Echoes – Die Tänzerin – Spielkritik

Als Ermittler mit besonderen Fähigkeiten sind wir gemeinsam unterwegs. Wir hören Geräusche und Stimmen, die an Gegenständen haften. Das hilft uns, die Geschichte von Esther zu ordnen im Abenteuer von echoes – Die Tänzerin.

Echoes - Die Tänzerin

Ravensburger hat eine neue Reihe gestartet, die unter dem Label Audio Mystery in eine neue Richtung geht. Zwar erinnert das ein wenig an die Escape-Abenteuer, die es aktuell häufig gibt, doch bei echoes – Die Tänzerin müssen wir uns komplett auf unser Gehör verlassen. Die Sprachfetzen und Geräusche sollen wir zu einer kompletten Geschichte verarbeiten. Nur so kommen wir dem Rätsel auf die Spur. Die echoes-Reihe führt die Ermittler in unterschiedlichste Zeitalter. In diesem Abenteuer ermitteln wir in Schottland. Ein Ehepaar hat sich den Traum von einem schottischen Landhaus erfüllt. Das Haus stand lange Zeit leer. Schon nach kurzer Zeit hören die neuen Besitzer Geräusche und sehen sogar für einen kurzen Augenblick das Bild eines Mädchens auftauchen. Dank der vielen alten Gegenstände, die noch im Haus liegen, sollten die Ermittler die Wahrheit ans Licht bringen. Was ist geschehen in diesem Haus?

In der kleinen Spielschachtel befinden sich nur Bilder-Karten – 6 dicke Objekt-Tafeln und 18 dünne Objekt-Karten. Die sollen wir geschichtlich zuordnen, eine Reihenfolge erstellen oder vielmehr DIE Reihenfolge erstellen, damit aus den vielen Bruchstücken das Geschehen aufgerollt werden kann. Was ist um 1920 herum im schottischen Landhaus passiert?
Zum Lösen der Aufgabe benötigen wir zwingend die Ravensburger echoes-App. Dort sind sämtliche Bruchstücke der Geschichte gespeichert. Ein Intro führt uns stimmig in die damalige Zeit. Wir lernen einige Personen kennen, vor allem Esther, eine junge, aufstrebende Tänzerin.

Ordnung zu erstellen ist ganz einfach: Zu einer dicken Karte gehören drei dünne Karten. Die dicken Karten sind wie die Kapitel in einem Buch, die dünnen Karten liefern das Fleisch am Knochen, die Story. Mit dem Handy oder Tablet scannen wir die Karten ab. Jeder Karte ist ein Teil der Geschichte unterlegt. Das können nur simple Geräusche sein, einzelne Rufe, Musik oder kleine Dialoge. Aus dem grossen Karten-Wirrwarr auf dem Tisch versuchen wir, Elemente zu verbinden. Einige Karten lassen sich schnell finden. Doch wie war der Ablauf? Diskussionen entstehen, man schiebt Karten nach hinten und nach vorne. Hat man ein Kapitel komplett, überprüft man es. Der Reihe nach scannt man die vier zusammengehörigen Karten ab und erhält sofort ein Feedback, ob die Ermittlungen richtig oder falsch waren. Ordnet man am Ende auch die sechs Kapitel noch in der richtigen Reihenfolge, öffnet man den Schluss der Geschichte.

echoes - Die Tänzerin

echoes – Die Tänzerin liefert zusätzlich wichtige Zwischentöne. Mit dem Lösen eines Kapitels schaltet man es komplett frei. Neben den bekannten Gesprächs- und Hörfetzen erhält man weitere, wichtige Informationen. Das Gesamtbild verdichtet sich langsam.

Zur einfacheren Lösung kann man mit den Karten von drei Kapiteln starten. Anhand von Markierungen auf der Kartenrückseite erkennt man schnell, welche Karten man zuerst auslegen soll. Das vereinfacht die Auswahl.

Ganz ohne Zeitdruck geht es bei echoes – Die Tänzerin zu und her. Man hört sich die Bruchstücke an, diskutiert und kombiniert. Es geht auch nicht um Punkte, die Story ist das Ziel: Was geschah im schottischen Landhaus um 1920 herum?


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Fazit

Die echoes-Reihe von Ravensburger führt die Rätselgeschichten in eine ganz neue Dimension. Das Spiel ist eigentlich ein Hörspiel-Vergnügen ohne Zeitdruck. Hier kombiniert man sich die Hörbeispiele zusammen, diskutiert über das Geschehen, den zeitlichen Ablauf und die Kapitelzugehörigkeit. Je nach Auswahl der Kartenreihenfolge startet man an total unterschiedlichen Stellen in der Geschichte. Manchmal lassen sich die drei gesuchten Stücke eines Kapitels recht gut verifizieren, manchmal ist das recht schwierig, weil man sich beim Hergang der Sache nicht so ganz sicher ist. Bei echoes – Die Tänzerin ahnt man bald, was geschehen sein könnte. Eine tragische Geschichte steckt hinter dem schottischen Landhaus, die natürlich nicht näher verraten wird. Das Spiel ist eine Audio-Kombinationsaufgabe und lebt vom Herausfinden der Story und den Diskussionen am Tisch. Untermalt wird das Ganze von einem Top-Hörspiel, tollen Sprechern und Geräuschen. Die App hat einwandfrei funktioniert und würde sogar noch eine Hilfefunktion à la Mastermind mitführen. Eine tolle Idee, umgesetzt zu einem spannenden Hör-Spiel – sehr empfehlenswert.

Alles über echoes – Die Tänzerin

echoes – Die Tänzerin | Autoren: Dave Neale, Matthew Dunstan | Illustrationen: M81| Verlag: Ravensburger

Spielerzahl: Hör-Spiel für 1 – 6 Personen
Spieldauer: 60 Minuten
Altersangabe: ab 14 Jahren
Benötigt: Kombinationsgabe beim Geschichten finden
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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