Swiss Gamers Award 2015

Swiss Gamers Award 2015Leise, still und heimlich wird er jedes Jahr verkündet – der Swiss Gamers Award. Ohne jemandem Unrecht zu tun, aber es ist wohl der erste Spielepreis des Jahres, der vergeben wird. Gewählt haben die Spielclubs der Schweiz. Geballte Spielkompetenz untersucht und bewertet Brett- und Kartenspiele und vergibt Punkte.
Hier ist das Ergebnis. Diese 5 Spiele haben die Spielclubs in der Schweiz überzeugt:

1. 7 Wonders: Duel | Autoren: Antoine Bauza + Bruno Cathala
2. Mombasa | Autor: Alexander Pfister
3. Auf den Spuren von Marco Polo | Autoren: Daniele Tascini + Simone Luciani
4. Mysterium | Autoren: Oleksandr Nevskiy + Oleg Sidorenko
5. Isle of Skye | Autoren: Andreas Pelikan + Alexander Pfister

Alle erwähnten Titel und ihre Punkte findet man auf der Webseite des Swiss Gamers Awards.

7 Wonders Duel

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Isle of Skye – Spielkritik

Bis zu 5 Clans möchten gerne die Vorherrschaft über die Isle of Skye übernehmen. Es entsteht ein spielerischer Wettstreit um die besten und attraktivsten Landschaftsplättchen. Und wie im richtigen Leben regiert dabei das Geld. Gutes Land ist eben teuer!

Isle of SkyeIsle of Skye ist eine Mischung aus Legespiel und Versteigerung. Gespielt wird, je nach Spielerzahl, in 5 oder 6 Runden. Die Zielvorgaben unterscheiden sich von Partie zu Partie, denn die vier Wertungsplättchen werden bei jedem Inselstreit neu definiert.
Jeder Spieler startet mit seiner Burg, um die er im Laufe des Spiels geeignete Landschaftsplättchen bauen soll. Die Plättchen müssen landschaftlich passen, Strassen dürfen auch im Nirgendwo enden.
Der Rundenablauf bleibt immer gleich. Erst wird das Einkommen festgelegt. Die Burg und mit ihr verbundene Whiskyfässer bringen Gold für den späteren Handel ein. Danach ziehen alle Spieler drei Landschaftsplättchen, für die sie geheim einen Preis festlegen. Eines der drei Plättchen markiert man allerdings, um es abzuwerfen. Nachdem alle überflüssigen Plättchen entfernt wurden, darf jeder Spieler bei einem anderen einkaufen gehen. Man entscheidet sich für ein Plättchen und bezahlt den vordefinierten Preis.
Ladenhüter, also Plättchen, die am Ende immer noch in der eigenen Auslage liegen, muss man selber kaufen. Mit dem korrekten Einbau in die eigenen Landschaft endet eine Spielrunde – es wird gewertet. Vier Spielziele liegen von Anfang an aus, doch nicht jedes wird in jeder Runde gewertet.

Isle of Skye 2

Damit geht man auf der Isle of Skye auf Punktejagd. Der Spielablauf ist schnell erklärt, die Aufgabe klar. Isle of Skye hat trotzdem verborgene Spieltiefe in der Landschaft. Das Abwerfen eines Plättchens ist so ein zentrales Element. Nur wer die Übersicht wahrt, erkennt, was andere dringend benötigen. Will man den Mitspielern nun ein Plättchen teuer zum Kauf vorlegen? Oder vernichtet man es bereits vorher? Auch die Preistreiberei hat so ihre Tücken. Wer Preise in die Höhe treibt, bleibt am Ende selber ziemlich teuer auf einer Landschaft sitzen. Das bezahlte (Lehr-)Geld fehlt dann in der nächsten Runde. Und dann wären da noch die Ziele: Man schafft es selten, auf allen Hochzeiten zu tanzen. Doch worauf legt man sich fest?

Isle of Skye 3

Ab der dritten Spielrunde erhalten Spieler, die zurück liegen, eine Art Ausgleichszahlung. Diese Prämie wird gegen Spielende immer höher. Es lohnt sich nicht unbedingt, zu früh in Führung zu gehen. Hohe Ausgleichszahlungen haben schon manche Wünsche erfüllt.
Trotz des einfachen Spielablaufs gibt es also noch so einiges zu bedenken auf der Insel. Genau davon lebt das Spiel. Durch das Ziehen der Landschaftsplättchen spielt der Zufall auch ein wenig mit. Nicht immer sind alle gewünschten Plättchen im Spiel. Dann braucht es eine gewisse Flexibilität. So eine Landschaft will eben gut geplant sein.

Am Ende findet eine Schlusswertung statt. Einige Landschaftsplättchen generieren noch zusätzliche Siegpunkte. Der neue Clan gewinnt nach Punkten die Vorherrschaft über die Isle of Skye.

Fazit:
Isle of Skye besitzt einen einfachen Spielablauf, bei dem man doch immer wieder Entscheidungen treffen muss. Obwohl man die Ziele immer vor Augen hat, muss man sein Gold gut einteilen. Der Plättchenverkauf stärkt zwar die eigene Geldbörse, aber auch die Landschaft der Mitspieler. Der geheime Bietmechanismus und das Legen der eigenen Landschaft fordern einen guten Überblick über die Situation aller Spieler. Man bewegt sich ständig in einem Spannungsfeld zwischen Angebot und Nachfrage. Im besten Fall legt man in einer Spielrunde gleich drei Plättchen an die eigene Landschaft, im schlechtesten Fall eines.
Das Spiel zu zweit wird zum direkten Duell. Da man nur an einem Ort einkaufen kann, konzentriert sich das Spiel auf zwei Baustellen. Die Plättchenauswahl wird spürbar kleiner, dadurch bleibt man manchmal auf unfertigen Inselteilen sitzen. Persönlich ziehe ich eine Partie ab drei Spielern vor.
Isle of Skye ist auf jeden Fall ein abwechslungsreiches Spiel, bei dem man, trotz einfacher Regeln, geschickt planen muss. Durch die unterschiedlichen Zielvorgaben muss man seine Insel auch jedes Mal anders legen. Hier erlebt man handelndes Bauen in Reinkultur.

Isle of Skye | Autoren, Andreas Pelikan, Alexander Pfister | Verlag: Lookout Spiele
Legespiel für 2-5 Personen | Spieldauer: ca. 60 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Den Inselblick an manchen Stellen | Wiederspielreiz: sehr gross

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Neuheiten von Schmidt Spiele im Frühjahr 2016

Schmidt Spiele hat einige Neuheiten für diesen Frühling angekündigt. Das Spektrum ist breit und geht von Vampiren über Piraten bis hin zur Ferieninsel. Also für alle etwas dabei. Hier eine Auswahl, kurz vorgestellt:

Dream Island | Autor: Lorenz Kutschke
Schöner Urlaub. Da werden die Urlauber von Insel zu Insel versetzt, damit man die Aufträge auch erfüllen kann. Wer seine Bewegungspunkte geschickt einteilt, wird den Herausforderungen vielleicht gerecht. Für 2-4 Spieler, ab 8 Jahren, 30 Minuten.

Skull King – Das Würfelspiel | Autor: Manfred Reindl
Nachdem das Kartenspiel so erfolgreich war, darf nun auch gewürfelt werden. Dabei wird Bewährtes mit Würfeln gemischt. So entsteht ein Stich-Würfelspiel mit Ansage – und Glück und Geschick geben sich die Hand. Für 3-6 Spieler, ab 8 Jahren, 25 Minuten.

Vampire Queen | Autor: Wolfgang Kramer
In diesem Kartenspiel müssen sich die Vampire rechtzeitig in der Gruft in Sicherheit bringen. Wer seine Vampire zuerst los wird, gewinnt die Spielrunde. Ein Karten-Ablegespiel für 3-12 Spieler, ab 8 Jahren, 25 Minuten.

Stadt Land Fluss Extreme | Autor: Peer Sylvester
Das Spiel ist grundsätzlich bekannt, doch hier wird das Gehirn gleich doppelt gefordert. Die Begriffe müssen nämlich zwei Kategorien gleichzeitig angehören. Die Suche erfolgt natürlich unter Zeitdruck. Für 2-10 Spieler, ab 8 Jahre, 15 Minuten.

Dream Island  Skull King - Das Würfelspiel  Vampire Queen  Stadt Land Fluss Extreme

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El Capitan – Spielkritik

Das Thema Piraten ist spielerisch nie ausgeschöpft, gerade auch in Bezug mit Kindern. Bei El Capitan testet der alte Kapitän das Gedächtnis und die Schnelligkeit seiner Piraten, um einen geeigneten Nachfolger zu finden. Ein Spiel für die ganze Familie und, wie immer bei Memory-ähnlichen Spielen, mit Vorteil für die Kinder.

El Capitan 1Man staunt, was alles in die kleine Schachtel von El Capitan passt. Eine Schatztruhe, kleine Piratenschiffe, viele Karten und eine Sanduhr. Dieses Spiel hat keine Luft – zumindest nicht mehr in der Schachtel. Jeder Spieler erhält 12 Karten mit Comiczeichnungen aus dem Piratenalltag. Die legt man übersichtlich vor sich aus. Alle Spieler haben ein wenig Zeit, um sich die Position der Karten zu merken. Danach dreht man die Karten um.

Nun kommt auch noch Tempo ins Spiel. Von einem unabhängigen Kartenstapel dreht man Karte für Karte um. Jeder Spieler stellt sein Piratenschiff auf seine verdeckte Karte, wo er die Vorgabe vermutet. Danach legt man seine Hand auf den unabhängigen Kartenstapel. Die Platzierungen sind wichtig für die mögliche Belohnung aus der Schatzkiste. Je eher man fertig ist, desto grösser fällt die Belohnung aus – natürlich nur, wenn man auch die richtige Lösung gefunden hat. Der Reihe nach kontrolliert man bei jedem Spieler, ob die verdeckte Karte wirklich mit der gesuchten übereinstimmt. Bei einer falschen Lösung muss man ein Goldstück in die Schatztruhe zurücklegen. Hat man sich den Ort der Karte richtig gemerkt, erhält man Taler aus der Schatzkiste als Belohnung. Nur der letzte, also der langsamste, Spieler bekommt nichts.
Und weil Piraten eigentlich ein aufregendes Leben führen, gibt es noch drei Sonderkarten, die irgendwann im grossen Stapel auftauchen.
Der Sturm mischt die eigenen Karten ordentlich durcheinander. Alle Karten werden neu ausgelegt. Nach einer Minute Einprägungszeit geht es mit den neuen Kombinationen weiter.
Beim Fernrohr darf man sich eine eigene Karte noch einmal ansehen. Sicher ist sicher. Doppelt gecheckt, schützt den eigenen Goldschatz.
Wer die Piratenflagge aufdeckt, darf zwei Karten eines Mitspielers vertauschen. Damit macht man sich keine Freunde.

El Capitan 2

Sind alle Karten des Stapels aufgedeckt, endet das Spiel. Wer die meisten Goldmünzen besitzt, wird neuer Kapitän.

Fazit:
El Capitan ist ein toll ausgestattetes Spiel für die ganze Familie. Die Schiffe und die Schatzkiste schaffen sofort Atmosphäre, dazu noch die witzigen Illustrationen. Spielerisch bringt El Capitan allerdings nicht viel Neues. Es ist eine Mischung aus Memory und Halli Galli: Tempo meets Hirn. Wer sich seine 12 Karten gut einprägen kann und das Schiff noch möglichst schnell an die richtige Stelle setzt, hat die Nase vorn. Die Aktionskarten bringen ein wenig Abwechslung ins Spiel. Doch es hätten ruhig ein paar mehr sein können. Ist man von der Piratenflagge nicht direkt betroffen, mischt einzig der Sturm die Karten aller Spieler neu. Ist der fast am Ende des Stapels versteckt, plätschert das Spiel ein wenig auf dem Meer dahin. Kurz gesagt: Das Material ist top, spielerisch solide, mit dem Wunsch nach mehr Tumult auf dem Schiff.

El Capitan | Autorin: Charlotte Fillonneau | Verlag: Gigamic
Spiel für 2-6 Personen | Spieldauer: 20 Minuten | Ab 6 Jahren | Benötigt: Schnelles Hirn und flinke Finger | Wiederspielreiz: ok

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Neuheit des Nürnberger-Spielkarten-Verlags im Frühjahr 2016

Das wird doch mal eine übersichtliche Spielvorstellung, denn der Nürnberger-Spielkarten-Verlag bringt mit Life is Life ein tierisches Kartenspiel auf den Markt. Es darf getauscht werden. Die wichtigsten Daten:

Life is Life | Autor: Lorenz Kutschke
Bei diesem Kartenspiel schwimmen die Tiere um ihr Leben. Reihum tauscht man seine Handkarten schön und versucht, möglichst viele Tiere einer Art zu retten. Gelingt das nicht, so verliert man am Rundenende ein Leben. Gespielt wird so lange, bis nur noch der Sieger übrig bleibt. Für 3-5 Spieler, ab 8 Jahren, 30 Minuten.

Life is Life

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