Nulli – Spielkritik

Ein Notizblock, ein oder zwei Würfel, ein Stift – mehr benötigt man nicht für eine Partie Nulli. Das lockere Roll & Write-Spiel ist mit seiner Schlichtheit eine richtige Überraschung. Einfache Regeln kombiniert mit grossem Spielspass beim optimalen Verbinden der Punkte.

Nulli

Mittlerweile gibt es Nulli schon in sechs Versionen. Um sie zu unterscheiden sind sie durchnummeriert. Es beginnt mit der Version 0.0 und zieht sich bis zur Version 5.0 weiter. In jedem Block erwarten uns neue Aufgaben. Stift, Würfel und einen Zettel aus dem gewählten Nulli-Block, schon kann das Spiel beginnen. Die Grundregeln bleiben gleich, die spielerischen Aufgaben verändern sich aber in jedem Block.

Nulli 0.0

Der erste Nulli-Teil ist auf kleinen Zetteln im Format A6 zu finden. Auf den einzelnen Vorlagen findet man Punkte, schön angeordnet in einem Raster. Dazu gibt es an einer Position einen Stern, und einige kleine Punkte umkreisen eine Gruppe grösserer Punkte – im Spiel Insel genannt. Nun geht es ziemlich flott voran. Jemand würfelt und alle verbinden auf ihrem Zettel die gewürfelte Anzahl an Punkten. Dabei gibt es klare Regeln. Die Linie muss gerade sein und darf keine anderen Linien kreuzen. Eine Linie darf auch an keine andere Linie anschliessen.

Mit jeder neuen Zahl zieht man also auf dem Zettel waagrecht oder senkrecht irgendwo eine entsprechende Linie. Mit einer 1 kreuzt man einfach einen beliebigen Punkt ab. Die Insel ist bei Teil 0.0 ein Spezialfall. Linien müssen immer komplett auf oder komplett neben der Insel verlaufen. Hat man die Insel aber ganz mit Linien gefüllt, erhält man eine Chance. Das ist ebenfalls der Fall, wenn man den Stern auf dem Zettel total mit Linien umgeben kann. Die Chance besteht darin, dass man einmalig eine gewürfelte Zahl auslassen darf. Denn das Spiel endet persönlich sofort, wenn man eine Linie nicht mehr ziehen kann, weil zu wenige Punkte in einer Reihe auf dem Zettel sind. Die übriggebliebenen Punkte zählt man und notiert das Resultat in einem Feld. 0 Punkte wären natürlich die Krönung des Spiels.

Nulli

Nulli 1.0

Die Regeln von Nulli 0.0 bleiben zum grössten Teil erhalten. Doch diesmal hat der Block die Grösse A5 und es sind gleich 5 Spielfelder drauf. Zudem besitzt man 6 Chancen von Beginn an. In den einzelnen Feldern sind bereits einige Punkte verbunden. Zu Beginn wählt man ein beliebiges Spielfeld aus. Dann geht es wie gewohnt zur Sache: Würfeln und Punkte verbinden. Will man eine Zahl nicht eintragen, streicht man eine Chance. Oder man entscheidet sich, ein Feld zu beenden und wechselt zum nächsten. Einen Weg zurück gibt es nicht. In jedem Feld zählt man übrig gebliebene Punkte. Wer am Ende die kleinste Summe hat, gewinnt.

Nulli

Nulli 2.0

Bei dieser Version spielt man mit zwei Würfeln. Das Spielfeld ist das ganze A5-Blatt, auf dem es sehr viele Punkte und einige Sterne und kleine Würfelsymbole gibt. Diesmal denkt man in Formen. Ein Wurf mit einer 2 und einer 3 ergibt eine Form von 2×3, die man auf dem Punkte-Raster irgendwo eintragen muss. Kombinationen mit einer 1 bleiben eine Linie, die wie gewohnt nur gerade gezogen werden darf. So füllt man seinen Zettel und umringt Sterne oder Würfelsymbole.

Einen Stern setzt man als Chance ein, um auf einen gesamten Wurf zu verzichten. Ein Würfelsymbol setzt man ein, um einen einzelnen Würfel zu ignorieren. Dann setzt man den Wert des zweiten Würfels in die Tat um. Auch bei Variante 2.0 gilt: Wer am Ende am wenigsten Punkt übrig hat, gewinnt.


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Fazit zu Nulli

Es ist schon kurios: Wer Nulli spielt, ist vom kurzen Knobelspiel angefixt. Dabei ist alles so einfach gestrickt und von Grafiker Lukas Kurmann so liebevoll und schlicht umgesetzt. Und weil Nulli eben keine grosse Vorlaufzeit benötigt und man sofort in einen spielerischen Flow kommt, haben sich die tollen Notizblock-Spiele herumgesprochen. Mund-zu-Mund-Propaganda ist einfach die beste Werbung für ein Spiel und so habe auch ich das Spiel im Jugglux als Empfehlung erhalten.

Obwohl viel Zufall beim Werfen der Würfel im Spiel ist, hat man trotzdem immer das Gefühl, selber seine Entscheidungen zu treffen. Wo die Linie am Ende gezogen wird, liegt in der eigenen Hand. Ob sich ein Entscheid als gut erweist, zeigt der nächste Wurf.
Bei Nulli spielen immer alle gleichzeitig. Dabei sind der Spielgruppe grundsätzlich keine Grenzen gesetzt – alle gehen ihre eigenen Wege.
Nulli hat sich schnell in die Herzen der Spielbegeisterten gespielt, als kurzes, knackiges Würfel-Knobelspiel mit dem gewissen Glücksfaktor. Während einer Partie herrscht gespannte Stille – bis am Ende die Null steht. Und nicht zuletzt ist Nulli der neue Freund der Stellvertretungsstunden in der Schule. Es lässt sich mit ganzen Klassen sofort spielen.

» Zur Webseite von Nulli

Fakten zu Nulli

Autor: Lukas Kurmann | Illustrationen: Lukas Kurmann | Verlag: Zweiend

Spielerzahl: 2 – ??? Personen
Spieldauer: ab 15 Minuten
Altersangabe: ab 6 Jahren
Benötigt: Starke Linien, keine Punkte
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – ??? Personen
Richtet sich an: Familie

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