Wolfpack – Spielkritik

Der neue Verlag Game Division aus der Schweiz wagt sich mit einem Kartenspiel auf den Spielemarkt. In Wolfpack geht es ziemlich fies zu und her. Das eigene Wolfsrudel soll möglichst viele Schafe oder fremde Wölfe reissen. Kuscheln ist später wieder angesagt.

Wolfpack

Das schlichte, aber klare Design auf den Spielkarten fällt auf. Da gibt es Wölfe, viele Schafe und einige Aktionskarten. Die Wölfe in den Spielerfarben sind eindeutig erkennbar, die Schafe sind neutral gehalten, leben aber trotzdem gefährlich. Für eine Partie schnappt sich jeder Spieler seine 10 Wolfskarten in der gewünschten Farbe. Zusammen mit 28 Schafkarten pro Spieler mischt man sämtliche Karten gut durch und legt 6 ausgeglichene Kartenstapel kreisförmig in die Tischmitte. Die Aktionskarten bilden einen eigenen Stapel im Zentrum. An einer Rudelkarte ist die Farbe der Spieler jederzeit gut erkennbar. Nun ziehen die Spieler je 3 Karten von 1 bis 3 Stapeln. Mit dieser Starthand geht es los. Die Handkarten hält man immer verborgen vor den anderen Wölfen, äh Mitspielern.

Gespielt wird Wolfpack reihum. Jeder Spieler macht einen der folgenden Spielzüge:
Man zieht eine normale Spielkarte auf seine Kartenhand. Das bringt neue Schafe oder Wolfskarten. Oder man zieht eine Aktionskarte, die man auf die Hand nimmt oder sofort einsetzt. Nur mit den Aktionskarten bringt man Schwung in die Spielrunde. Aber Achtung: Es dürfen sich höchstens 2 Aktionskarten auf der Kartenhand befinden. Daher kann man in seinem Spielzug auch einfach eine Aktionskarte spielen und ausführen. Als letzte Möglichkeit tauscht man 2 Aktionskarten gegen eine neue, die man aber nicht sofort einsetzen darf.

Wolfpack

Wolfpack ist ein Kartensammelspiel. Am Ende sollen möglichst viele Schafe und fremde Wölfe im eigenen Besitz sein. Das erreicht man mit den 4 Aktionskarten. Je 14 Mal ist jede Karte im Spiel. Genug, um dem Sammeltrieb nachzugehen oder seine Mitspieler mächtig zu ärgern.

Mit der Aktionskarte „Schaf“ legt man sämtliche Schafe aus seiner Hand ab. Das geht allerdings nur, wenn man mehr eigene Wölfe als fremde besitzt. Mit der Aktionskarte „Wolf“ bereinigt man die eigene Kartenhand von fremden Wölfen. Schafe und Wölfe legt man offen vor sich aus. Sie sind am Ende Punkte wert. Mit der Aktion „Karte stehlen“ zieht man bei jedem Mitspieler eine Karte. Bei „Karte tauschen“ geben alle ihre Karten nach links oder rechts weiter.

Wolfpack

Es beginnt ein Sammeln und Ärgern, bei dem man so lange mitspielt, bis die zehnte eigene Wolfskarte aus dem Spiel ist. Dann scheidet man aus der Partie aus, die Handkarten behält man aber noch. Ist die letzte Spielkarte vom Tisch, endet das Spiel für alle. Es beginnt die Verteilung der übriggebliebenen Handkarten. Alle Schafe erhält der Spieler, von dem man die meisten Wölfe in der Hand hält. Bei einem Gleichstand verteilt man die Beute an die entsprechenden Spieler. Übrige Wolfs- und Aktionskarten kommen aus dem Spiel.

Nun geht es ans Zählen: Jedes Schaf bringt einen Punkt, jeder fremde Wolf 3 Punkte. Wer die meisten Punkte erreicht, gewinnt.


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Fazit

Eine auffällige Spielschachtel, ein spezielles Design – das erste Kartenspiel von Game Division sticht ins Auge. Zu Beginn vermutet man hinter Wolfpack ein nettes Kartensammelspiel, doch schon nach den ersten Spielzügen wird klar: Nett? Das ist es nicht! Wolfpack bietet kaum Luft, seine eigenen Möglichkeiten lange vorzubereiten. Zwar erkennt man schnell, was mit der aktuellen Kartenhand machbar wäre. Im nächsten Moment stiehlt jemand wichtige Karten oder die ganze Kartenhand verabschiedet sich nach links oder rechts. Umso mehr freut man sich, wenn man einige Schäfchen ins Trockene bringt oder gar fremde Wölfe eliminiert. Wolfpack ist ein sehr glückslastiges Sammelspiel. Unberechenbar durch die Aktionen der Mitspieler und durch das Ziehen der eigenen Karten auf die Hand. So kommt ein Kartentausch auch mal ganz gelegen und verbessert die eigene Situation urplötzlich. Auf seine eigenen Wölfe muss man immer ein Auge werfen. Sie sind wie 10 Leben, die man im Spiel besitzt. Sind sie raus, hat man vorläufig ausgespielt, deswegen aber noch lange nicht verloren. Bei Wolfpack geht es turbulent, gemein und mit viel Glück ans Werk. Wer gerne flexible Spiele ohne grosse Vorausplanung mag, kann sich ruhig unters Rudel mischen.

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Alles über Wolfpack

Wolfpack | Autor: Tobias Angelo Kaufmann | Illustrationen: Erich Brechbühl | Verlag: Game Division

Spielerzahl: Kartenspiel für 2 – 5 Personen
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Schafe und Wölfe
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: ab 3 Personen
Richtet sich an: Familie

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