Wettlauf nach El Dorado – Spielkritik

Tief im Dschungel liegt das goldene Land verborgen. Die Schatzsucher sind auf das grosse Abenteuer vorbereitet. Der Weg führt zum Ziel und zum Reichtum, wenn man ihn gewinnt – den Wettlauf nach El Dorado.

Der Spielplan ist äusserst flexibel. Mit den sechseckigen Lauffeldern lassen sich Vorlagen nach unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden legen, aber auch eigene Varianten sind möglich. Was man auch wählt, es entsteht eine abenteuerliche Laufstrecke durch den Dschungel aus verschiedenen Landschaftsteilen. Auf ihnen bewegt man die Spielfiguren vorwärts. Einzig das Gebirge darf nie betreten und überschritten werden.
Jeder Spieler startet mit den exakt gleichen Handkarten. Immer vier von ihnen hält man in der Hand. Sind die Karten einmal gespielt, legt man sie auf den Ablagestapel. Sind sämtliche Karten durch, mischt man den Stapel neu und alle Karten kommen wieder ins Spiel. Die Karten erscheinen natürlich zufällig auf der Hand, es lässt sich aber doch abschätzen, welche Karten noch im Stapel liegen und demnächst erscheinen.

Die Handkarten können auf zwei Arten genutzt werden: Entweder man bewegt mit ihnen die eigene Spielfigur vorwärts. Oder man kauft sich zusätzliche Karten vom Markt und verbessert das eigene Kartendeck. Will man einen Schritt Richtung El Dorado rücken, bezahlt man in Form von Macheten, Geld oder Paddel auf seinen Karten. Manchmal darf man ganz einfach beliebige Karten abwerfen, um vorwärts zu kommen. Der Wert ist auf jedem einzelnen Feld angegeben und muss mit einer Karte erreicht werden. Mit einer hohen Handkarte marschiert man sogar mehrere Felder, wenn die Summe stimmt. Das Spielfeld verlangt von den Spielern einiges ab. Da gibt es Verengungen, grosse Wasserfelder oder Wüsten, die nur mit Geld zu überwinden sind. Wer den Spielplan lesen kann, ist klar im Vorteil. Denn Wettlauf nach El Dorado spielt mit einem weiteren Kniff: Ein Feld gilt als gesperrt, wenn sich eine Spielfigur darauf befindet. Es darf nicht übersprungen werden. So kämpft man neben einem guten Kartenmanagement auch noch gegen Engpässe im Dschungel.
Schnelle Abenteurer müssen sich neue Dschungelabschnitte verdienen. Immer wieder stehen Blockaden im Weg, die nur der erste Spieler aus dem Weg räumen muss. Lohnt sich das, oder wartet man doch noch ein wenig ab?

Keine Bewegung bedeutet nicht Stillstand. In so einem Fall hilft eine Frischzellenkur. Mit Geldkarten kauft man auf dem Markt Verstärkung ein. Ob höhere Kartenwerte, ein Ureinwohner oder eine Schatztruhe – mit gekauften Karten verschafft man sich Vorteile im späteren Spielverlauf. Man mischt neue Karten in den Ablagestapel, sie werden also schon bald im Spiel erscheinen. Einzelne Karten sind allerdings nur einmal brauchbar.

Kennt man sich im Dschungel ein wenig aus, wechselt man zur Experten-Variante. Besucht man eine Höhle auf dem Weg nach El Dorado, nimmt man sich ein Höhlenplättchen. Es winken weitere Spielvorteile, die mal grösser, mal kleiner sind. Die Plättchen kann man irgendwann in seinem Spielzug einsetzen.

In jeder Variante gilt: Wer sein El Dorado zuerst erreicht, hat das Abenteuer bestanden und gewinnt.

Fazit

Wettlauf nach El Dorado ist ein spannendes Wettrennen. Die eigenen Karten erscheinen zwar zufällig, den Inhalt des eigenen Stapels beeinflusst man aber mit zunehmender Spieldauer durch den Zukauf neuer Karten. Es ist ganz klar von Vorteil, wenn man den Spielplan lesen kann. Es gibt Engpässe, an denen man ausgebremst wird, wenn man nicht schnell genug dort ist. Manchmal kann sich auch ein Umweg lohnen. Je eher man die Lücken auf dem Spielplan sieht, desto schneller kommt man im Dschungel voran. Auf dem Markt sollte man natürlich auch zuschlagen, jedoch ohne die eigene Kartenhand vollzustopfen. Spielt man zu viert, heisst es noch einmal aufpassen: Jede Karte auf dem Markt gibt es nur drei Mal. Wettlauf nach El Dorado ist ein sehr interessantes Spiel. Durch den flexiblen Spielaufbau, die Konkurrenz im Dschungel und auf dem Markt ergeben sich immer neue Konstellationen, auf die man mit den eigenen Karten reagieren muss. Mal ärgert man sich, mal passen die Karten optimal – der Weg nach El Dorado ist lang, die Bedingungen ändern sich, die Spannung bleibt.

Wettlauf nach El Dorado | Autor: Reiner Knizia | Verlag: Ravensburger
Brettspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 60 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Die besten Karten nach El Dorado | Wiederspielreiz: sehr gross 

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Pflichtfelder sind mit * markiert.