legeplätzen wird das schnell zur grossen Herausforderung. Ein Rasen darf ohne Bedingungen ausgerollt und später überbaut werden – wenn man die Legeregeln befolgt. Kann oder will man eine Grünanlage nicht setzen, legt man sie unter den Stapel. Das ist dann allerdings ein verlorener Spielzug.

Village Green

Bei den Auszeichnungen besteht Legepflicht. Holt man eine, MUSS man sie platzieren. Hier darf man jedoch Karten überdecken. Ziele ändern sich manchmal im Leben, auch in dem eines Gartenplaners. Die Aufgaben für die Auszeichnungen sind vielfältig: Bestimmte Farben oder Blumen sammeln, bestimmte Bäume anpflanzen, Kombinationen setzen. Manche Karten bringen sogar Minuspunkte, wenn man falsche Dinge einplant.

Mit den Grünanlagen kann man sich durchaus mal spielerisch in eine Sackgasse begeben. Dann hilft als Notnagel der Einsatz der Dorfkarte. Man nutzt sie ein Mal in einer Partie und hat zwei zusätzliche Optionen frei: Entweder man tauscht sämtliche Karten in der offenen Auslage aus oder man wählt eine Grünanlage und überdeckt damit ausnahmsweise eine andere. Dadurch löst man verkorkste Situationen wieder auf.

Meist endet eine Partie Village Green, wenn ein Dorfpark mit 9 Grünanlagen gefüllt ist. Ist einer der Nachziehstapel aufgebraucht, läutet man ebenfalls die Schlussrunde ein. In der Endabrechnung bringen das unbenutzte Ortsschild und die Teiche im Park direkte Punkte. Zudem rechnet man die Auszeichnungen waagrecht und senkrecht in allen Reihen und Spalten aus. Auch unvollständige Pärke berechnet man nach den vorhandenen Grünanlagen. Wer die meisten Punkte holt, wird zum Gartengestalter des Jahres.


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Fazit

Village Green ist eine kleine Spielperle. Die Regeln hören sich ganz unscheinbar an und lassen ein schnelles Legespiel vermuten. Doch mit jeder Grünanlage im Park erkennt man, was alles dahinter steckt. Die benachbarten Flächen müssen Gemeinsamkeiten haben und sollen kompatibel zu den Auszeichnungen sein, um möglichst viele Punkte zu bringen. Das ist gar nicht so einfach und man hangelt sich von Möglichkeit zu Möglichkeit. Kaum hat man sich auf eine Idee fixiert, erscheint eine noch bessere Auszeichnung in der Auslage und man mischt die Varianten wieder neu. Zu lange sollte man sich nicht im Park aufhalten, sonst verpasst man den Schlussgang. Ein Park mit Lücken hat oft seine Tücken. Es macht richtig Spass, bei Village Green nach den bestmöglichen Kombinationen zu suchen. Spielt man nicht zu fünft, sind einige Karten zufällig aus dem Spiel und die Welt der Auszeichnungen sieht wieder komplett anders aus. Village Green ist ein tolles Legespiel, das viele Kombinationen offenbart. Eine echte Empfehlung!

Alles über Village Green

Village Green | Autor: Peer Sylvester | Illustrationen: Joanna Rosa | Verlag: Kobold Spieleverlag

Spielerzahl: Kartenspiel für 1 – 5 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Auszeichnungen im Dorfpark
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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