Vollpfosten – Spielkritik

Dieses Spiel lässt an Zweideutigkeit ja einiges offen. Der Vollpfosten kann sowohl spielerisch verwertet, aber auch durch eigenes Unvermögen als Titel vergeben werden. Schon nach kurzer Zeit liegt die Bedeutung bei diesem Reaktionsspiel auf der Hand. Oder in der Hand?

Vollpfosten

Die Würfel bestimmen den Schwierigkeitsgrad bei Vollpfosten. Als kleiner Tipp: Bloss nicht zu viel wollen, ruhig starten und wenige Würfel auswählen. Zur Grundausstattung gehört der weisse Würfel. Mit ihm allein lernt man die unterschiedlichen Pfosten des Spiels kennen. Der Spielablauf ist ganz einfach: Erst würfelt man, dann schnappt man sich genau einen Pfosten – hoffentlich den richtigen. Die Holzpfosten sind der heimliche Star des Spiels, gefüllt mit Symbolen, die man gedanklich blitzschnell deutet und ordnet. Denn es gibt gute und schlechte Pfosten. Und hin und wieder auch mal einen Vollpfosten.

Für das Reaktionsspiel gelten die internationalen Fairplay-Regeln. Nur eine Hand, nur ein Pfosten, kein Wechsel. Es soll ohne Notarzt gespielt werden, grössere Wunden sind zu vermeiden. Das klappt meist sehr gut, kleinere Unfälle ausgeschlossen. Doch welchen Pfosten schnappt man sich, wenn man nur ein Mal zugreifen darf? Die Würfel geben die Antwort.

Vollpfosten

Der weisse Würfel lenkt die Suche: Viele Würfelaugen, möglichst lang, viele Beine oder viele Ecken. Die Antworten findet man bei den Symbolbildern der einzelnen Pfosten. Der orange Würfel zeigt, wie man nach den Pfosten schnappt: Mit beiden Handrücken, ein gegenteiliges Ergebnis des weissen Würfels, mit Ring- und kleinem Finger. Der blaue Würfel bringt Bewegung in die Runde. Vor dem Schnappen muss man bestimmte Aktionen durchführen: Klatschen, um den Stuhl laufen, sich um die eigene Achse drehen. Da kann auch ein wenig Musik nicht schaden. Das erledigt der hellblaue Würfel: Krähen wie ein Hahn, bellen wie ein Hund, laut rückwärts zählen. Und für die Dating-Runde liegt der grüne Kontakt-Würfel bei: Dem Nachbarn auf die Schulter klopfen, ein High Five oder mit einem Finger ans Kinn des Mitspielers stupsen (Achtung Fairplay-Regeln).

Vollpfosten

Und wozu das alles? Es geht um wertvolle Sticks unterschiedlicher Länge. Wer irgendeine Vorgabe nicht richtig erfüllt hat, fliegt raus. Die restlichen Spieler überprüfen die Vorgabe. Wer hat das Symbol mit den meisten Beinen? Lange, mittlere und kurze Sticks vergibt man nach der Rangliste an die Erstplatzierten. Sind die langen Sticks alle weg, steht der Sieger fest. Es ist der Spieler mit der längsten Linie seiner gesammelten Sticks.

Vollpfosten kennt zahlreiche Varianten, die durch den Einsatz der Würfel gegeben sind. Man wählt seine gewünschten Aktionen und bestimmt selber, wie weit das Spiel gehen soll. Zudem gibt es zwei blaue und orange Würfel. Damit ist Chaos programmiert. Je nach Teilnehmer reduziert oder erweitert man das Angebot. Es will ja nicht jeder ständig in Kontakt mit den Mitspielern treten.


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Fazit

Vollpfosten ist ein knallhartes Reaktionsspiel. Die Würfel liefern die Vorgaben, die Spieler setzen sie möglichst perfekt um. Natürlich ist der beste Pfosten das Ziel, er ist aber total unnütz, wenn man die vorgängigen Aktionen nicht richtig durchführt. So kommt auch einmal ein Spieler mit dem zweit- oder drittbesten Pfosten zu einem Rundengewinn. Die Anforderungen variieren von leicht bis totaler Hirnverdreher, da man hin und wieder gegenteilige Aufgaben lösen soll. Der grosse Vorteil des Spiels ist es, den Schwierigkeitsgrad den Mitspielern anzupassen. Die Auswahl der Würfel macht es möglich. Und natürlich lebt Vollpfosten von der Geschwindigkeit, von der Schadenfreude, von der Zeit zwischen den Gedanken und dem Zugreifen. Das macht Vollpfosten zu einem wirklich guten Partyspiel für Gruppen, zu einem Lagerspiel für Schulklassen, zu einem lustigen Geburtstagsspiel. Es ist anpassungsfähig, aber immer schnell und hektisch. Das ist in diesem Fall die spielerische Herausforderung.

Alles über Vollpfosten

Vollpfosten| Autor: Antony Proietti| Illustration: Dennis Lohausen | Verlag: Zoch

Spielerzahl: Reaktionsspiel für 3 bis 8 Personen
Spieldauer: 20 Minuten
Altersangabe: ab 7 Jahren
Benötigt: Hochgeschwindigkeitspfosten
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: kein 2er-Spiel
Beste Spielerzahl: ab 4 Spieler
Richtet sich an: Familien

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