Wer sich mit „Chrottepösche“, „Bonggi“ oder „Müntschi“ auskennt, reagiert sicher ein wenig schneller beim Kartenspiel Laggaff. Doch Reaktion ist nicht in erster Linie gefragt. Der Spielmotor ist von Uno, die Dialekte aus der Schweiz, die Effekte fies.

Es gibt mehrere Spielvarianten für Laggaff, eine wird auf den Regelkarten explizit erklärt. Die schauen wir uns hier genauer an. Das Kartenspiel ist „Made in Switzerland“. Zur Vorbereitung mischt man sämtliche Karten und verteilt je 7 an die teilnehmenden Personen. Die restlichen Karten bilden einen Nachziehstapel. Wer das Spiel startet legt eine beliebige Karte offen auf den Tisch.
Und so wird gespielt:
Die Karten sind grob in zwei Gruppen einzuteilen. In der einen Kartengruppe findet man auf jeder Karte einen Begriff, wie man ihn in den Dialekten in Zürich, in Bern, im Wallis, in Basel oder in Graubünden nennt. Zur besseren Erkennung und für Notfälle steht auch der deutsche Name immer unten auf der Karte.
Die zweite, schwarze Kartengruppe besitzt unterschiedliche Effekte. Sie lösen immer etwas aus.

Nun sind die Spielregeln schnell erklärt. Wer an der Reihe ist, spielt eine passende Karte auf den Ablegestapel, auf der entweder der gleiche Dialekt oder dasselbe Wort zu finden ist. Das Spielprinzip kennen wir wohl alle von Uno mit Zahlen und Farben. Die schwarzen Effektkarten spielt man jederzeit auf den Stapel. Kann oder will jemand nicht ausspielen, zieht man eine Karte vom Nachziehstapel nach.
Ziel des Spiels ist es, wie bei Uno, sämtliche Karten wegzuspielen.
Unter den Effekten findet man ganz fiese Aktionen. Da muss man von allen Personen eine Handkarte ziehen, darf eine Karte nur mit exakt 5 Handkarten ausspielen, zieht 5 Karten und verteilt sie an die Mitspielenden oder lässt einen sicheren Gewinner ohne Karten noch einmal Karten nachziehen. Die Aktionen erinnern an das Kartenspiel Frantic, das ebenfalls mit einer ganzen Reihe fieser Aktionen arbeitet.
Namensgeber dieses Spiels ist die Karte „Laggaff“ (zu Deutsch: Lackaffe), die man nie regulär ausspielen kann. Ein Laggaff lässt sich aber gut verschenken und über Effekte verteilen.

Damit ist die Geschichte des Spiels erklärt. Wer sich unter dem Radar der Mitspielenden durch die Dialekte spielt und die Karten loswird, gewinnt die Partie.
Online findet man noch weitere Spielvarianten, die sich mit denselben Karten durchführen lassen.
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Fazit zu Laggaff
Mir gefällt die Spielidee mit den Schweizer Dialekten sehr. In einer ersten Spielrunde sorgt das immer für diverse Lacher und Überraschungen. Nennt man die Wörter jedes Mal beim Ausspielen, steigert das die Unterhaltung am Tisch. Auch die Einbindung der Effekte mit schweizerischen Begriffen wie „Bünzli“, „Sterne5i“ oder „Hans was Heiri“ ist sehr gelungen. So lassen sich die fiesen Attacken oft mit einem Schmunzeln ausspielen und ertragen.
Spielerisch erhält man mit Laggaff aber wirklich nichts Neues. Da ist der deutlich erkennbare Spielmotor von Uno und dort sind die fiesen Attacken von Frantic. Wer regelmässig spielt, hat das alles schon einmal gesehen. In kleineren Spielrunden funktioniert das kleine Kartenspiel gut und nach den bewährten Mustern, in grösseren Runden hat es auch schon zu einem Spielabbruch geführt. Mit 5 oder 6 Personen am Tisch hat meist immer jemand einen fiesen Effekt bereit, die Partie will und kann nicht enden. Das muss bei einem Spiel dieses Kalibers nicht sein.
Und noch ein letzter, grafischer Kritikpunkt: Beide Kartengruppen sind in dunklen Farbtönen gehalten. Zur besseren Unterscheidung der Gruppen hätte ich mir da einen deutlicheren Farbunterschied gewünscht zwischen hellen und dunklen Farben.
Fakten zu Laggaff
Autor: Dominic Kallen
Illustrationen: Dominic Kallen
Verlag: carta.media
Spielerzahl: 2 – 6 Personen
Spieldauer: 20 – 60 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Keine Karten mehr
Wiederspielreiz: ok
Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: 3 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie




