Die Portale von Molthar – Spielkritik

Befreit Molthar. Erlöst das Land von der Dunkelheit. Sammelt magische Perlen, um genug Macht zu erhalten. Das ist doch endlich mal eine Aufgabe, die eines Spielers würdig ist. Die Portale von Molthar zaubert ein wenig Magie auf den Spieltisch.

Die Portale von MoltharJeder Spieler besitzt ein eigenes Portal, das er im Laufe der Partie immer wieder mit verschiedenen Charakteren füllen kann. Auf dem Spieltisch liegen Perlenkarten (mit Zahlenwerten von 1-8) und Charakterkarten, auf deren Rückseiten Diamanten zu sehen sind. Die Karten werden immer getrennt behandelt. Und schon kann das fröhliche Karten-Tausch-Spiel beginnen.
Einem Spieler stehen in seinem Spielzug immer drei Aktionen zur Verfügung. Er kann dabei aus vier Möglichkeiten auswählen und Aktionen auch mehrfach ausführen.
– Er nimmt eine Perlenkarte aus der offenen Auswahl oder riskiert eine blinde Wahl vom Nachziehstapel.
– Er ersetzt sämtliche offen ausliegenden Perlenkarten. Auch Frühjahrsputz genannt.
– Er legt eine Charakterkarten auf sein Portal. Auch hier wählt er aus der offenen Auswahl oder dem Nachziehstapel.
– Er aktiviert einen seiner beiden Charaktere auf dem eigenen Portal.

Die Portale von Molthar 2

Jetzt ist Die Portale von Molthar im Grundsatz nur ein Karten-Sammel- und Austausch-Spiel. Mit den richtigen Perlenkarten aktiviert man seine Charaktere. Auch die wählt man sich möglichst gewinnbringend aus. Aktivierte Charaktere dreht man um. So bringen sie Machtpunkte, Diamanten oder besondere Fähigkeiten, die einmalig oder dauerhaft sind. Diamanten benötigt man ab und zu, um Charaktere zu aktivieren oder Perlenkarten zu manipulieren.
Hat ein Spieler seine drei Aktionen durchgeführt, darf er nicht mehr als 5 Handkarten besitzen. Überzählige Karten fliegen raus.

Die Portale von Molthar 3

Der Grundmechanismus von Die Portale von Molthar ist also sehr einfach. Der eigentliche Motor des Spiels sind die Karten und ihre Fähigkeiten. Das Spektrum ist gross: Zusätzliche Aktionen, Karten beim Mitspieler klauen, Karten wieder auf die Hand nehmen, Erhöhung des Handkartenlimits, etc. Aus all den besonderen Fähigkeiten gilt es nur noch, die richtigen zu finden.

Hat ein Spieler durch seine Charakterkarten zwölf Machtpunkte erreicht, spielt man die aktuelle Runde noch zu Ende. Wer am meisten Macht besitzt, gewinnt.

Fazit:
Einfacher Spielmechanismus, viele besondere Fähigkeiten – das beschreibt Die Portale von Molthar ziemlich treffend. Welche Karten benötigt man denn eigentlich? Auf welche Fähigkeiten will man setzen? Da auf dem eigenen Portal nur zwei Charaktere Platz finden, bleibt immer ein enger Entscheidungsspielraum. Erst müssen Karten aktiviert werden, bevor man sich auf neue Charaktere einlässt. So spielt es natürlich ein grosse Rolle, welche Karten gerade ausliegen – sowohl bei den Charakter-, als auch bei den Perlenkarten. Der Zufall spielt ein wenig mit. Trotzdem versucht man dauernd, seine Karten möglichst optimal zu nutzen: Die Perlenkarten für gewünschte Kombinationen, die Charakterkarten für besonders wichtige Fähigkeiten. Mit der Fülle an zusätzlichen Möglichkeiten bietet Die Portale von Molthar gute und kurzweilige Unterhaltung. Da werden Mitspieler geärgert und die eigenen Fähigkeiten optimiert und ausgebaut. Gegen Ende nimmt das Spiel mit einem guten Ausbau des Kartendecks immer mehr Fahrt auf. Das Kartenspiel macht gerade auch zu zweit eine Menge Spass.

Die Portale von Molthar | Autor: Johannes Schmidauer-König | Verlag: AMIGO
Kartenspiel für 2-5 Personen | Spieldauer: ca. 45 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Karten mit Charakter | Wiederspielreiz: gross

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TRIout! – Spielkritik

TRIout!, das ist DREIst auf dem deutschen Spielemarkt. Der deutsche Name mit der Zweideutigkeit trifft den Nagel eher auf den Kopf, als die internationale Namensgebung. Inhaltlich bleibt natürlich alles gleich: Ein Zahlen-Karten-Legespiel, bei dem die Karten möglichst schnell verschwinden sollen.

TRIout 1Das neue Kartenspiel von Ravensburger erinnert an die ersten Kartenlege-Zeiten auf dem Computer – Solitär lässt grüssen. Darauf baut TRIout! ein wenig auf, bietet allerdings mehr Möglichkeiten beim Loswerden der Karten.
8 Basiskarten mit den Werten von 1-8 bilden den Kopf des Spieltisches. Diese Karten liegen während des ganzen Spiels aus und zeigen auch den Raster der Spielmöglichkeiten an. Die restlichen Zahlenkarten (4 Farben, Werte 1-8) verteilt man gleichmässig an die Mitspieler. Von diesem verdeckten Nachziehstapel zieht jeder Spieler 5 Karten auf die Hand. Das Ziel des Spiel: Alle Karten müssen weg!

Die Legeregeln wirken beim ersten Mal ein wenig komplex, sind es aber nach dem ersten Spiel gar nicht. Zudem zeigt die Spielregel viele Situation anschaulich, so dass man schnell versteht, um was es geht.
Karten müssen in Reihen oder Spalten gelegt werden. Gelegte Karten müssen immer irgendwie mit den Basiskarten verbunden sein, das funktioniert natürlich auch über andere gelegte Karten. Die Kartenwerte müssen immer mit der Basis übereinstimmen. Legt man direkt an die Basiskarten, gehören immer zwei Karten hin. An bereits ausliegende Zahlen darf man auch nur eine weitere Karten hängen.

TRIout 2

Für Spalten und Reihen gelten unterschiedliche Legeregeln. In Reihen dürfen nur Zahlenkarten gleicher Farbe ausliegen. Entstehen „Löcher“, so kann man auch mit einer neuen Farbe weiterfahren. In Spalten gibt es keine Farbenordnung, nur der Zahlenwert muss stimmen – und natürlich die Verbindung zur Basis.

Bei einem „Dreier“ darf man sofort eine weitere Karte vom Nachziehstapel nehmen. Manchmal ist es aber besser, darauf zu verzichten. Doch darüber später mehr. Für einen Spalten-Dreier müssen drei gleiche Zahlen unterschiedlicher Farbe liegen. Zudem werden bei einem Spalten-Dreier sofort alle Karten der entsprechenden Spalte entfernt, zusätzlich noch jene, die danach ohne Verbindung zur Basis sind.

Legt man in einem Spielzug alle 5 Handkarten, darf man zur Belohnung seine Mitspieler beschenken. Zwei Karten des Nachziehstapels verschenkt man grosszügig in die Runde. Daher macht es keinen Sinn, Karten bei einem Dreier nachzuziehen, wenn man sicher alle legen kann.
Wer zuerst keine Karten mehr besitzt, gewinnt TRIout!.

Auch solo lässt sich TRIout! sehr gut spielen. Gegen einen fiktiven Gegner legt man seine Karten möglichst gut ins Feld. Spätestens hier machen Solitär-Freunde einen Freudensprung.

Fazit:
TRIout! ist ein pfiffiges, kleines Kartenspiel in Reihen und Spalten. Es findet sich immer eine Anlegestelle, aber man will den Mitspielern ja keine tollen Vorlagen geben. Wer in Spalten abräumen kann, macht das gerne und hinterlässt erst einmal Freiraum, der wieder gefüllt werden muss. Und die kleinen Freuden des Spiels erlebt man mit einer leeren Hand – und dem Weiterreichen von zwei Karten. Damit bietet TRIout! für jeden etwas: Perfektes Kartenanlegen, geschicktes Bilden von Dreiern und ein wenig Ärgern der Mitspieler. TRIout! ist kurzweilige Unterhaltung für Zahlenspieler, die auch mal die passende Lücke im System finden. Es eignet sich sehr gut für die ganze Familie.

TRIout! (D: DREIst)  | Autorin: Janet Kneisel | Verlag: Ravensburger
Kartenspiel für 1-4 Personen | Spieldauer: 20 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Den Zahlenblick in Reihen und Spalten | Wiederspielreiz: gross

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Sleeping Queens – Neu bei Game Factory 2016

Wenn eine kleine Prinzessin nachts von einem Spiel träumt, dann träumt sie von… schlafenden Königinnen! So geschehen bei Familie Evarts, die dann – schwupps – aus den Ideen der kleinen Miranda Sleeping Queens erschuf.

Nun warten die schlafenden Königinnen auf starke Könige, die sie endlich wachküssen und wecken. Und um das mittelalterliche Abenteuer zu komplettieren dürfen natürlich auch Drachen, Hofnarren, Ritter, Zauberstab und Schlummertrunk nicht fehlen. Mit den Karten versuchen die Spieler an die Königinnen zu gelangen, sie dienen aber auch der Verteidigung oder um Unruhe ins Spiel zu bringen.

Sleeping Queens ist ein einfaches Kartenspiel für die ganze Familie mit einer interessanten Geschichte IM und UM das Spiel. Es erscheint im Juli 2016.

Sleeping Queens | Autoren: Miranda Evarts & Family | Verlag: Game Factory
Kartenspiel für 2-5 Personen | Ab 7 Jahren 

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Sleeping Queens

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Skyliners – Spielkritik

Stockwerk um Stockwerk wächst die Stadt, es geht hoch hinaus. Doch bei Skyliners kommt es auf die ganz persönliche Sichtweise an. Und die sieht von jeder Seite nun mal anders aus.

Skyliners 1Gespielt wird in der Schachtel. Dort türmen sich schon bald die Stockwerke in den vier Spielerfarben. Vor dem Spiel setzt man noch einige neutrale, weisse Bausteine und einen Park in die Mitte der Stadt. Die Spielregel schlägt ein Einsteigerspiel vor. Da aber selbst die ausgebauten Regeln nicht sonderlich schwierig, dafür definitiv interessanter zu spielen sind, widme ich mich nur „Skyliners total“.
Jeder Spieler erhält Bausteine in seiner Farbe. Da gibt es Stockwerke, Dächer und einen Park. Diese Teile darf man bauen, doch die Gesetze sind streng: Stockwerke nur auf den Boden oder auf andere Stockwerke, ein Park darf nie überbaut werden, Dächer gehören auf ein Stockwerk und niemals auf den Boden. Jeder Spieler sollte sich den Bauplatz von seiner Seite betrachten. Denn am Ende zählt, was man sieht. Oder vielmehr: Wie viele Häuser man sieht. Verschwindet ein Haus hinter einem anderen, zählt es nicht für die Endwertung. Durch den quadratischen Bauraster kann also ein grosses Bauwerk in der ersten Reihe alle weiteren Türme abdecken und es bleibt nicht viel übrig. Zum Glück bleiben jedem Spieler fünf Baureihen für die eigenen Pläne.

Skyliners 2

Ein Spielzug bietet überschaubare Möglichkeiten mit zwei Aktionen. Im ersten Schritt muss irgendwo auf dem Feld gebaut werden. Die Regeln dazu sind bekannt. Als zweite Aktion baut man ein weiteres Teil an eine andere Stelle oder man gibt seine Planung im Baucontainer ab. Für jede seiner Reihen darf man nämlich einen Tipp abgeben: Wie viele Gebäude sieht man wohl am Ende von seiner Seite aus. Je eher man tippt, desto mehr Zusatzpunkte kann man sich am Spielende sichern. Doch Achtung: Nur richtige Tipps werden gezählt!
Nun baut man also seine Teile, versucht die Mitspieler entscheidend zu stören und die eigene Planung möglichst perfekt anzupassen. Zudem besitzt jeder Spieler noch eine geheime Mission. Er erhält zufällig ein Quartier zugeteilt, in dem am Ende der grösste Wolkenkratzer der Stadt stehen soll. Einige Bauplätze überschneiden sich mit Quartieren anderer Spieler. Wer hat am Ende die Nase vorn? Allein oder gemeinsam?

Skyliners 3

Hat ein Spieler alle Stockwerke verbaut, endet Skyliners und es geht an die Auswertung. Für jedes sichtbare Gebäude einer Reihe erhält man einen Punkt, wenn es mit der abgegebenen Planung übereinstimmt. Wertet man eine Reihe zuerst, stellt man auf die sichtbaren Gebäude eine Antenne – auch sie sind je einen Punkt wert. Ist der höchste Wolkenkratzer im eigenen Quartier, bringt das noch einmal drei Punkte.

Fazit:
Es ist eben alles ein Frage der Sichtweise. Skyliners ist ein Bauspiel mit einfachen Regeln. In jedem Spielzug schwankt man zwischen schnellem Bau, geschickter Planung oder Verhinderung gegnerischer Pläne. Dazu muss man die eigene Spielweise natürlich auch anpassen. Man sollte die eigenen Karten nie zu früh aufdecken. Auf frühe Planungen kann man auch hinarbeiten und sich später im Antennenbau profilieren. Eine richtig spannende Sache, die sich dank der verdeckten Ansagen erst am Ende entscheidet.
Doch Skyliners hat auch ein paar Mängel, die man erwähnen muss: Das Einführungsspiel ist gut gemeint, aber unnötig und langweilig. Auch in der ganzen Pracht ist das Spiel nicht komplex. Die punktezählenden Möwen stürzen früher oder später zwischen den Wolkenkratzern ab – kein gute Idee. Und so praktisch die Schachtel für den Bau während des Spiels ist, so unpraktisch ist sie für das Verstauen aller Teile.
Von diesen merkwürdigen Randerscheinungen sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Skyliners ist nämlich ein gut funktionierendes, spannendes Bauspiel für die ganze Familie mit dem Blick für das Wesentliche.

Skyliners | Autor: Gabriele Bubola | Verlag: Hans im Glück
Bauspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Bauteile, einen Plan und den passenden Architekten dazu | Wiederspielreiz: gross 

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Stone Age Junior – Kinderspiel des Jahres 2016

Rund einen Monat vor den grossen Wahlen wird das Kinderspiel des Jahres 2016 gewählt. Es ist Stone Age Junior von Autor Marco Teubner, erschienen im Verlag Hans im Glück.
Stone Age JuniorsNachdem die Reise in die Vergangenheit lange Zeit nur den Erwachsenen möglich war, erobern nun auch die Kinder die Steinzeit. Drei Hütten soll jeder errichten, die Rohstoffe dazu liegen im Land verstreut. Um sie zu sammeln, bewegt man seine Spielfigur mit verdeckt liegenden Plättchen durch die Steinzeit. Wer die Plättchen erkundet und sie sich merken kann, wird seine Hütten bald bauen.
Herzlichen Glückwunsch dem Gewinner!

Stone Age Junior | Autor: Marco Teubner | Verlag: Hans im Glück
Kinderspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Ab 5 Jahren

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