Die Götter Polynesiens, die Atua, geben dem Inselbauspiel den Namen. Denn Natur und Mensch sollen in Einklang und Harmonie leben, daher ist beim Inselausbau Vorsicht geboten. Wer achtsam baut, holt sich die notwendigen Harmoniepunkte für den Sieg.

Alles beginnt mit einer Dorfkarte, auf der das Zentrum der Insel zu sehen ist. Dazu mischt man einen Stapel aus Inselkarten und legt vier Karten offen in einer Reihe aus. Mit den restlichen Karten bildet man drei Stapel für die durchzuführenden Spielrunden. Alle erhalten 5 Kokosnüsse und ein zufälliges Bewohnerplättchen, das man verdeckt vor sich auslegt. Schicksalsplättchen komplettieren das allgemeine Angebot auf dem Spieltisch.
Und so wird gespielt:
Eine Partie Atua dauert exakt 9 Runden, in denen man jeweils eine neue Inselkarte auswählt und den Ausbau der Insel vorantreibt. Der Reihe nach führen alle ihre Aktionen aus, von denen drei eine Pflicht sind. Zuerst wählt man eine neue Inselkarte aus dem offenen Angebot auf dem Tisch. Nimmt man die erste Karte der Reihenfolge, ist sie kostenlos. Greift man weiter hinten zu, muss man eine Kokosnuss auf die Karten davor legen. Mit 5 Kokosnüssen hat man ein wenig Startkapital.

Die neue Inselkarte legt man an die eigene Insel an. Das geschieht ganz unkonventionell. Karten darf man kreuz und quer übereinander legen, mindestens 1 Symbol auf einer Karte muss dabei abgedeckt werden. Strandabschnitte müssen zusammenhängen, Meer darf nicht an Festland grenzen. So, wie man sich eine Insel eben wünschen würde. Danach füllt man die Reihe der Inselkarten wieder auf. Ausliegende Karten schiebt man weiter, die neue Karte kommt auf den letzten Platz der Reihenfolge.
Optional darf man sich ein Schicksalsplättchen erwerben. Diese Plättchen kosten Kokosnüsse und bringen zusätzliche Punkte, wenn man am Ende der Partie die Mehrheit einer Symbol-Kategorie auf der eigenen Insel besitzt. Erreicht man das Ziel nicht, gibt es Minuspunkte.
Ebenfalls optional darf man einmalig sein Bewohnerplättchen wenden. Das bringt sofort Harmoniepunkte ein, wenn die Symbole des Bewohners mit den ausliegenden Symbolen auf den allgemeinen Inselkarten übereinstimmen. Gutes Timing ist bei diesem Einsatz also gefragt.

Runde für Runde kommt man zu neuen Inselkarten bis ein Stapel leergespielt ist. Dann erfolgt eine Zwischenwertung. Und die sind das Highlight des Spiels. Insgesamt gibt es 6 Wertungskategorien. Bei der ersten Wertungsrunde entscheidet man sich für ein Ziel, das man werten will. Die zweite Zwischenwertung benötigt zwei Wertungsziele, und am Ende müssen die letzten drei Ziele gewertet werden. Man versucht, auf die einzelnen Wertungen hinzuarbeiten, um viele Punkte zu ergattern.
Die Wertungen sind vielseitig. Man muss Symbole sammeln auf seinen Inselkarten, viele Kokosnüsse im Vorrat haben, unterschiedliche Totemsymbole auf den Karten besitzen oder mit Vulkanen punkten, die im perfekten Abstand zum Dorfkern liegen. Für diese Wertung liegt extra ein Vulkan-Lineal dem Spiel bei.
Am Ende rechnet man die Schicksalsplättchen noch ab. Wer den längsten Strand und die meisten Kokosnüsse besitzt, bekommt einen Bonus. Wer die meisten Harmoniepunkte aus den 6 Wertungen und den Endbedingungen holt, gewinnt das Spiel.
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Fazit zu Atua
Wer häufig spielt, wird bei Atua nicht viel Neues entdecken. Die Wahl der Karten und das Sammeln der Symbole für die Wertungen sind nicht neu. Doch mit zwei Komponenten macht das Spiel wirklich Lust auf mehr. Das Legen der Inselkarten geschieht ohne grosses Ordnungssystem. Man kann seine Karten beinahe frei platzieren, wenn mindestens ein Symbol abgedeckt wird. Und das macht Sinn, denn die Wertungsziele verändern sich. Man optimiert seine Insel für die nächste Wertungsetappe, die dann auch noch mehr Ziele einfordert als bisher. Der Wertungsmodus ist daher der zweite, spannende Punkt des Spiels, bei dem man gute Entscheidungen treffen muss.
Da man nie genau weiss, was man auf den kommenden Inselkarten noch findet, darf man es bei den Wertungszielen nicht übertreiben. Zu kurz ist die Zeit, um ein Ziel perfekt anzusteuern. Lieber bereitet man sich schon auf die nächste Wertung vor. Die Kokosnüsse als Zahlungsmittel liegen erst beinahe unbeachtet herum. Doch auch mit ihnen kann man viele Punkte holen. Man sollte sie sparsam verwenden oder sie mit neuen Inselkarten wieder sammeln. Sie können plötzlich sehr wertvoll sein.
Atua ist eine schöne und gelungene Mischung aus Lege- und Sammelspiel. Es ist nicht schwierig im Ablauf und hat schöne Knackpunkte bei den Wertungen und beim Sammeln der Karten.
Fakten zu Atua
Autor: Scott Almes
Illustrationen: Olivier Danchin
Verlag: Schmidt Spiele
Spielerzahl: 1 – 6 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Eine harmonische Insel
Wiederspielreiz: gross
Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 6 Personen
Richtet sich an: Familie




