The Game – App – Spielkritik

The Game ist das Kartenspiel des Nürnberger-Spielkarten-Verlags, das 2015 auf der Nominierungsliste zum „Spiel des Jahres“ stand. Da das Karten-Ablegespiel sich auch sehr gut solo eignet, ist es prädestiniert, um als App den Markt zu erobern. Das Spiel ist erschienen, brettspielblog.ch hat es getestet.

The Game - AppThe Game kann in der App-Form gleich in drei unterschiedlichen Modi gespielt werden. Die klassische Variante präsentiert das Standard-Spiel, wie man es vom ursprünglichen Kartenspiel her kennt. Karten müssen auf- oder absteigend abgelegt werden. Mindestens 2 Karten muss man spielen, danach zieht man nach. Je weniger Karten am Ende übrig bleiben, desto besser. Schon hier können zusätzliche Schwierigkeitsgrade gewählt werden, in denen man mehr als 2 Karten zwingend ablegen muss.
Als zweite Spielmöglichkeit bietet sich die Variante „On Fire“ an, die im richtigen Kartenspiel erst später erschienen ist. Die Grundregeln bleiben gleich, doch die Feuer-Karten (11, 22, 33, etc.) müssen jeweils sofort abgedeckt werden. Auch hier variiert man den Schwierigkeitsgrad je nach Bedarf.
Als Neuheit kommt der Modus „Lift Up“ ins Spiel. Hier erhalten die Spielzüge Punkte. Die Rückwärtszüge sind besonders lukrativ. „Lift Up“ spielt man mit der „On Fire“-Erweiterung. Man spielt, so lange man kann. Die Punkte kommen in eine Bestenliste, so dass man eigene Rekorde jagen kann.

The Game - App 2

In der App-Version von The Game fühlen sich Kenner des Spiels sofort zu Hause. Die Umsetzung ist sehr gut gelungen und bietet einen hohen Wiedererkennungswert. Wer sein Smartphone oder Tablet sowieso immer dabei hat, erhält eine prima Unterhaltung. Dass die „On Fire“-Erweiterung gleich dabei ist, ist super. Mit der Punktejagd ist zudem ein optimaler Solomodus gefunden worden.

Fazit:
Die The Game-App ist eine tolle Umsetzung des Kartenspiel. Dass gleich drei Modi zur Verfügung stehen sorgt für Abwechslung, zudem lassen sich die Schwierigkeitsgrade variieren. Da man alleine spielt, ist die Punktejagd natürlich eine gelungene Sache. So versucht man, die eigenen Rekorde purzeln zu lassen. Das Spiel ist nicht einfach zu lösen. Die Aufgaben sind knifflig, selbst in der leichtesten Variante. Wer es unter 10 übriggebliebene Karten schafft, hat schon sehr gut gearbeitet. Die App-Umsetzung ist optimal gelungen und bietet beste Alleinunterhaltung für unterwegs. Für Kenner des Original-Kartenspiels muss man allerdings anfügen: Den Nervenkitzel des Miteinanders beim Ablegen der Karten kann die App natürlich nicht imitieren. Hier spielt man die Solo-Variante.
Die App kann man im App Store und im Google Play Store kaufen.

The Game – App | Autor: Steffen Benndorf | Entwickler: Outline Development
Kartenspiel-App ab 7 Jahren | Android und iOS | Spieldauer: 10 Minuten pro Partie | Benötigt: Geeignete Karten-Ablege-Taktik | Wiederspielreiz: gross 

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Cornwall – Spielkritik

Äusserst abwechslungsreich muss die Landschaft von Cornwall sein. Wer sich nicht im Moor verläuft, wandert über Wiesen, durch Wälder oder Dörfer. Und nicht zuletzt gehört natürlich auch ein Besuch im Pub dazu. Man muss seine Arbeiter nur rechtzeitig wieder rausholen.

Cornwall 1Cornwall ist ein Legespiel. Bekennende Spieler werden nach dem ersten Blick sofort „Carcassonne!“ rufen und liegen damit nicht ganz falsch. Ähnlichkeiten sind durchaus vorhanden. Die Landschaftsplättchen sind aber sechseckig und liegen schon in verbundenen Stücken auf dem Tisch. Je 3 Felder bilden ein Landschaftsplättchen, das aus unterschiedlichen Teilen bestehen kann. Da gibt es Berge, Dörfer, Moore, Wälder und Wiesen.
Jeder Spieler erhält einige Arbeiter, die sich gewichtig unterscheiden: Klein, lang, dick. Diese Wertung wird später noch wichtig sein.

Ein aktiver Spieler zieht sich ein verdecktes Landschaftsplättchen und legt es an das bisher ausliegende Cornwall an. Dabei muss mindestens ein Gebiet passend sein. Sind gleich mehrere Gebiete passend, bringt das zusätzlich Geld ein – ein oder zwei Münzen liegen drin. Danach darf der Spieler einen Arbeiter auf eine eben gelegte Landschaft setzen. Das ist kostenlos, sofern sich noch keine weiteren Arbeiter auf dem Gebiet befinden. Sonst muss man den Einsatz mit Geld ausgleichen. Auch wenn man einen zweiten oder dritten Arbeiter auf das eben gelegte Plättchen legen möchte, kostet das Geld. Da der Geldregen beim Anlegen der Plättchen nicht immer so gross ist, steht man laufend vor der Entscheidung, ob es sich lohnt einen Arbeiter zu setzen oder eben nicht.
Noch hat man mit seinen Arbeitern nichts gewonnen. Erst wenn ein Gebiet ganz abgeschlossen ist, wird es gewertet. Nun kommen auch die Werte der einzelnen Arbeiter wieder ins Spiel. Wer die Mehrheit in einem Gebiet hat, erhält die Punkte. Gebiete mit einer Flagge sind zudem punktereicher, so dass auch der Zweitplatzierte noch profitiert.

Cornwall 2

Landschaften wertet man auch, wenn ein Cottage gesetzt wurde. Die befinden sich auf einigen Landschaftsplättchen. Cottage-Gebiete dürfen später nicht mehr erweitert werden. Damit kennt man schon alle Legeregeln, bleibt nur noch die Frage, was man nach der Arbeit macht: Man geht in ein Pub. Die Arbeiter müssen dort erst ausgelöst werden, um sie ein weiteres Mal zu verwenden. Das kostet natürlich ein Geld – damit holt man aber gleich alle Arbeiter einer Farbe zurück.

Arbeiter in Moorgebieten suchen wohl ewig nach dem Ausgang. Sie bleiben bis zum Ende dort stehen und bringen erst dann Punkte ein. Da man nur 7 Spielfiguren besitzt, sollte man sorgsam mit ihnen umgehen. Wenn sämtliche Landschaftsplättchen gelegt wurden, wertet man die übriggebliebenen Felder und der Sieger nach Punkten steht fest.

Fazit:
Cornwall ist ein rundes, gut funktionierendes Legespiel. Die Spielregeln sind einfach, es wird schnell gebaut. Der Glücksfaktor beim Ziehen der Landschaften ist gross, besonders weil gute Plättchen auch viel Geld bringen, das man beim Setzen der Arbeiter wieder brauchen kann. Alles ist eben verzahnt. Die besten Legeplätze muss man erst einmal finden. Sonst vergibt man Geld und gute Positionen. Und nicht zuletzt ärgert man seine Mitspieler immer mal wieder, wenn Gebiete früher abgeschlossen und gerade noch Mehrheiten gesichert werden. Cornwall ist ein gutes Familien-Legespiel, das einige Gesichter hat. Ein kleiner Vorbehalt bleibt: Hat man schon andere Legespiele, wird einem vieles bekannt vorkommen. Cornwall bringt keine neuartige Spielekost auf den Tisch.

Cornwall | Autor: Johannes Schmidauer-König | Verlag: Schmidt
Legespiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Auge für Landschaft und Mitarbeiter | Wiederspielreiz: ok

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Life is Life – Spielkritik

Grundsätzlich können fast alle Tiere schwimmen – aber sie machen es nicht alle gleich gern. Gut zu sehen im neuen Kartenspiel Life is Life. Im Wasser zeigt eben jeder sein wahres Gesicht. Also sammeln wir alle wieder ein – am besten möglichst zahlreich.

Life is Life 1Life is Life ist ein Karten-Sammel-und-Tausch-Spiel. 10 Handkarten erhält jeder Spieler, in der Tischmitte liegen in Reihen weitere Karten aus. Die ausliegenden Karten werden in jeder Reihe mehr: Eins, zwei, drei, vier. Ziel ist es, die Mehrheit der einzelnen Tierarten in der Hand zu halten. Je nach Wert der Karte bringt das auch viele Punkte ein.
Da kaum jemand mit seinen Startkarten zufrieden sein wird, dürfen alle reihum Karten tauschen. Dabei gilt folgende Regel: Ein komplette Reihe muss durch dieselbe Anzahl an Handkarten getauscht werden.

Getauscht wird so lange, bis ein Spieler meint, das perfekte Blatt in Händen zu halten. Dann klopft er auf den Tisch, alle anderen Spieler erledigen noch ihren letzten Kartentausch. Nun kommt es zum grossen Vergleich. Wer die alleinige Mehrheit einer Tiersorte besitzt, kriegt die entsprechenden Punkte gutgeschrieben. Giraffen bringen es so beispielsweise auf 9 Punkte, Katzen nur auf 4. Und ganz gemein: Geteilte Mehrheiten bringen keine Punkte.

Life is Life 2

Life is Life ist ein Ausscheidungsspiel. Jeder Spieler startet mit 5 Leben, von denen er eines oder zwei verliert, wenn er in der Punkterangliste nur mitschwimmt. Wer am meisten Punkte erreicht, geht unbeschadet in die nächste Spielrunde.
Ein Durchgang kann auch schon früher enden. Mit 4 Katzen, 5 Hasen oder 5 Schweinen darf man seine Karten sofort offenlegen. Alle Mitspieler verlieren ein Leben.

Wer zuletzt schwimmt, gewinnt.

Fazit:
Die Bilder der Tiere bei Life is Life sind einfach tierisch! Jedes bewegt sich seinem Charakter entsprechend auf dem Meer. Das Spiel selber ist unkompliziert und schnell erklärt. Karten tauschen, Gegner beobachten und im richtigen Moment zuschlagen, also klopfen. Ob das dann tatsächlich der richtige Moment war, stellt sich beim Zählen der Karten schnell heraus. Darin besteht auch die Spannung im Spiel, die noch grösser wird, wenn man nicht in der vollen Besetzung spielt. Dann hat Life ist Life seine stärksten Momente. Es sind nicht alle Karten im Spiel – aber welche sind draussen? Reicht meine Mehrheit? Weniger nett sind Ausscheidungsspiele für die Ausgeschiedenen. Das muss man ertragen können, oder man passt in diesem Fall die Regeln ein wenig an. Denn Life is Life ist ein klares Familienspiel, spielt sich mit Gross und Klein locker und leicht. Ein solides Spiel für zwischendurch.

Life is Life | Autor: Lorenz Kutschke | Verlag: Nürnberger-Spielkarten-Verlag
Kartenspiel für 3-5 Personen | Spieldauer: ca. 30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Gutes Timing auf dem Meer | Wiederspielreiz: ok 

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Gipfelstürmer – Spielkritik

Bei Gipfelstürmer geht es um… Steinböcke schubsen. Das kennt man in der Schweiz. Mittlerweile hat sich dieser Trend in den Bergen zum neuen Nationalsport gemausert. Endlich wurde die Thematik auch bei einem Brettspiel aufgegriffen. Doch sind wir ehrlich: Diese Steinböcke sehen aus wie Ziegen.

Gipfelstürmer 1Gespielt wird mit 5 Würfeln und ebenso vielen Steinböcken in einer herrlichen Berglandschaft. Zwei Mal muss es einer der eigenen Steinböcke auf den Gipfel schaffen, damit man die Partie gewinnt. Dazu gibt es verschiedene Wege, denen man folgen kann. Um einen Weg zu nutzen muss man mit dem Würfel Bedingungen erfüllen. Gipfelstürmer nutzt hier den bekannten Kniffel-Mechanismus: Würfle ein Full House! Würfle vier gleiche Zahlen! Würfle zwei Paare! Würfle insgesamt 24 oder mehr! Je höher man steigt, desto schwieriger sind die gesuchten Kombinationen. In jedem Kletterversuch eines Spielers würfelt man bis zu drei Mal.

Nun folgt aber noch das ärgerliche Gedränge am Berg. Matterhorn-Touristen kennen das: Schlange stehen am Berg, in Einerkolonne zum Gipfel. Auch bei Gipfelstürmer gibt es grosse und kleine Felder. Während die grossen Felder beliebig vielen Steinböcken Platz bieten, sind die kleinen gerade mal für einen Steinbock gemacht. Würfelt sich ein weiteres Tier auf die kleine Klippe, schubst es das bisherige den Bergbach entlang in die Tiefe. Nicht alle Böcke haben daran ihre Freude und gar oft löst die Schubserei eine ganze Kettenreaktion aus. Die Regeln am Berg sind knallhart.
Was im ersten Blick nach Ärger aussieht, darf man auch positiv für sich nutzen. Eigene Steinböcke verdrängt man um eine Position nach oben. Und oft schafft man es mit genau diesem Schwung bis zur Spitze.

Gipfelstürmer 2

Was macht man, wenn der Bock bockt? Wenn keine passende Kombination gewürfelt wird, muss man einen Steinbock wieder nach unten auf das Startfeld verschieben. Und selbst das ist wieder eine Chance für einen neuen Schubs nach oben.

Gipfelstürmer 3

Ist ein Steinbock auf dem Gipfel angelangt, wartet er auf den nächsten Bock. Erst dann greift er wieder ins Spiel ein und kraxelt erneut den Berg hoch. Nach zwei erfolgreichen Gipfelstürmen steht der Gewinner fest.

Fazit:
Gipfelstürmer ist ein einfaches Familien-Würfelspiel. Der bekannte Mechanismus wird durch die Schubserei aufgewertet. So schnell wie man oben ist, wird man auch wieder nach unten durchgereicht. Natürlich benötigt man ein wenig Würfelglück, doch mit 5 Steinböcken am Berg hat man diverse Möglichkeiten, um nach vorne zu kommen. Mindestens ebenso wichtig wie die Würfelei ist die Positionierung am Berg. Gipfelbesteigungen gelingen meist nur mit positiver Schubserei. Auch für die Mitspieler bedeutet das: Achtsam sein und gute Positionen vereiteln. Gipfelstürmer spielt sich schnell und knackig, Positionen wechseln häufig, das Gedränge am Berg ist gross. Selbst wer ganz hinten liegt, kraxelt plötzlich wieder zum Gipfel. Eine gelungene Sache. Ein Thema bleibt: Liebe AMIGO’s, in der Schweiz sehen Steinböcke definitiv anders aus. Das Ganze gleicht eher einer Frühjahrswanderung der Bergziegen…

Gipfelstürmer | Autor: Friedemann Friese | Verlag: AMIGO
Würfelspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Bock auf den Gipfel | Wiederspielreiz: gross

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Die Legenden von Andor: Chada & Thorn – Bonus-Legende

Sind wir ehrlich: Das 2-Personen-Andor-Abenteuerspiel von Chada & Thorn hat förmlich nach weiteren Abenteuern geschrien. Ähnlich wie beim grossen Spiel lässt sich die Geschichte nämlich gut weiter erzählen. Und schon ist es soweit!

Autor Gerhard Hecht hat die erste Bonus-Legende entwickelt, die kostenlos auf der Andor-Webseite heruntergeladen werden kann. Sie trägt den Titel „Die Treibholzbucht“ und bietet neben der geschichtlichen Weiterentwicklung auch neue Weg-Karten. Das kooperative Abenteuer geht also weiter!

» Zur Bonus-Legende „Die Treibholzbucht“ von Die Legenden von Andor: Chada & Thorn

Chada und Thorn - Die Treibholzbucht

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