Froschreich – Spielkritik

Die unterschiedlichen Froschgruppen haben alle ihre Bedürfnisse. Bei Froschreich erschaffen wir den passenden Lebensraum und legen Karte an Karte passend aus, um die Wünsche der einzelnen Froscharten zu erfüllen. So dauert es exakt 15 Runden, bis der neue Teich fertig ist.

Froschreich

Im grossen Kartenstapel findet man sämtliche doppelseitigen Teichkarten, bestehend aus Fröschen oder Lebensräumen, mit Wasserflächen auf der Rückseite. Diese Karten mischt man gut durch, verteilt allen Personen 3 Handkarten und legt 3 Karten offen als Auswahl zu den 3 Bewegungskarten auf dem Tisch. Auch den eigenen Teich bereitet man vor und legt 5 Nahrungskarten nach Vorgabe vor sich aus. Dieselben Nahrungskarten erhält der springende Frosch, für alle gut erreichbar auf dem Spieltisch.

Und so wird gespielt:

15 Teichkarten sollen im eigenen Teich ausgelegt werden. Über den 5 Nahrungskarten bildet man in der Partie 3 Reihen mit Fröschen, Lebensräumen oder Wasser. In jeder Runde legt man eine Karte dazu, auf eine beliebige Position. Eine neue Karte muss nie anliegend sein, dafür eines der freien Felder im Raster belegen. Der Reihe nach absolvieren alle ihren Spielzug nach demselben Schema. Erst nimmt man eine der drei offen ausliegenden Karten bei den Bewegungskarten. Falls dort eine Bewegung angezeigt ist, hüpft man mit dem springenden Frosch um eine oder zwei Positionen bei den Nahrungskarten. Dort bewegt sich der springende Frosch während der gesamten Partie ringsherum.

Froschreich
Froschreich – Auswahl mit springendem Frosch

Die eben gewählte Karte kommt auf die Hand. Von seinen Handkarten wählt man nun eine aus, die man auf eine beliebige Position in seinen Teich legt. Die Karten können einen Effekt besitzen, den man nun abhandelt. Danach führt die nächste Person ihren Spielzug durch.

Beim Legen der Karten hat man verschiedene Möglichkeiten. Legt man Frösche aus, achtet man darauf, ihre Wünsche zu erfüllen. Alle Froscharten haben eigene Bedürfnisse. Punkte gibt es am Ende für die Gruppengrösse einer Froschart, deren Wünsche erfüllt sind. Je grösser eine Gruppe, desto mehr Punkte liegen drin. Wendet man eine Karte auf ihre Rückseite, erhält man eine Wasserfläche. Die bieten eher Effekte an, direkte Punkte und auch vermehrt Nahrung, zählen aber nicht zu einer Sammlung. Die Lebensraumkarten punkten durch verschiedene Karten.

Froschreich

Nun ist alles eine Frage des gezielten Sammelns an Fröschen und deren Bedingungen. Mit den Effekten erhält man zusätzliche Handkarten oder kann Handkarten zur Sammlung der Kleintiere legen. Das ist eine weitere Möglichkeit, an Punkte zu kommen, sozusagen eine Parallelwertung. Der springende Frosch zeigt an, unter welche Nahrungskarten man Karten ablegen darf. Also muss man ihn passend bewegen. Die Anzahl der Kleintiere im Teich multipliziert mit der Anzahl der Karten unter der entsprechenden Nahrungskarte bringt zusätzliche Punkte in der Endabrechnung.

Nach 15 Runden und 15 Karten im eigenen Teich wertet man sämtliche Froschgruppen und Lebensräume, zählt die Nahrung, holt sich Punkte von Teichkarten und den Wüstenregenfröschen, den Einzelgängern mit eigenen Zielen. Wer die meisten Punkts sammelt, gewinnt das Spiel.


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Fazit zu Froschreich

Die Gestaltung des Spiels ist sehr schön, Karte um Karte blüht die Lebenswelt im Teich auf. Beim Sammeln der Karten achtet man auf unterschiedliche Dinge. Schnell wird jedoch klar, dass man auf die selteneren Lebensraumkarten nicht verzichten kann: zu viele Punkt, zu gute Effekte. Die Ziele bei den Fröschen sind eindeutig, doch scheinen sie nicht ganz ausgewogen zu sein. Für eine Sammlung von Tomatenfröschen muss man beispielsweise noch vier Plätze für Wasserflächen reservieren, um zu punkten. Der Hornfrosch fordert vier unterschiedliche Nahrungsarten im Teich, die man so nebenbei auf den Karten erhält und nicht extra auslegen muss. Es ist also ein ungleicher Aufwand nötig, um an sichere Punkte zu kommen.

Da spielt das Kartenglück beim Ziehen aus der Auslage eine grosse, manchmal entscheidende Rolle. Taucht in den letzten Runde zufällig vor dem eigenen Spielzug die fünfte Lebensraumkarte auf, sorgt sie für einen Unterschied von 14 Punkten. Oder wenn man zu Beginn auf den falschen Frosch gesetzt hat, der einfach nicht mehr erscheint, spielt man frühzeitig mit einem grossen Handicap.

Damit will ich das Spiel nicht schlechtreden, aber beim eigentlich spannenden Ausbau seines Teichs spielt eben eine grosse Portion Zufall mit, der sich mit sämtlichen Ausweichtaktiken nur marginal beeinflussen lässt. Stellt man sich auf ein gemütliches Kartensammelspiel ein, bei dem man nach den gegebenen Möglichkeiten agiert, funktioniert das reibungslos. Am Ende hört man sogar das Quaken der Frösche in seinem wunderschönen Teich.


Fakten zu Froschreich

Autor: Tomás Holek
Illustrationen: Jiri Kus
Verlag: MM-Spiele

Spielerzahl: 1 – 4 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Einen ausgewogenen Teich
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie, Kenner

gutes Spiel

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