Ein düsteres Szenario erwartet uns bei Ape Town. Die Affen haben die Küstenstadt übernommen und wir wähnen uns spielerisch in einem neuen Teil von „Planet der Affen“. Faktisch platzieren wir bei diesem Legespiel unsere Plättchen und holen ganz einfach möglichst viele Punkte ab.

Das grosse Spielfeld der Stadt ist in 9 Reviere eingeteilt, die Platz für 8 bis 9 Plättchen liefern. Dem Rahmen entlang legen wir in die Revierleiste verdeckte Spielplättchen. Die Wertungssteine kommen auf die Zählleiste. Alle nehmen sich 6 Geldbündel, mit denen man um die besten Plättchen bietet. 15 transparente Scheiben in der eigenen Spielerfarbe darf man sich auch noch nehmen.
Die ersten 10 Plättchen der Revierleiste deckt man auf. Auf den Plättchen findet man unterschiedliche Affenarten oder Bananenumschlagsplätze.
Und so wird gespielt:
Bei Ape Town geht es um die Gebietskontrolle in allen Revieren. Mit den Chef-Affen holt man sich dort eine Mehrheit. Doch auch der Handel bringt jede Menge Punkte. Bringt man die Bananen nahe an die Affen ran, wandert der Wertungsstein nach vorn. Der Reihe nach führen alle ihre Aktion durch. Erst nimmt man ein Plättchen, danach legt man ein Plättchen. Einfacher geht es nicht. Jede Aktion benötigt aber die richtige Entscheidung, sonst werden die Affen rasend.

Beim Nehmen eines Plättchens geht man entlang der Revierleiste. Das erste Plättchen ist kostenlos. Wählt man ein Plättchen weiter vorn in der Reihe, bezahlt man bei jedem übersprungenen Plättchen ein Geldbündel. Das wird zugleich zum Köder bei künftigen Entscheidungen. Nimmt man ein Plättchen, erhält man automatisch die dort ausliegenden Geldbündel mit. Zudem nennt man laut die Farbe des Feldes, auf dem das gewählte Plättchen liegt. Ist es beispielsweise weiss, kommt das Plättchen ins weisse Revier. Beim Legen der Plättchen achtet man darauf, wer oder was sich darauf befindet.
Ein Koboldmaki, ein Schimpanse oder ein Mandrill bringen sofort 1,2 oder 3 Punkte, wenn man sie an einen Bananenumschlagsplatz anlegt. Auch ein Bananenumschlagsplatz bringt sofort Punkte für jeden Affen, der sich rund um ihn befindet. Bananen gegen Punkte.
Bei einem Orang-Utan oder den Kattas geschieht vorerst nichts. Dafür legt man eine transparente Scheibe auf diese Affenplättchen, um den Besitz anzuzeigen.
Ist ein Sektor der Revierleiste leergespielt, deckt man sofort neue Affenplättchen auf. So hat man jederzeit eine kleine Auswahl bereit.

Ist ein Revier komplett belegt, folgt sofort eine Zwischenwertung. Erst sucht man den Revierboss. Wer die meisten Orang-Utans im Revier hat, gewinnt die Revierwertung. Bei einem Gleichstand gewinnt man mit den meisten Kattas. Dabei ist es nicht relevant, ob man überhaupt einen Orang-Utan im Revier hat. Der Revierboss erhält die Punkte aller „normalen“ Affen im Revier gutgeschrieben (Koboldmaki, Schimpanse, Mandrill). Herrscht auch bei den Kattas Gleichstand, bekommt niemand Punkte.
Und schliesslich vergleicht man noch mit den Nachbarrevieren. Hier sind nur die Kattas entscheidend. Liegen im aktuell abgeschlossenen Revier mehr Kattas als im benachbarten, erhält man die Affenpunkte des benachbarten Gebiets zugesprochen. Alle, die im Besitz mindestens eines Katta-Plättchens sind, teilen sich die Punkte.
So legt man Plättchen, bis alle Reviere total gefüllt und gewertet sind. Am Ende erhält man noch einen Punkt für jedes Geldbündel im eigenen Besitz. Wer die meisten Punkte hat, wird zum neuen Chef von Ape Town.
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Fazit zu Ape Town
Das ist ja wirklich einmal ein affiges Thema, an das man sich ein wenig gewöhnen muss. Die Spielfläche ist düster, doch mit jedem Plättchen kommt mehr Farbe ins Revier. Obwohl der Mechanismus sehr einfach ist, entwickelt sich ein strategischer Schlagabtausch um die besten Plättchen und die besten Plätze in den Revieren. Das ist nicht immer einfach zu erkennen. Die Plättchen sind an eine Revierfarbe gebunden. Das Geld bestimmt die Reichweite bei der Auswahl. Man muss die Reviere ein wenig lesen können, um die besten Positionen zu finden. Trotzdem bleibt eine Ungewissheit, wenn mit dem Aufdecken der nächsten Plättchen ganz plötzlich neue Möglichkeiten zur Verfügung stehen.
Im Spiel zu zweit ist mir das zu absehbar. Meist ist der optimale Spielzug schnell erkennbar. Im Spiel zu dritt oder zu viert sind doch bedeutend mehr Veränderungen möglich, bis man erneut an der Reihe ist. Insgesamt ein spannendes Spiel um die Gebiete von Ape Town, die man mit Bananen oder Bossen erobern kann. Nur an das affige Thema muss man sich gewöhnen.
Fakten zu Ape Town
Autor: Reiner Knizia
Illustrationen: Lars Besten
Verlag: Piatnik
Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Spieldauer: 45 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Affen oder Bananen
Wiederspielreiz: gross
Geeignet für 2 Spieler: ok
Beste Spielerzahl: 3 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie




