Wald der Wunder – Spielkritik

Das Legespiel Wald der Wunder ist in der Märchenwelt angesiedelt. Die Herzkönigin wünscht sich einen Wald nach ihren Vorstellungen. Kein einfaches Unterfangen mit den vielen Formen, den unterschiedlichen Bildkombinationen und den ausgefallenen Wünschen.

Wald der Wunder

Das Puzzlespiel macht auf den ersten Blick einen unscheinbaren Eindruck. Selbst beim Lesen der Regeln meint man, sich auf bekannten Pfaden zu bewegen. In der ersten Partie erkennt man, dass zwar ein einfacher Spielablauf dominiert, ein erfolgreiches Spiel aber noch von anderen Entscheidungen abhängt. Jeder Spieler startet mit einem Waldtableau, das im unteren Teil die Wertung zeigt und oben die Fläche für die Waldteile. In 6 wunderschönen Beuteln sind die Legeplättchen untergebracht. Die Formen erinnern allesamt an Tetris, doch die Legeteile sind beidseitig bedruckt und können gedreht und gewendet werden. In einem Beutel gibt es nur einzelne Quadrate, die Bonusplättchen. Sie stehen nur als Belohnung zur Verfügung.

Der Spielablauf bei Wald der Wunder besteht nur aus „Plättchen wählen“ und „Plättchen in den eigenen Wald puzzeln“. Zu Beginn wählt der Startspieler einen der 5 möglichen Formen-Beutel und zieht ein Plättchen mehr als die Spielerzahl. Diese Waldteile legt er auf das Sammeltableau. Nun wählen alle Spieler reihum ihr gewünschtes Plättchen und legen es in ihren Wald. In den weiteren Runden zieht ein nächster Spieler neue Plättchen. Den Beutel wählt er wieder selber, doch ab jetzt kommen nur noch genauso viele Plättchen wie die Spieleranzahl aus dem Beutel. Es bleibt trotzdem immer exakt ein Plättchen auf dem Sammeltableau übrig, das in die nächste Runde geht.

Wald der Wunder

Der Knackpunkt von Wald der Wunder liegt beim Puzzeln. Die einzelnen Formen sind in kleine Quadrate eingeteilt, auf denen in beliebiger Anordnung Symbole zu finden sind: Schachfiguren, Pilze, Rosen, Bäume oder Spielkarten. Die Herzkönigin hat für jedes Symbol eine bestimmte Position vorgesehen. Schachfiguren sollen auf Schachfeldern platziert werden, Bäume in Zeilen mit möglichst grossen Abständen, Pilze in Spalten und Rosen in grossen Büschen. Für jeden erfüllten Wunsch gibt es am Ende Punkte.

Platziert man zwei Spielkarten-Symbole aneinander, erhält man ein 1er-Bonusplättchen, das man am Ende des Spiels auf einen freien Platz legt. Das ist nötig, denn freie Legeplätze bringen Minuspunkte, nicht platzierbare Bonusplättchen ebenfalls. Man sollte also nicht zu viele Einzelplättchen sammeln, wenn der Wald sich sehr gut füllt.

Wald der Wunder

Das gute, alte Tetris-Gefühl ist bei Wald der Wunder gefragt. Wie platziert man die bekannten Symbole möglichst platzsparend, aber lukrativ? Die Wahl der nächsten Form ist wichtig und kann die Mitspieler schön auflaufen lassen. Man ist zwar frei, wohin man seine Plättchen legt. Gibt es allerdings noch einen freien Platz, muss man ihn auch nutzen.

Eine Partie endet, sobald jemand sein Plättchen nicht mehr legen kann. Die Runde wird noch gespielt, als Ersatz muss allenfalls ein Bonusplättchen in den Wald. Das geht meistens noch. Nach dem Legen aller gesammelten Bonusplättchen startet die Wertung. Auf einem kleinen Block notiert man die Punkte aller Symbole und die Minuspunkte für Lücken oder übrige Bonusplättchen.

Wald der Wunder liefert auf den Rückseiten der Waldtableaus und der Wertung eine B-Seite. Die Landschaften und Wertungen kann man beliebig kombinieren und hat so insgesamt vier Spielmöglichkeiten zur Verfügung.


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Fazit

Wald der Wunder ist ein klassisches Legespiel. Das märchenhafte Thema im Universum von Alice im Wunderland täuscht ein wenig über den Inhalt hinweg. Hier puzzelt man mit den Tetris-Teilen, was anfangs ziemlich einfach aussieht und keine Probleme macht. Doch schon bald ist die Auswahl des nächsten Formen-Beutels zentral. Welche Teile passen noch aufs eigene Tableau? Als aktiver Spieler besitzt man eine grössere Auswahl, wie wenn man als letzter zugreifen muss. Plötzlich werden Kleinigkeiten wichtig und Wald der Wunder offenbart eine grössere Spieltiefe als zuerst vermutet. So grübelt man schon bald über den Tableaus und sucht die besten Positionen für die Formen in der Auswahl. Bei den Wertungen gibt es einiges zu beachten, oft geht man Kompromisse ein, um zu punkten. Neben den vier Symbolwertungen achtet man auf wenige Lücken und positioniert die Schachfiguren. Die B-Wertung bringt sogar Minuspunkte, wenn man einzelne Aufgaben ungenügend erfüllt. Trotz allem bleiben am Ende viele Punkte in der Wertung. Wald der Wunder überrascht auf den zweiten Blick und ist gute, herausfordernde Unterhaltung für Freunde von puzzeligen Legespielen.

Alles über Wald der Wunder

Wald der Wunder | Autor: Ikhwan Kwan | Illustrationen: Eugenia Smolenceva | Verlag: Schmidt

Spielerzahl: Legespiel für 1 – 4 Personen
Spieldauer: 25 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Den Puzzle-Blick im Raster
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 1 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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