Die Trödler aus den Highlands – Spielkritik

In den Dörfern fehlen hin und wieder Einzelstücke fürs Bankett. Und manchmal ist auch einiges zu viel. Zum Glück gibt es Die Trödler aus den Highlands, die mit ihren Kutschen und dem Kraftfutter unterwegs sind und allen aus der Not helfen.

Die Trödler aus den Highlands

Alle erhalten einen Karren in ihrem Startdorf, zudem die ersten drei Handkarten. Von den restlichen Karten legt man einige auf einen Ablagestapel, mit den restlichen bildet man den Spielrundenstapel. Von dort kommen in jeder Runde neue Karten ins Spiel. In einigen Dörfern legt man ersten Trödel bereit: Ambosse, Flaschen, Vasen, Töpfe, Tassen und Stühle. Unter den Karten findet man Wegekarten, Trödelwünsche, Kraftfutter oder Extratrödel. Die Startperson nimmt sich das hölzerne Pferd.

Und so wird gespielt:

Ein erstes spezielles Element bei Die Trödler aus den Highlands ist das Verteilen der Karten. Die Startperson bildet in der ersten Phase eine bestimmte Anzahl an Kartenstapel (immer einen mehr als Personen teilnehmen). Der Spielrundenstapel liefert die Karten. Erst eine Karte, dann eine zweite, eine dritte und eine vierte. Wichtig: Es muss ein Stapel mehr vorbereitet werden, als Personen am Spiel teilnehmen. Danach geht es reihum an die Auswahl. Alle nehmen sich einen Stapel. Nachsehen ist nicht erlaubt. Wer aber genau beobachtet hat, weiss, welche Stapel besser geeignet sind als andere. So holen sich alle vier neue Karten für die aktuelle Runde. Ein Stapel bleibt übrig, er kommt auf den Ablagestapel neben das Spielfeld.

Die Trödler aus den Highlands

In der zweiten Phase geht es auf die Reise. Alle sind genau einmal am Zug, dürfen dann aber beliebig viele Karten spielen. Mit den Wegkarten legt man eine Strecke zurück. Die Wege müssen natürlich passend sein zu den Karten. Erreicht man ein Dorf mit Trödel, nimmt man sich sofort eine ausliegende Ware seiner Wahl. Besitzt man eine Exratrödel-Karte, erhält man sogar ein zusätzliches Stück vor Ort. Mit den Trödelwunsch-Karten erfüllt man Aufgaben. Doch nur in einem leeren Dorf kann man Aufgabenkarten erfüllen, indem man den gewünschten Trödel dort ablegt. Jeder erfüllte Wunsch bringt am Ende Punkte.

Bleibt noch das Kraftfutter. Es ist ein mächtiger Joker, der als Wegstrecke, als Extratrödel oder beim Ausliefern von Trödel eingesetzt werden kann. Doch Vorsicht mit dem Kraftfutter: Wer am meisten Kraftfutter einsetzt, erleidet bei der Wertung einen Totalschaden und verliert die Partie sofort.

Die Trödler aus den Highlands

Am Ende einer Runde darf man höchstens vier Karten in der Hand halten. Erfüllte Aufgabenkarten und Kraftfutter legt man auf einen persönlichen Wertungsstapel, den man jederzeit einsehen kann. Überzählige Handkarten wirft man auf den Ablagestapel. Nur überzähliges Kraftfutter muss man zu seinem Wertungsstapel legen. Dieses Kraftfutter wird man einfach nicht mehr los.
Mit dem Verteilen von neuen Handkarten geht es in die nächste Runde. Gespielt wird so lange, bis jemand eine Mindestzahl an Aufträgen erfüllt hat. Dann endet die Partie für alle.

Erst ermittelt man, wer es mit dem Kraftfutter übertrieben hat. Die Anzahl der Kraftfutterkarten plus die Hälfte der übriggebliebenen Trödelwaren ergeben die Summe für den Totalschaden. Hat jemand alleine die höchste Punktzahl, fliegt die Person aus der Wertung. Bei einem Gleichstand bleiben alle Personen im Spiel.
Punkte erhalten die verbliebenen Trödler für die erfüllten Aufträge und die übriggebliebenen Trödelwaren. Wer die meisten Punkt hat, gewinnt.


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Fazit zu Die Trödler aus den Highlands

Im Grunde erwartet uns bei der Reise durch die Dörfer ein klassisches Sammel- und Laufspiel, das wir mit Karten steuern. Zwei Elemente stechen aber hervor. Da ist zuerst das unkonventionelle Verteilen der Karten. Die aktuelle Startperson mischt Karte für Karte auf die einzelnen Stapel. Dabei muss man sich gut merken, was wo liegt. Bei der Auswahl muss man dadurch oft Kompromisse eingehen. Zu viel Kraftfutter will man nicht, da es die Hand verstopft und der Totalschaden droht. Trotzdem sollten die Karten zur aktuellen Position passen, damit man Aufträge erfüllen kann.

Das zweite, äusserst harte Spielelement ist der Totalschaden. Achtet man während der Partie nicht, was andere spielen, droht das vorzeitige Aus. Es ist oft eine Gratwanderung und das Aus kurz vor Schluss natürlich sehr bitter. Nicht ohne Grund ist das eher einfache Spiel erst ab 10 Jahren. Man muss jederzeit mit einer Niederlage rechnen bei Die Trödler aus den Highlands.
Mit kleinsten Veränderungen lässt sich das Spiel auch zu zweit spielen. Dann erhält man beim Totalschaden ein kleines bisschen Spielraum mit den Punkten. Das ist gut gelöst, mit noch mehr Konkurrenz steigt die Spannung aber am Ende deutlich. Insgesamt ein schönes, spannendes Familienspiel mit fiesem Element.


Fakten zu Die Trödler aus den Highlands

Autor: Carlo A. Rossi
Illustrationen: Dennis Lohausen
Verlag: Zoch Verlag

Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Spieldauer: ca. 45 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Trödel ohne Kraftfutter
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: 3 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

gutes Spiel

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