Woods of Tarnaris – Spielkritik

Wir tauchen ab in die Wälder von Tarnaris, dort liegt Luslaria, das Reich der Elfen. Dort, wo die Natur noch mit sich im Reinen ist, findet man Pflanzen, Tiere und Fabelwesen. Man muss sich nur noch merken, wo man sie zuletzt gesehen hat bei Woods of Tarnaris. Das Spiel ist erschienen beim noch jungen Verlag Adellos.

Woods of Tarnaris

Jeder Spieler erhält ein Kartenset mit denselben 20 Karten, wundervoll illustriert, in diesen Wäldern würde man sich tatsächlich gerne bewegen. Doch ein wenig Ordnung schadet eben nie. Daher mischt man seine Karten und legt 10 kleine Stapel à 2 Karten vor sich aus. Schon beginnt die erste Erkundungstour von Woods of Tarnaris. Wer seine Karten als Erster weggespielt hat, gewinnt das Spiel.

Gespielt wird reihum, ausser ein Sonderzug greift allenfalls ins Spiel ein. Doch gehen wir erst vom eher geruhsamen Grundspiel aus. Nur in der ersten Runde darf sich jeder Spieler zwei seiner Mini-Stapel ansehen. Die Karten tragen Werte von 1 bis 10. Deckt man eine 1 auf, legt man die Karte in die Mitte des Tisches und eröffnet einen allgemeinen Kartenstapel. Dort darf jeder seine Karten stapeln, schön aufsteigend, der Reihe nach. Alle weiteren Zahlenwerte, die man zu Gesicht bekommt, merkt man sich gut. Es ist erlaubt, den Kartenplatz im Mini-Stapel zu verändern, bevor man seine Karten wieder verdeckt zurück legt.
Ab Runde zwei deckt man noch einen beliebigen Stapel auf, sieht sich die Karten geheim an und legt nach Möglichkeit eine Karte passend in die Tischmitte.

Woods of Tarnaris

Nun sind bei Woods of Tarnaris Sonderzüge erlaubt. Mit einem lauten „Ich weiss es! Ich weiss es!“ legt man jederzeit eine passende Karte auf einen Stapel in der Mitte. Benötigt ein Stapel beispielsweise eine 5, darf man eine eigene 5 verdeckt ablegen. So können sich auch Kettenreaktionen ergeben, wenn die Mitspieler auch noch eine 6 und eine 7 legen möchten. Vorausgesetzt, sie wissen, an welcher Stelle sich eine befindet in ihren Stapeln.

Behauptungen sind ja schön, Kontrolle ist noch besser. Hat sich das Geschehen wieder beruhigt, sieht man sich die Karten an. Passt die abgelegte Zahl, ist alles ok. Ist die Karte falsch, muss man sie zurück nehmen und erhält von einem Mitspieler eine zusätzliche Strafkarte aufgebrummt.

Woods of Tarnaris

Für zusätzliche Unruhe sorgen die Spezialkarten mit den Zahlen 3, 5, 7 und 10. Deren Funktionen muss man beim Legen sofort ausführen. Die Aktionen „Eine Karte abgeben“ oder „Einen Kartenplatz mit einem Mitspieler tauschen“ wirken sich meist persönlich vorteilhaft aus. „Vier Karten eines Mitspielers mischen“ ärgert die Mitstreiter ganz schön. Dafür dürfen sich alle Spieler bei „Schau nach“ eine ihrer Karten kurz ansehen.

So lernt man im Laufe einer Partie seine Karten kennen, platziert sie rechtzeitig auf passenden Stapeln und spielt sie weg. Wer wird seine Karten zuerst los?


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Fazit

Woods of Tarnaris ist eine Mischung aus bekannten Spielelementen. Da findet man ein wenig Memory, mischt eine Prise Ligretto dazu und erhält ein Karten-Ablege-Spiel mit unterschiedlichen Gesichtern. Es gibt die ruhigen Momente beim Einprägen der Kartenpositionen, die ganz plötzlich von hektischen Momenten mit Zwischenrufen und schnellem Legen der Karten abgelöst werden. Die wenigen Spezialfunktionen wirbeln die Pläne der Spieler kurzfristig durcheinander, bevor man sich für den Endspurt vorbereitet. Durch das zufällige Liegen der Karten spielt das Glück auch eine kleine Rolle. Eine Partie, bei der frühzeitig viele Kartenstapel offen liegen, spielt sich einfacher, als eine mit wenigen Legemöglichkeiten. Die Illustration der Karten ist wunderschön, wenn auch das Thema während des Spiels wenig durchdringt. Die Altersangabe würde ich ein wenig höher ansetzen. Ab 6 Jahren ist Woods of Tarnaris aber gut spielbar. Dieses schnelle Memory ist mit den wenigen, einfachen Spielelementen echt gut gelungen.

Alles über Woods of Tarnaris

Woods of Tarnaris | Autor: Jörg Keller | Illustration: Daniel Klaus | Verlag: Adellos

Spielerzahl: Kartenspiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: ca. 10 Minuten
Altersangabe: ab 4 Jahren (brettspielblog.ch: ab 6 Jahren)
Benötigt: Reaktion beim Memory
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: 3-4 Personen
Richtet sich an: Kinder, Familie

Ein Kommentar

  1. Ne Art Memoryligretto . Jedenfalls wirkt es auf den ersten Blick so.
    Was ich natürlich noch lobend erwähnen möchte, ist das Design der Karten. Echt schön illustriert.

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