Virus! – Spielkritik

Die Viren sind los – und das nicht zu knapp. Um sie vom eigenen Körper fernzuhalten, schickt man sie am besten einem Mitspieler. Der springt natürlich nicht vor Freude an die Decke. Falls er überhaupt noch springen kann. Virus! ist ein äusserst gemeines Ärgerspiel.

Virus!

Jeder Spieler spielt mit seinem Körper, und das gleich in doppelter Hinsicht. Natürlich muss man seine Sinne beisammen haben bei diesem Kartenspiel. Zusätzlich arbeitet man auf ein grosses Ziel hin: Vier gesunde Organe sollen sich in der eigenen Auslage befinden, um das Spiel zu gewinnen und das Leben zu geniessen. Mit drei Handkarten beginnt man das Spiel der kurzen Phasen. Erst spielt man genau eine Karte aus oder wirft beliebig viele Karten ab. Danach zieht man Handkarten nach und schon ist der nächste Körper an der Reihe.

Die Karten sorgen für das grosse Durcheinander im Virenzentrum. Gern gesehen sind die Organkarten. Exakt vier unterschiedliche Organe benötigt jeder Spieler am Ende – gesund natürlich. Viren möchte man nicht unbedingt in den eigenen Reihen haben. Deshalb darf man Karten auch bei den Mitspielern deponieren. Viren muss man farblich passend zu den Organen legen. Ein Virus macht zwar krank, beim zweiten Virus ist das Organ jedoch zerstört und man legt die Karten auf den Ablagestapel. Zum Glück gibt es Medikamente. Farblich passend gelegt, entfernen sie Viren, im Doppelpack machen sie einzelne Organe immun.

Virus!

Super-Karten sind wie Joker. Flexibel einsetzbar, farblich unabhängig und nicht weniger gefährlich. Schön, wenn man sie selber besitzt. Doch so richtig Schwung in die Partie bringen die Operationen. Mit einer Transplantation mal schnell zwei Organe tauschen (inklusive Viren), den Organdieb losschicken, bei einer Ansteckung die eigenen Viren auf einen Mitspieler übertragen, die Handkarten der Mitspieler abwerfen oder bei einem Kunstfehler sämtliche Organe mit einem Mitspieler tauschen. Die Fiesheiten kennen keine Grenzen, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt lanciert werden. Der Weg zu einem gesunden Körper kann manchmal echt beschwerlich sein.

Virus!

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Fazit

Virus! ist eine gemeine Sache. Thematisch bewegt man sich als Virenschleuder schon im Graubereich in der heutigen Zeit. Aber Virus! will genau das: Reizen! Das Kartenspiel ist nichts für zarte Gemüter. Hier schnell noch einen Virus nachlegen, dort eine Transplantation vornehmen – alles nur mit dem Ziel, die Mitspieler zu schwächen und sie zu ärgern. Das Spielprinzip erinnert an das erfolgreiche Drecksau. Nur ist das Leben hier kein Bauernhof und die Möglichkeiten bei Virus! sind noch ein wenig vielfältiger. Eine Partie kann ganz unterschiedlich verlaufen. Liegen gerade wenig Ärgerkarten im Stapel, hat sicher ein Spieler seine Organe nach wenigen Minuten beisammen und die Partie endet. Ist der Stapel ausgewogen, kann sich die ärztliche Auseinandersetzung auch ein wenig ziehen. So richtig schön zur Geltung kommt Virus!, wenn man sich nichts gönnt. Also bloss nicht schonen, dann erlebt man ein Wechselbad der Gefühle zwischen Ärger und Freude. Zu zweit ist Virus! leider lasch und nur von der Kartenhand abhängig. Das ist sehr zufällig. Ganz anders in grösseren Runden, wenn die Virenwelle breiter ist.

Alles über Virus!

Virus!| Autoren: D. Cabrero, C. Lopez, S. Santisteban| Illustration: David GJ | Verlag: Game Factory

Spielerzahl: Kartenspiel für 2 bis 6 Personen
Spieldauer: 20 – 30 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Spielerische Härte im Gesundheitswesen
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: muss nicht sein
Beste Spielerzahl: 3-5 Personen
Richtet sich an: Familie

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