Village – Spielkritik

Bei Village durchlebt man das Dorfleben über mehrere Generationen. Vom eigenen Hof aus werden Familienmitglieder in die weite Welt geschickt oder in höhere Sphären des Dorflebens gehoben. Bei Village spielt das Leben. Und auch der Tod bringt noch Ruhmespunkte.

Auf dem eigenen, kleinen Hofplan regelt man das Leben seiner Familienmitglieder. Dort lagern Einflusssteine, Getreide, Güterplättchen oder Geld. Rund um den Hof verläuft die Lebenszeitleiste. Viele Aktionen bei Village benötigen Zeit. Hat man die Lebenszeitleiste im Spiel einmal umrundet, so stirbt ein Familienmitglied. Und da es bei Village um Ruhmespunkte geht, sollte man sich selbst beim Tod einen Eintrag in die Dorfchronik sichern. Ansonsten bleiben nur die anonymen Gräber.

Gespielt wird vor allem auf einem grossen Spielplan – dem Dorf. Dort werden in jeder Runde an verschiedenen Orten Einflusssteine in 4 Farben zufällig verteilt. In jedem Spielzug nimmt man sich einen dieser Steine und darf die jeweilige Aktion nutzen. Aktionen gibt es viele, häufig sind sie auch voneinander abhängig. Und genau darum geht es bei Village: Mache das Beste aus deinen Möglichkeiten!

In den wählbaren Aktionen spielt sich das gesamte Dorfleben ab. Auf Reisen erweitert man seinen Horizont und erhält wertvolle Ressourcen. Vor der Kirche sichert man sich Familiennachwuchs. Bei der Getreideernte gewinnt man Getreidesäcke, die man auf dem Markt gegen Ruhmespunkte verkaufen kann. Oder man tauscht die Säcke in der Mühle gegen Geld ein. Denn Geld kann als Joker für beliebige Einflusssteine eingesetzt werden. In einem Handwerksbetrieb absolviert man eine Lehre und produziert wertvolle Güter. Die kann man dort aber auch mit Einflusssteinen kaufen. Im Rathaus strebt man nach Macht – und erhält auch wieder Ressourcen. Und das sind noch längst nicht alle Möglichkeiten. In diesem Dorf ist was los!

Unter den Einflusssteinen befinden sich auch schwarze Peststeine. Sie können (oder müssen) manchmal auch für Aktionen genutzt werden, kosten aber sofort 2 Lebenszeiteinheiten. Eine Spielrunde endet, wenn sämtliche Einflusssteine aus dem Dorf geräumt wurden. Am Schluss einer Runde findet immer eine Messe statt. Dabei kann man sich noch Einfluss und Ruhm in der Kirche sichern.

Die Spielfiguren sind mit Nummern von 1-4 versehen. Stirbt ein Familienmitglied so geht es immer der Generationenreihe nach. Jeder Spieler entscheidet innerhalb der Generation selber, welche Figur stirbt. Entscheidend für die Dorfchronik ist, WO die Figur herkommt.

Über Village gäbe es noch einiges zu berichten, aber dieses Dorfleben muss man erkunden. Sämtliche Aktionen sind sehr gut aufeinander abgestimmt – es führen viele Wege aus dem Dorf.

Village endet, wenn entweder die Dorfchronik oder der anonyme Friedhof gefüllt ist. Dann werden die Ruhmespunkte gezählt und der Sieger ermittelt. Punkte holt man sich auf Reisen, im Rathaus, in der Kirche, in der Dorfchronik oder auf dem Markt.

Fazit:
Village ist ein anspruchvolleres Spiel mit ganz vielen Möglichkeiten und vielen Strategien zum Sieg. Was in einer Partie noch gut funktioniert hat, erweist sich in der nächsten als nicht mehr so toll. Bei Village geht es vor allem um das Optimieren der eigenen Möglichkeiten. Dazu muss man sich in jeder Runde wieder neu entscheiden, welche Wege man gehen möchte. Das machen auch die Mitspieler – nicht immer zur eigenen Freude. Der Ablauf funktioniert reibungslos, sogar das Sterben hat bei Village System und kann entscheiden. Das Spielmaterial ist toll, der Spielplan mit sämtlichen Abläufen gut beschriftet. So macht das Dorfleben Spass – immer und immer wieder!

Village | Autoren: Inka und Markus Brand | Verlag: eggertspiele/Pegasus Spiele
Optimierungsspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 60-90 Minuten | Benötigt: Strategisches Durchsetzungvermögen im Dorfleben | Wiederspielreiz: sehr gross

Besten Dank an eggertspiele und Pegasus Spiele für ein Rezensionsexemplar von Village!

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