Lass es raus – Spielkritik

Die kleine, rote Box weist auf den Schweizer Verlag der Kampfhummeln hin. Bei Lass es raus! muss man Farbe bekennen und geht den einzelnen Fragen auf den Grund, auch wenn das in diesem Partyspiel manchmal weh tut. Kleines Spiel – grosse Wirkung!

Lass es raus

Sie sind kompakt, ziemlich gradlinig und besitzen wenige Regeln. Die kleinen Spiele aus der roten Box lassen es krachen am Spieltisch. In diesem Fall diskutiert man heisse Themen aus und legt sich bei seinen Einschätzungen fest. Der Spieleinstieg ist ganz einfach: Box auf, Karte ziehen und schon steckt man mitten in der ersten Diskussion fest.

Und so wird gespielt:

Ein eigentliches Spielziel gibt es bei Lass es raus! nicht. Vielmehr spielt man so lange, wie die Gruppe Lust dazu hat. In der Box gibt es zwei unterschiedliche Arten von Karten. Gruppenkarten erkennt man an einer roten Markierung am oberen Kartenrand. Bei den Gruppenkarten muss man eine Einschätzung treffen, die die aktuelle Spielgruppe betrifft. Die meisten Karten sind aber reine Fragekarten, die man beantworten muss.

Lass es raus

Die aktive Person zieht eine Karte aus der Box und liest sie laut vor: „Hattest du schon einmal Ärger mit der Polizei – und warum?“ Nun bestimmt sie eine andere Person am Tisch, die auf die Frage antworten muss. Bei einigen Fragen ist das kein Problem. Da sich aber auch pikante, ideologische, politische oder soziale Fragen darunter befinden, ist eine Antwort nicht immer ganz einfach. Wer eine Frage beantwortet, darf auf jeden Fall die nächste Frage ziehen und eine andere Person ins Spiel schicken.

Oft bleibt es nicht bei der einfachen Beantwortung einer Frage. Manchmal gibt es Zweitmeinungen, manchmal diskutiert man ein wenig tiefer in der vorgegebenen Materie.

Lass es raus

Noch brisanter wird es, wenn man eine Einschätzung treffen muss bei den Gruppenkarten. Wem traut man was am ehesten zu? Da gibt es zahlreiche Fettnäpfchen, die auf dem Weg lauern.

Da es ein Spiel aus dem „Kampf gegen das Bünzlitum“-Universum ist, gibt es natürlich auch eine Trinkspiel-Variante dazu, die man einbauen kann.
Gewonnen haben am Schluss aber auf jeden Fall alle teilnehmenden Personen, da man tiefe Einblicke in die Welt der Mitspielenden erhält.


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Fazit zu Lass es raus!

Einfacher geht es kaum, denn Lass es raus! ist im Grunde genommen eine Spielbox mit Diskussionsideen für eine grössere Gruppe. Die Themen sind breit gefächert, es geht von Sex bis hin zu philosophischen Ansätzen. Genügend Material, um gut darüber zu diskutieren. Wie weit man sich in die Themen einlassen will, hängt natürlich von der Zusammensetzung der Spielgruppe ab. Allenfalls spielt der Gruppendruck aber eine grosse Rolle und man lässt sich auf Fragen ein, die man sonst nicht streifen würde. Nicht alles trifft thematisch den Nerv der Spielgruppe, doch es sind tatsächlich viele spannende Ansätze in der Box, über die man sich unterhalten kann. Von den Gruppenkarten hätte es meiner Ansicht nach sogar gerne ein paar Karten mehr haben dürfen, vielleicht sogar im Vergleich zwischen zwei Personen.

Als gnadenloses Kommunikationsspiel wird die kleine Box von Lass es raus! angepriesen. So gnadenlos empfanden das die Spielrunden aber gar nicht. Die Welt ist offener geworden. Doch beim Spielen lernt man die Menschen kennen. Das trifft bei diesem kleinen Spiel zu 100% zu.


Fakten zu Lass es raus!

Autorin: Angela Vögtli
Illustrationen: Angela Vögtli
Verlag: Kampfhummeln

Spielerzahl: 2 – 10 Personen
Spieldauer: 30 – 60 Minuten
Altersangabe: ab 16 Jahren
Benötigt: Klare Antworten
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: es geht
Beste Spielerzahl: ab 4 Personen
Richtet sich an: Familie

gutes Spiel

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