Wiener Walzer – Spielkritik

Österreich lädt zum Ball, der Saal steht bereit. Es wartet das Buffet und der Tanz im Dreivierteltakt. Es ist Zeit für Wiener Walzer.

Die Grösse des Ballsaales passt sich den teilnehmenden Nationen und damit der Anzahl der Spieler an. Einige neutrale Gäste warten bereits auf der Tanzfläche. Vom Buffet liegen jede Menge Häppchen auf Tellern für die Tänzerinnen und Tänzer bereit. Jeder Spieler schnappt sich die Gäste einer Nation, mischt sie und legt sie auf einen verdeckten Stapel vor sich aus.
Wiener Walzer ist eine Legespiel, bei dem man zwei Aufgaben zu erledigen hat: Der Sturm aufs Buffet soll möglichst ausgewogen ausfallen. Und die Tanzpartner sollen möglichst gut sein. Beides bringt am Ende viele Punkte ein. Nun entscheidet man selber, welcher Aufgabe man sich gerade widmen will.

Die Gäste der eigenen Nation sind männlich oder weiblich und verfügen über unterschiedliche Tanzkenntnisse, die mit Punkten von 0 bis 5 festgelegt sind. In einem Spielzug setzt man das oberste Gäste-Kärtchen seines Stapels irgendwo in den Ballsaal. Gleichzeitig nimmt man den dort liegenden Teller mit den Buffet-Häppchen zu sich in die eigene Sammlung.
Ist durch das Setzen einer der Gäste von allen Seiten eingeschlossen worden, muss er das Tanzbein schwingen. Der Etikette folgend gibt es natürlich einige Regeln: Männlein darf nur mit Weiblein tanzen. Zudem sucht sich der eingeschlossene Gast den jeweils besten Tanzpartner in seiner Umgebung aus.

Die Punkte der beiden Tänzer addiert man und notiert sie den am Tänzchen beteiligten Nationen. Natürlich kann man auch unter sich bleiben und einen Tanzpartner unter seinesgleichen finden. So bleiben die Punkte im eigenen Land.
Der Reihe nach füllt sich der Ballsaal. Es wird getanzt, wenn die Kombinationen stimmen. Ist der letzte Gast eingetroffen, endet der Wiener Walzer. Die Punkte für die Tänze sind bereits notiert. Es folgt noch der Gaumenschmaus. 5 unterschiedliche Genussmittel gibt es am Buffet. Für jedes Set aller Gegenstände erhält man am Ende 5 Punkte – und diese Werte sollte man nicht vernachlässigen. Champagner wird zudem als Joker eingesetzt, wenn vorhanden.

Als Variante gibt es noch Ereigniskarten, die man zieht, wenn ein Tanzpartner mit dem Wert 0 gesetzt wird. Die Ereignisse bewegen sich im Bereich des Austausches. Plättchen tauschen, Tanzpartner tauschen – das sorgt für Verwirrung und lässt so manche Pläne durchkreuzen.

Fazit

Wiener Walzer ist ein einfaches Legespiel, bei dem man immer auf zwei Hochzeiten tanzt. Schon zu Beginn liegen die Plättchen des Buffets aus. Man sieht sofort, welche Genüsse eher rar sind. Es lohnt sich, um diese Gegenstände zu kämpfen, die Set-Punkte am Ende sind nicht zu verachten und haben schon manchen Tanz entschieden. Auch die Tanzpartner sollte man sich sorgfältig aussuchen. Punkte sind zwar wichtig, aber nicht für jede Nation. Das Spiel zu zweit ist daher eher langweilig zu spielen. Ab 3 Spielern verteilen sich die Aktionen und Tanzpartner aber richtig schön. So lassen sich gute Tänzer auch einmal abschirmen, wenn sie nur von anderen Männern umringt sind. Es gibt tatsächlich Möglichkeiten, die anderen Nationen zu bremsen. Trotzdem ist der Glücksfaktor nicht zu unterschätzen. Die Reihenfolge der Gäste-Karten oder die Ereigniskarten erscheinen zufällig im Spiel. Sie können eventuell gar nicht mehr genutzt werden, wenn man sie erst spät zieht. Die Gäste besitzen witzige Namen, die Atmosphäre stimmt. Einem kurzen Tänzchen im Kreise der Familie steht nichts im Wege.

Wiener Walzer | Autor: Reiner Knizia | Verlag: Piatnik
Legespiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 20-30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Ein gepflegtes Tänzchen mit gefülltem Bauch | Wiederspielreiz: gross

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