Wanderlust – Spielkritik

Das Sommercamp lockt mit seinen unzähligen Angeboten. Bei den unterschiedlichen Freizeitbeschäftigungen kämpfen wir um Abzeichen. So wählen wir bei Wanderlust unseren Vorlieben entsprechend die Abenteuer-Decks aus und geniessen den Sommer.

Wanderlust

Wanderlust mischt die Mechanismen von Wettlauf und Deckbuilding. Den Motor für den Wettlauf bilden die Karten, die man im Laufe der Partie stetig ergänzt. So versucht man seine Karten zu optimieren und die Effekte möglichst optimal zu nutzen. Die Laufstrecke bildet man mit 3 Pfaden, wovon jeder Pfad für ein Abenteuer steht. Die Wandersleute kommen an den Start von jedem Pfad. Jedes Abenteuer besitzt ein eigenes Kartendeck, das man neben dem dazugehörigen Pfad auslegt. Je zwei Karten bilden eine offene Auslage. Immer mit im Spiel ist das Basis-Deck. Snack, Wanderkarte und Wecker bilden obligatorische Stapel in jeder Partie. Die Starthand stellt man aus 7 Licht-aus-Karten und 3 „Gehe 1“-Karten zusammen. Mit insgesamt 10 Karten startet man also ins Abenteuer. Um nicht gleich in den ersten Hungerast zu laufen bei Wanderlust, schnappen sich alle noch einen Energie-Riegel-Chip.

Auf dem eigenen Tableau liegen der persönliche Nachziehstapel, bis zu 6 Energie-Riegel-Chips und der persönliche Ablagestapel. In der ersten Runde nimmt man eine vorgegebene Anzahl an Karten auf die Hand, um den Startbonus zu verwischen, danach sind es immer 5 Handkarten.

Wanderlust

Der Reihe nach geht es danach zur Wanderlust. Im eigenen Spielzug darf man nach belieben Karten ausspielen oder neue Karten kaufen, solange man noch welche auf der Hand hat.
Viele Karten besitzen eine Aktion. So erlauben einige Karten eine Bewegung auf einem Abenteuerpfad. Dadurch schreiten die Spielfiguren voran und können allenfalls auf dem Weg Effekte nutzen. Jede Karte lässt sich aber auch als Energie einsetzen. Die kennen wir schon von den Energie-Riegel-Chips. Mit der passenden Anzahl an Energie kauft man sich neue Karten aus der offenen Auslage. Neue Karten kommen immer zuerst auf den Ablagestapel, bevor sie zu einem späteren Zeitpunkt das Kartendeck verbessern und in den Handkarten wieder auftauchen. Ist man mit dem aktuellen Kartenangebot nicht zufrieden, darf man gegen 1 Energie-Riegel die Karten eines Abenteuer-Decks austauschen. Eine wichtige Möglichkeit, gerade gegen Ende der Partie.

Nach dem eigenen Spielzug füllt man die Auslage wieder auf, wenn es leere Kartenplätze gibt. Überschreitet eine Spielfigur eine Brücke auf ihrem Pfad, nimmt man sich ein Abzeichen. Sie sind am Ende Punkte wert.
Ist ein Nachziehstapel leer gespielt, mischt man den Ablagestapel durch. Nun sind hoffentlich auch neu gekaufte Karten im Spiel.

Wanderlust

Erreicht jemand mit allen Abenteurern die letzte Brücke, endet das Spiel nach Ablauf der Runde. Punkte sind das eigentliche Ziel von Wanderlust. Und diese Punkte holt man sich für die Abzeichen, die man sammelt oder Erfahrungspunkte auf allen Karten. Zudem erhält eine Spielfigur ein paar Punkte, wenn sie das Ziel ihres Abenteuers noch nicht erreicht hat. Wer die meisten Erfahrungspunkte sammelt, gewinnt.

Mit den unterschiedlichen Abenteuer-Decks lässt sich Wanderlust fast beliebig kombinieren. Mit frischen Aktionen gibt es jedes Mal ein leicht verändertes Spielgefühl, obwohl der grobe Ablauf gleich bleibt.


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Fazit zu Wanderlust

Die Wanderlust wird eindeutig über die Karten gesteigert. Wer es schafft, seine Handkarten richtig einzusetzen und gezielte Erweiterungen einkauft, der wird mit seinen Wandersleuten schnell vorankommen. Das Nachziehen von Handkarten ist nicht neu. Schon Wettlauf nach El Dorado hat das perfekt gelöst. Das macht auch bei Wanderlust wieder Spass. Doch Wanderlust spielt sich gradliniger und das Spiel konzentriert sich mehr auf die Karten und weniger auf den Weg. Mit den unterschiedlichen Kartendecks verändert man die Aktionen, behält aber das ursprüngliche Grundgerüst des Spiels bei. So kann man sich seine Lieblingsdecks suchen. Kleine Glücksmomente besitzt das Spiel beim Nachziehen der Handkarten. Hier kann man wenigstens behaupten, selber für das Mischen der Karten und ihre Reihenfolge verantwortlich zu sein. Wanderlust spielt sich flott und nimmt mit jeder zusätzlichen Karte Fahrt auf. Trotzdem muss man eine optimal Mischung finden aus Kartenkauf und Vorwärtskommen auf dem Spielfeld. Zu viele Karten bremsen nämlich die eigentliche Wanderung. Der Spielablauf ist sehr eingänglich, die einzelnen Aktionen überschaubar. Als Einstiegsspiel in dieses Genre bietet Wanderlust Familien eine sommerlich schöne Möglichkeit.

Fakten zu Wanderlust

Autor: Phil Walker-Harding | Illustrationen: Adam Grason | Verlag: Game Factory

Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Spieldauer: ca. 45 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Passende Wander-Booster
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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