Yokai – Spielkritik

Die japanischen Fabelwesen sind ganz schön durcheinander geraten. Das kriegen wir doch hin. Gemeinsam ordnen wir die Yokai passend nach Farben – ohne allerdings miteinander zu sprechen. Klingt leicht, ist es aber nicht!

Yokai

In vier Farben gibt es die Yokai: rote Kitsune, grüne Kappa, violette Rokurokubi und blaue Oni. Müsste man sich lediglich die Namen der Fabelwesen merken, wäre das schnell erledigt. Doch das Spiel läuft anders und ist eine Mischung aus Memory und Schiebepuzzle. Nur arbeitet man hier gemeinsam an der Aufgabe. Hinweise gibt man sich nur auf dem Spielfeld. Erst einmal verteilt man die 16 Yokai-Karten verdeckt und zufällig in einem 4×4-Raster auf dem Tisch. Einen Stapel mit Hinweiskarten legt man ebenfalls bereit. Der Inhalt des Stapels passt sich der Spielerzahl an, zudem sind in jeder Partier unterschiedliche Karten darin zu finden.

Am Ende einer Partie sollen die Yokai-Karten nach Farben getrennt ausliegen. Doch bis dahin gibt es noch einiges zu tun. Ein Spielzug verläuft folgendermassen: Ein Spieler sieht sich geheim zwei beliebige Karten an, danach verschiebt er eine beliebige Karte an einen anderen Platz. Und schliesslich deckt er eine neue Hinweiskarte auf oder platziert eine auf einer Yokai-Karte.

Yokai

Beim Ansehen der Karten lernt man die verdeckte Auslage kennen. Das Verschieben einer Karte kann bereits Aufschlüsse über die eben angesehenen Karten geben. Die Auslage darf dabei nie geteilt werden. Die ganze Kartengruppe muss seitlich immer irgendwo anliegend bleiben.

Da man nicht über Farben und Positionen kommunizieren darf, erhalten die Hinweiskarten eine wichtige Rolle. Sie sind mit einer, zwei oder drei Spielfarben gefüllt. Platziert man eine Hinweiskarte auf einer Yokai-Karte, so sperrt man sie. Dafür erhält man eben einen Hinweis auf die Farbe der darunter liegenden Karte. Ein einfarbiger Hinweis ist deutlich und aussagekräftiger als ein dreifarbiger. Trotzdem schafft man so Ordnung auf dem Tisch… wenn die Aussage stimmt.

Yokai

Yokai kann auf zwei Arten enden. Wenn ein Spieler findet, dass das Werk vollbracht ist, stoppt er die Partie und führt keine Aktionen mehr durch.
Sonst sorgen die Hinweiskarten für ein Ende. Sind alle aufgedeckt und platziert, findet ebenfalls eine Kontrolle statt.

Um das Spiel zu gewinnen, muss die Gruppenordnung hergestellt sein. Ist das nicht der Fall, hat man die Herausforderung verloren.
Bei einem Sieg erhält man Punkte für die Hinweiskarten. 1 Punkt für korrekt ausgelegte Karten, -1 für falsche. 2 Punkte für aufgedeckte, aber nicht platzierte Karten, 5 Punkte für nicht aufgedeckte. Man könnte also sagen: Je eher man die Yokai geordnet hat, desto besser.

Selbst nach einem gewonnenen Spiel, wird Yokai nicht langweilig. Denn nach dem Basisspiel geht es erst richtig los. Mit unterschiedlichen Niveaus arbeitet man mit vorgegebenen Nachbarfarben, verdeckten Hinweiskarten oder auch Zielkarten, die eine Zielform für die Yokai-Karten vorgeben. Man sollte sich nicht verrückt machen lassen. Bei Yokai steigt das Niveau langsam, aber es steigt.


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Fazit

Yokai fordert die Spieler ganz schön heraus. Obwohl wir mit einer übersichtlichen Anzahl Karten spielen, nur drei Aktionen ausführen und einander Hinweise geben, die Aufgabe ist sehr knackig. Nach den ersten Partien merkt man bereits, dass die Hinweise nicht nur auf den Hinweiskarten liegen. Es ist entscheidend, welche Karten man sich ansieht und welche Karte man anschliessend verschiebt. Gleichfarbige Karten wird man kaum trennen. Mit den Hinweiskarten hilft man zwar weiter, doch nicht immer konkret, denn zwei- oder dreifarbige Hinweise lassen einen Spielraum offen. Yokai ist Memory, das keinen Fehler verzeiht, gezieltes Verschieben mit Aussage oder ganz einfach: Hier spielt das Hirn mit! So unscheinbar das Spiel aussieht, so viel steckt spielerisch drin. Allein die Basisaufgabe fordert den Spielern einiges ab, mit den Niveau-Aufgaben krönt man sich zum Perfektionisten des Spiels. Liebhaber von kniffligen Rätselaufgaben mit Memory-Effekt sind bei Yokai richtig. Mehr als zwei, drei Partien hintereinander empfehle ich allerdings nicht, dann geraten die Farben und Positionen im Hirn erst recht durcheinander.

Alles über Yokai

Yokai | Autor: Julien Griffon | Illustration: Christine Alcouffe | Verlag: Game Factory

Spielerzahl: Kartenspiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Farbiges Gruppendenken
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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