Von einer Runde zur nächsten kann sich die Ausgangslage total verändern bei Falsche Schlangen. Denn bei diesem Kartenspiel weiss man nie, wem man trauen kann und wem nicht. Ein knallhartes Bluffspiel, bei dem der Tag oft zu früh eintritt.

Wenige, aber extra grosse Spielkarten gibt es bei diesem Kartenspiel. Da sind die Handkarten mit Zahlenwerten von 0-9 und Schlangenkarten. Dann gibt es die Tag-und-Nacht-Karten, sowie die Torkarten. Je nach Anzahl teilnehmender Personen stellt man das Kartendeck zusammen. Auf den Tisch kommen die Tag-und-Nacht-Karten mit den Werten 1-6 (bei 4 Personen) mit der Nachtseite nach oben. Alle Personen erhalten 2 Handkarten, auf denen sich Zahlen oder Schlangen befinden, und eine Torkarte. Die Startperson beginnt mit 3 Handkarten und einer Torkarte.
Und so wird gespielt:
Die Handkarten kommen ganz normal auf die Hand, die Torkarte muss mit dem geöffneten Tor nach aussen auf die Hand genommen werden. Alle sollen das Tor gut sehen können. Die Startperson mit den 3 Handkarten beginnt. Sie spricht eine andere Person mit geöffnetem Tor an und bietet eine ihrer Handkarten verdeckt an. Die angesprochene Person legt ihr Tor nun geschlossen vor sich aus und hört sich das Angebot an. Die Startperson will eine 3 loswerden, so behauptet sie zumindest, und schiebt die Karte verdeckt über den Tisch. Die angesprochene Person kann das Angebot annehmen oder ablehnen, ohne zu wissen, ob die gemachte Ansage stimmt.

Lehnt man das Angebot ab, folgt ein zweites Angebot mit der zweiten Karte. Spätestens beim dritten Angebot mit der letzten Karte muss man zuschlagen und die Karte nehmen. Mit der Annahme einer Karte erfolgt zwingend eine Reaktion, unabhängig davon, ob man auch das erhalten hat, was versprochen wurde. Erhält man eine Zahlenkarte, dreht man die entsprechende Zahlenkarte auf dem Tisch von der Nacht- auf die Tagseite. Liegt die Zahl bereits auf der Tagseite, entfernt man die Tag-Karte aus dem Spiel.
Erhält man eine Zahlenkarte, die nicht mehr ausliegt, eine Schlangenkarte oder die 0, so sagt man nur: „Nichts passiert!“ in die Runde.
Falsche Schlangen ist eine Mischung aus Deduktionsspiel und Kartensammelspiel. Jede Reaktion ist wichtig, um zu erahnen, welche Karten gerade im Umlauf sind. Denn die Ziele sind ganz unterschiedlich. Wer eine Schlangenkarte in der Hand hält, will nur noch eine einzige Karte in der Tischmitte sehen – und die muss auf der Nachtseite liegen. Ohne Schlangen in der Hand, will man alle Karten in der Tischmitte auf die Tagseite drehen.

Wer im Besitz von 3 Handkarten ist, muss eine seiner Karten einer anderen Person andrehen, die noch eine offene Tür in der Hand hält. So ist gesichert, dass alle in jeder Runde einmal zum Zug kommen und sich Gedanken über die Kartenwahl machen müssen. Liegen alle Türen geschlossen aus, nehmen alle ihre Torkarten zurück auf die Hand. Es geht nahtlos mit neuen Angeboten weiter.
Liegen nur noch Karten mit ihrer Tagseite auf dem Tisch, verlieren die Falschen Schlangen sofort die Partie. Ist nur noch eine Karte mit ihrer Nachtseite zu sehen, gewinnen die Falschen Schlangen.
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Fazit zu Falsche Schlangen
Obwohl das Kartenspiel sehr sparsam mit dem Spielmaterial ist und mit ganz wenig auskommt, erhält man erst im Laufe der ersten Partie den „Aha“-Effekt. Dann erkennt man die gesamten Auswirkungen der ständigen, kleinen Kartendeals und ihren Reaktionen. Auch die 0 ist in diesem Spiel nicht zu unterschätzen. Wissen ist bei Falsche Schlangen Macht, doch macht man auch das Richtige? Die persönliche Situation kann sich mit jeder Karte sofort ändern – und damit auch das angestrebte Ziel. Ein falscher Entscheid, ein misslungener Bluff und man steht plötzlich auf der anderen Seite des Spiels.
Während auf dem Spieltisch immer weniger Karten ausliegen, versucht man verzweifelt, seine Schlangen wegzuspielen. Je weiter fortgeschritten das Spiel ist, desto weniger kann man reagieren. Es bleibt jedoch immer eine permanente Spannung, die sich erst mit den letzten Tag-und-Nacht-Karten auf dem Tisch auflöst. In der passenden Spielgruppe sind die Falschen Schlangen ein Knaller. Man muss allerdings Bluffspiele mögen und sich auch in Deduktionsspielen wohlfühlen. Dann erkennt man auch den wahren Wert des eigenen Einflusses.
Fakten zu Falsche Schlangen
Autoren: Emely, Lukas, Inka & Markus Brand
Illustrationen: Tina Kraus & Florian Biege
Verlag: Edition Spielwiese
Spielerzahl: 3 – 6 Personen
Spieldauer: 15 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Tag oder Nacht
Wiederspielreiz: gross
Geeignet für 2 Spieler: kein 2er-Spiel
Beste Spielerzahl: ab 4 Personen
Richtet sich an: Familie




