Hot Streak – Spielkritik

Wir wetten bei Hot Streak auf… Maskottchen. Die laufen auf einem Spielfeld um die Wette und wir setzen unser letztes Geld, um es hoffentlich mehrfach zurückzubekommen. Das aussergewöhnliche Brettspiel sorgt vor allem für gute Stimmung am Spieltisch.

Hot Streak

Allein die Spielschachtel ist schon aussergewöhnlich. Das Spielfeld rollt man seitlich aus, die Spielfiguren in Übergrösse stehen wie in einem Schaufenster bereit. Dazu gibt es einige Spielkarten und Wettscheine, mit denen man auf die einzelnen Figuren setzt: Gobbler, Hurley, Dangle oder Mum. Ganz nach amerikanischem Vorbild stellen sich vom Bär bis zum Hot Dog die Maskottchen dem Sprintwettbewerb – und kämpfen schon bald mit der Orientierung auf der Laufstrecke. Alle erhalten drei Rennkarten auf die Hand und die letzten 10 Dollar. Viel Glück!

Und so wird gespielt:

Die vier Maskottchen stellt man an die Startlinie. Dann erstellt man einen Rennstapel. Zu den vier Startkarten mischt man, je nach Personenzahl, eine Anzahl an Rennkarten hinzu. Diese Karten legt man offen auf den Tisch. Damit besitzt man die Informationen, um eine Wette einzugehen. Nun muss man die Karten noch ein wenig deuten, damit man erkennt, was beim gleich folgenden Wettlauf überhaupt passieren kann.

Hot Streak

Mit den Rennkarten bewegt man einzelne Figuren in Blickrichtung. In seltenen Fällen rennen Maskottchen bis zum nächsten Sternfeld. Ein Figur kann auch umfallen, dann liegt sie am Boden und bewegt sich nur noch einen Schritt, auch bei grösseren Bewegungswerten. Hin und wieder drehen sich Maskottchen um – Orientierungslosigkeit nennt man das wohl. Zudem können sie nach links oder rechts ausscheren und die eigene Bahn verlassen. Positiv ist eine Erholung, bei der sich ein Maskottchen automatisch wieder korrekt ausrichtet auf der Rennbahn.

Grüne Karten bewegen alle Maskottchen gleichermassen. Doch mit einer grünen Rennkarte darf man nicht über die Ziellinie laufen. Es gibt also genügend Karten, um für ordentlich Turbulenzen zu sorgen. Nun können die Maskottchen aber auch ganz aus dem Rennen ausscheiden. Bei einem Zusammenstoss geht das getroffene Maskottchen zu Boden. Liegt es bereits dort, wird es disqualifiziert. Das Verlassen der Rennstrecke endet ebenfalls mit der Disqualifikation. Diese Möglichkeiten sollte man bei seiner Einschätzung mit einbeziehen.

Hot Streak

Nach dem Studium der Rennkarten, nimmt man zwei Wettscheine vom Spieltisch. Man kann sich für eine risikoreiche Wette entscheiden oder für eine sichere. Für die Platzierung eines Maskottchens am Ende des Rennens erhält man Geld ausbezahlt. In jedem Rennen kann man auch auf eine zufällige Nebenwette setzen: Wird ein Maskottchen disqualifiziert? Wird Gobbler unter den letzten 2 landen? Mit einem simplen Ja oder Nein – Einsatz gewinnt man Geld, kann hier aber auch einen Verlust einfahren. Und kurz vor dem Rennen dürfen alle noch eine ihrer Handkarten geheim in den Rennstapel mischen für den gewissen Überraschungseffekt.

Haben alle ihre Wettscheine, führt man das Rennen durch. Die gemischten Rennkarten legt man eine nach der anderen auf den Tisch, die ersten drei Karten kommen allerdings ungesehen aus dem Rennen. Mit dem Durchführen der einzelnen Aktionen bewegen sich die Maskottchen über die Rennstrecke, fallen um, drehen sich, laufen plötzlich rückwärts oder stehen wieder auf. Ist nach dem Spielen aller Karten noch kein Maskottchen im Ziel, mischt man den Stapel erneut und rollt die Rennstrecke von hinten auf. Wer das Ziel erreicht, kommt auf das Schachtel-Podium.

Nach der Auszahlung der Wetten geht es in eine zweite und eine dritte Runde. Es kommen Karten aus dem Rennstapel und alle mischen erneut eine geheime Karte mit rein. Im dritten Rennen kann man sogar eine doppelte Wette platzieren. Vielleicht bringt sie den entscheidenden Erfolg am Ende? Wer am meisten Geld besitzt, gewinnt.


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Fazit zu Hot Streak

Thematisch hat sich das Spiel, zumindest teilweise, ein wenig vergriffen. „…verkörpert ihr glücklose Spielsüchtige…“ steht da und das will ich auch in einem turbulenten, unterhaltsamen Partyspiel auf keinen Fall (schon gar nicht ab 6 Jahren). Hot Streak wird nicht besser und nicht schlechter, wenn man das einfach weglassen würde. Spielerisch sind wir bei einem einfachen Wettrennen mit Wetteinsatz. Betrachtet man es ganz genau, ist der eigene Einsatz sehr klein. Man gibt eine Karte für das Wettgeschehen, die nicht einmal sicher erscheint. Man geht Wetten ein, die arg vom Zufall bestimmt sind. Aufs ganze Spiel gesehen, ist der eigene Einsatz sehr minim, meist schaut man einfach zu.

Doch jetzt kommts: In der richtigen Spielrunde, und da muss nur ein Marktschreier oder Kommentator am Tisch sitzen, entfaltet sich ein derart heisses Rennfieber am Tisch, dass man sich plötzlich verwundert die Augen reibt, weil man eben einen Hot Dog lautstark angefeuert hat. Das Rennspiel eignet sich sehr gut für grössere Spielrunden, die gerne ein unterhaltsames Spiel suchen, bei dem man sich keine grossen Gedanken machen muss. Man gibt seine Wetten ab und lässt sich treiben, vom Rennverlauf überraschen und brüllt seine Maskottchen über die Ziellinie oder in den Wahnsinn. Mehr ist da nicht, aber auch nicht weniger. Stimmung ist angesagt. Hot Streak ist kein perfektes Spiel, diesen Anspruch haben die stolpernden Maskottchen aber auch nicht.


Fakten zu Hot Streak

Autor: Jon Perry
Illustrationen: Cécile Gariépy
Verlag: Strohmann Games

Spielerzahl: 2 – 9+ Personen
Spieldauer: 20 Minuten
Altersangabe: ab 6 Jahren
Benötigt: Gute Wetten auf schnelle Maskottchen
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: ok
Beste Spielerzahl: ab 3 Personen
Richtet sich an: Familie

gutes Spiel

Ein Kommentar

  1. Ich hab neulich bei einem öffentlichen Event ein Spiel aus nächster Nähe beobachten können: Auch wenn die Spieler offenbar Spass hatten, war mehrfach der Wunsch zu vernehmen, diesen mittels alkoholischer Stimmulanzien noch zu steigern. Nicht nur deshalb empfinde ich das Spiel für das, was es ist, als deutlich zu teuer.

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