Neuheiten vom Nürnberger-Spielkarten-Verlag im Herbst 2016

Der Nürnberger-Spielkarten-Verlag hat zwei Neuheiten zu bekannten Spielen für den Herbst 2016 im Gepäck. Zudem noch ein Kartenspiel, das wie eine ehemalige Boygroup heisst. Das kann ja was werden…

The Game Extreme | Autoren: Steffen Benndorf, Reinhard Staupe
Wer bei The Game immer noch ab und zu verzweifelt, der sollte einen grossen Bogen um The Game Extreme machen. 7 Befehle wurden auf den Spielkarten verteilt, die sofort befolgt werden müssen. Sie werden das Spielerleben nicht vereinfachen. Für 1-5 Spieler, ab 8 Jahren.

Qwixx: Das Duell | Autor: Steffen Benndorf
Beim Würfelduell legt man Spielsteine und versucht Türme zu bauen. Das versucht der Mitspieler natürlich zu verhindern – und schon steckt man mitten im Duell. Für 2 Spieler, ab 8 Jahren.

Take that | Autoren: Reinhard Staupe, Andreas Spies
Entweder man legt eine Karte passend an oder man twistet. Schafft man beides nicht mehr, sammelt man Minuspunkte. Für 2-4 Spieler, ab 8 Jahren.

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Game of Trains – Spielkritik

Bei Game of Trains lässt sich thematisch nicht viel verbergen – es geht um Züge. Doch die schönen Lokomotiven sind nur Dekoration. Die Waggons müssen nämlich sortiert werden. Sind sie zwar schon, aber irgend ein Lehrling scheint den Plan verkehrt herum gelesen zu haben. Das lässt sich doch leicht korrigieren.

game-of-trains-1Jeder Spieler startet mit einer schönen Lok und 7 Waggons, die in absteigender Reihenfolge angehängt sind. Jeder Waggon besitzt nämlich eine Zahl von 1 bis 84. Da wohl jemand äusserst schlampig gearbeitet hat, muss nun umsortiert werden. Die Waggons sollen nämlich in aufsteigender Reihenfolge angehängt sein.
Bevor das Spiel startet, darf jeder Spieler bereits eine Karte ausbessern. Ein Waggon darf durch eine Karte vom Nachziehstapel ersetzt werden. Aussortierte Karten müssen immer neben den Nachziehstapel gelegt werden. Noch sind sie nicht ganz aus dem Spiel, denn es zählen ab sofort nur noch ihre Kartenfunktionen.

Der Spielzug eines Spielers läuft flüssig und schnell ab. Man muss sich nur entscheiden, ob man eine Karte vom Stapel nachzieht oder die Funktion einer ausliegenden Karte nutzen will.
Mit der Karte vom Nachziehstapel muss man einen Waggon in seinem eigenen Zug ersetzen. Das Ziel dabei nie aus den Augen verlieren: Aufsteigende Reihenfolge.
Die Funktionen verleihen dem zusätzliche Möglichkeiten. Jede Karte besitzt eine Funktion: Benachbarte Waggons tauschen, einen Waggon um 2 Positionen nach links oder rechts verschieben. Besonders fiese Funktionen müssen alle Spieler befolgen: Den ersten, mittleren oder letzten Waggon der eigenen Zugreihe entfernen und mit einer zufälligen Karte vom Nachziehstapel ersetzen. Diese „wackligen“ Waggons lassen sich aber mit einer Schutzkarte schützen. Doch Vorsicht: Verschiebt man den eigenen Schutz, fliegt er wieder aus dem Spiel.

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Liegt eine Funktionskarte doppelt in der Auslage, muss sie entfernt werden. In seltenen Momenten können Funktionen gleich mehrfach ausliegen, dann verschwinden immer zwei davon. Damit lässt sich natürlich taktisch spielen. Die Mitspieler sollten möglichst keine grosse Funktionsauswahl haben. Denn die damit verbundenen Möglichkeiten bringen die Waggons schnell in Position.

Wer zuerst seine Waggons in aufsteigender Reihenfolge rangiert hat, gewinnt Game of Trains sofort.

Fazit:
Die Regeln sind klar und einfach. Die erste Partie Game of Trains startet sofort und man denkt sich: War’s das? Doch schnell merkt man, dass nicht die Möglichkeit eine Karte nachzuziehen massgebend ist für den Erfolg. Entscheidend ist, was man ablegt und den Mitspielern als Funktion zur Verfügung stellt. Hier kann man gute Vorlagen legen oder eben strategisch darauf achten, was andere Spieler sicher nicht brauchen können. Dazu benötigt das Spiel immer auch einen Blick auf die Züge der Mitspieler. Dass doppelte Funktionskarten verschwinden, ist ebenfalls ein taktischer Kniff. Man legt viel lieber eine Funktionskarte rein, bei der man weiss, dass sie sofort aus dem Spiel kommt und keinen Schaden mehr anrichtet. Game of Trains ist ein schnelles Kartenspiel für die ganze Familie mit einfachen, taktischen Kniffen und meist sehr knappem Ausgang.

Game of Trains | Autor: Autorengruppe Trehgrannik | Verlag: Abacusspiele
Kartenspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 20 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Eine funktionale Reihenfolge | Wiederspielreiz: gross

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SPIEL 16 – Randnotizen Teil III

cafe-soloAus unerklärlichen Gründen habe ich in meinem persönlichen Pressehauptsitz mitten in Essen ohne Frühstück gebucht. Ein beinahe unverzeihlicher Fehler, den man leicht hätte korrigieren können. Doch irgendwie stand mir der Sinn dieses Jahr nicht nach „Sturm auf das Frühstücksbuffett“. Daher entschied ich mich, Essen frühmorgens auf eigene Faust unsicher zu machen. Das sollte sich lohnen. Mitten in der Essener Einkaufsstrasse liegt das Café Solo – eine wunderbare Entdeckung. Tritt man ein, betritt man eine andere Welt. Zumindest fühlt es sich so an, wenn man den Vortag in den heiligen Spielhallen verbracht hat und den Lärmpegel in den oberen Stufen auswendig kennt. Das Café Solo lässt alles vergessen. Friedliche, gemütliche Stimmung wird durch sanfte Gitarrenklänge und den Gesang eines Songwriters (leider ab CD) unterstützt. Die grossen Fenster zur Einkaufsstrasse laden zum Beobachten der Leute ein, die bereits früher unterwegs sind. Oft gehetzt, mal mit Kaffee in der Hand, häufiger mit Telefon oder im Dunst der morgendlichen Zigarette. Das Leben in Essen pulsiert am Morgen eher gemächlich, aber die Ruhe tut gut. Es gibt tatsächlich auch ein Leben ausserhalb der Messe.
… Zumindest so lange bis sich am Nebentisch ebenfalls zwei Spielbegeisterte zum Frühstück treffen. Zack – da hat dich die Messe wieder voll in ihren Fängen.
„Warst du schon am Stand von…?“
„Hast du das Spiel von … schon ausprobiert?“
„Bei den Regeln von Last Friday bin ich gestern eingeschlafen.“

Man entkommt ihr einfach nicht – der Messe. Nicht in Essen, nicht um Essen, da bleibt nur noch ein Möglichkeit – mit der nächsten U-Bahn wieder mitten in den Trubel hinein!

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SPIEL 16 – Randnotizen Teil II

Nach der Messe ist ja bekanntlich vor der Messe. Ich kann euch aber auch sagen, dass vor der Messe schon vor der Messe ist. Die Szenen vor der offiziellen Öffnung der Hallen waren in diesem Jahr noch faszinierendes als letztes Jahr.

Als internationaler Gast bin ich im Zentrum von Essen einquartiert. Mein persönlicher Gang zur Messe startet also immer mit einem kurzen Weg zur U-Bahn-Station Essen Hbf. Vom letzten Jahr wusste ich: Wer zum falschen Zeitpunkt dort eintrifft, steht schon das erste Mal in der Warteschlange an der Rolltreppe zum Gleis. Davon blieb ich dieses Jahr, im Gegensatz zu anderen Besuchern, verschont.

st-img_5329Hat man den Weg zum Gleis der U11 einmal geschafft, wartet ein erstklassiges Unterhaltungsprogramm der Essener Verkehrs-AG auf die Passagiere. Ausgerüstet mit einem Mikrofon wird jede U-Bahn vor der Einfahrt offiziell angekündigt und begrüsst. Man wähnt sich in einem der bekannten Fussballstadien von Dortmund, Düsseldorf oder Gelsenkirchen: „Im Tor steht heute die Bahn mit der Nummer 11…“ Mit dem grossen Besucherandrang kam es natürlich auch zu Unterbrechungen, gefolgt von Jubel, wenn endlich wieder eine U-Bahn den Bahnhof erreichte. Der spontane Szenenapplaus wurde aber gleich von Buh-Rufen abgelöst, wenn die Bahn bereits proppenvoll den Bahnsteig erreichte. An ein Auffüllen war nicht mehr zu denken.

Steht man endlich Ölsardinen-mässig in einer Bahn und holpert langsam Richtung Messe, folgen die nächsten Probleme. Einige U-Bahn-Fahrer lösen auch solche Situationen mit viel Humor: „Ich würde ja gerne weiterfahren, wenn es irgendwie geht. Doch mit offenen Türen ist das auch für mich unmöglich. Versuchen sie doch bitte, irgendwie quer zu stapeln, wenn das noch möglich ist. Danke.“ Wie soll man einer derart charmanten Aufforderung auch widerstehen können?

Noch bestimmter erfolgte nur die Durchsage auf meinem Heimflug Richtung Zürich. „bla bla Notausgänge befinden sich bla bla bla Sauerstoffmasken bla bla bla Die Benutzung eines Samsung Galaxy Note 7 ist während des gesamten Fluges verboten!“ Da hat die Marketing-Abteilung von Samsung wirklich ganze Arbeit geleistet. Keine andere Firma hat es geschafft, sich mit einem Produkt derart prominent in Szene zu setzen. Zum Glück können Spiele nicht explodieren.

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SPIEL 16 – Randnotizen Teil I

Neben vielen Neuheiten, zahlreichen Spielen und noch mehr Besuchern erlebt man an der SPIEL in Essen auch diverse Randgeschichten. Denn die Messe lebt – in den Hallen, in und um Essen und mit allen Besuchern, die alle ihre Geschichten erleben.

Als Blogger bewege ich mich an der SPIEL nicht nur in den Besucherströmen. Mein Messealltag besteht auch aus Terminen, an denen ich mich bei den Verlagen zeige und das Neuheiten-Programm vorgestellt bekomme. Natürlich ist nie alles möglich, ich beschränke mich im Vornherein schon auf Verlage, deren Spiele auch später noch in der Schweiz erhältlich sind und die auch inhaltlich zur Webseite passen.
Dieses Jahr hatte ich noch ein weiteres Ziel: Ich wollte zum ersten Mal Michael Menzel (Die Legenden von Andor) persönlich treffen, der die Illustrationen zu meinem Buch „Kinder erklären die Welt“ gemacht hat. Er wird auch an der Fortsetzung wieder mit dabei sein, die nächstes Jahr bei einem Schweizer Verlag erscheint. Die Arbeit am neuen Buch hat bereits begonnen.
So trafen wir uns zu einem Kaffee und tauschten uns zu verschiedenen Projekten aus. Natürlich fiel das Gespräch auch auf Teil III seiner Andor-Geschichte. Er erzählte, dass es knapp wurde mit der Fertigstellung des Spiels. Er ist aber auch überzeugt von „Die letzte Hoffnung“, es sei ein tolles Spiel geworden. Trotzdem wisse man nie so recht, wie das Spiel ankomme. Ob es überhaupt noch gefragt sei, in der grossen Masse von Neuheiten.

Nun, diese Frage erhielt der Autor und Illustrator schon wenige Stunden später beantwortet. Der Kosmos-Verlag lud zur Autogrammstunde mit Michael Menzel. Als ich nach einem meiner Termine noch schnell einen Blick auf die Aktion werfen wollte, staunte ich nicht schlecht. Die Menschenschlange bei Kosmos galt nicht etwa dem Exit-Room. Andor-Fans standen sich um zwei weitere Ecken des riesigen Kosmos-Standes die Füsse platt, um dem Erfinder Andors „Hallo“ zu sagen. So werden auch letzte Zweifel eliminiert und ich bin mir sicher, dass auch der dritte Teil Andors von Spielerinnen und Spielern mit offenen Armen empfangen wird.

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