Er zieht von Stadt zu Stadt und sein Programm wächst mit jedem Auftritt. Der Wanderzirkus ist ein Deckbauspiel, bei dem man immer neue Artisten verpflichtet und eine runde Vorstellung plant. Trifft man den Geschmack des Publikums?

Zu Beginn erhalten alle einen Grundstock an Artisten: einen Akrobaten, einen Feuertänzer, einen Clown, einen Jongleur und einen Magier. Zu den Grundkarten kommen zwei weitere Artistenkarten dazu und eine Stadt für den nächsten Auftritt. Ein Tauschplättchen komplettiert die Möglichkeiten im Zirkus. Danach geht alles über 5 Runden im geordneten Ablauf weiter, nur die erste Phase darf man in der ersten Runde überspringen.
Und so wird gespielt:
Die erste Phase ist das Wandern. Dann darf man sich aus einer Auswahl an Karten einen neuen Artisten in Kombination mit einer neuen Stadt auswählen. Wer in der letzten Runde am wenigsten Punkte erspielt hat, darf zuerst wählen. Den neuen Artisten mischt man in sein Kartendeck, die neue Stadt legt man offen auf den Tisch. Doch wie schon erwähnt: Diese Phase findet erst in der zweiten Runde statt.

In der zweiten Phase gibt man eine Vorstellung. Vom gemischten, verdeckten Kartenstapel zieht man drei Karten auf die Hand. Nun macht man eine Ansage, wie viele Artisten in der nächsten Vorstellung mindestens auftreten. Die Zahl notiert man auf dem Wertungszettel. Und sofort schickt man den ersten Artisten in die Manege. Dazu legt man eine erste Karte offen neben den Nachziehstapel. Nach dem Spielen einer Karte zieht man sofort eine neue Karte nach. Rechts neben den aktuellen Artisten kommt eine neue Karte, die mindestens eine passende farbige Verbindung am Rand besitzen muss.
So führt man seine Artistenreihe weiter fort, bis man nicht mehr passend legen kann oder ein viertes Stopp-Zeichen (eine rote Hand) auf einer Karte erscheint. Die Vorstellung ist dann sofort beendet.
Es folgt die Rundenwertung. Hat man seine Ansage erfüllt, erhält man die Anzahl an Karten als Punkte gutgeschrieben. Die Stadtkarte fordert bestimmte Artisten für das Publikum. Hat man die Wünsche in der aktuellen Vorstellung erfüllt, bringt das ebenfalls Punkte. Und schliesslich holen die Artisten noch Punkte, wenn man sie in der Vorstellung an ihrem Lieblingsplatz untergebracht hat.

Die Artisten haben so ihre Wünsche. Der Feuertänzer will gerne gegen Ende der Vorstellung sein Feuer präsentieren, Akrobaten turnen am liebsten übereinander, während Clowns in grösserer Anzahl immer witziger werden. Mit den Jongleuren lässt sich sogar Geld verdienen. Die Münzen fliegen ihnen bei passender Verbindung nur so zu. Es gibt einiges auszuknobeln, bis eine tolle Vorstellung steht. Einige Karten besitzen kleine Zusatzaktionen, die man beim Legen sofort durchführen darf.
In der vierten Phase darf man Münzen ausgeben und einen zusätzlichen Artisten kaufen, eine weitere Stadt bereisen oder ein Tauschplättchen erwerben. Mit den neuen Errungenschaften sammelt man alle Artistenkarten wieder ein und mischt sein Deck für die nächste Runde. Es beginnt mit dem Wandern.
So eine Vorstellung will gut geplant sein. Mit einem Tauschplättchen darf man ausserordentlich 2 zusätzliche Karten vom Deck ziehen uns 2 Karten zurücklegen. Oder man legt eine Pause ein, denn die Pausenkarte findet nach jedem Artisten Anschluss, kostet aber am Ende vier Punkte. Es sind die Notausgänge, um ein Programm bei Schwierigkeiten zu verlängern.
Mit einer Regionenwertung kann man das Sammeln von Städtekarten optional noch attraktiver machen. Für jede Region, die der Zirkus besucht, gibt es 2 zusätzliche Punkte am Ende des Spiels.
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Fazit zu Der Wanderzirkus
Da versteckt sich ein richtig schönes Spiel in der kleinen Schachtel. Eines, das etwas anspruchsvoller ist bei der Planung der Vorstellung und dem Zusammenstellen seiner Artistentruppe. Das Ausspielen der Karten ist auch ein wenig vom Glück geprägt, da man sich ja nicht auf die Reihenfolge der Artisten verlassen kann. Wer aber beispielsweise mehrere Akrobaten sammelt, kann davon ausgehen, dass es früher oder später zu einem punktereichen Turm reicht. Trotzdem gibt es einiges zu beachten. Die Städtewertung soll erfüllt werden, ebenso wie die eigene Ansage und allenfalls noch die Regionenwertung. Auch das Kombinieren der eigenen Artisten lässt viele Punkte zu, wenn die Reihenfolge passt.
Die Vorstellungsphase kann man schon ziemlich bald parallel durchführen. Dadurch spart man Zeit, die Legeregeln sind nicht komplex. Man feilt eher zu lange an der perfekten Vorführung, die es gar nicht wirklich gibt. In jeder Runde gibt es neue Artisten, die man passend einbinden muss, um auch die Ansage ständig zu erhöhen.
Mir gefällt das thematische Zirkusspiel mit seinen vielseitigen Artisten, mit denen man über 5 Runden an seinen Vorführungen arbeiten kann.
Fakten zu Der Wanderzirkus
Autor: Max Ostrander
Illustrationen: Olivier Derouetteau
Verlag: Kosmos
Spielerzahl: 1 – 6 Personen
Spieldauer: 30 – 45 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Schöne Vorstellungen
Wiederspielreiz: sehr gross
Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 1 – 6 Personen
Richtet sich an: Kenner




