Moesteiro – Spielkritik

Im 14. Jahrhundert begann der Bau des Klosters Santa Maria da Vitória in Portugal. Architekten aus ganz Europa beteiligten sich am Bau des Kloster. Wir stellen uns diesem Wettkampf bei Moesteiro, denn es geht um Ruhm und Ansehen.

Moesteiro

Der grosse Spielplan mit der Klosterbaustelle zeigt verschiedene Bereiche an, in denen Fortschritte erzielt werden können. Über 5 Runden sammeln wir Siegpunkte. Wir benötigen Holz, Steine, Sturzbögen und Säulen als Vorräte. Mauerwerkplättchen, Bleiglas-Plättchen und Dorfplättchen legt man an die entsprechenden Stellen auf dem Spielplan. Alle erhalten 2 kleine Würfel (Arbeiter) und einen grossen Würfel (Meister). Auf der Wertungsleiste, der Nahrungsleiste und der Kranleiste legen alle einen ihrer Marker bereit.

Und so wird gespielt:

Zu Beginn bewegt sich der Rundenmarker um eine Position. Insgesamt 5 Runden dauert der Bau des Klosters. Der Marker bringt in jeder Runde eine kleinen Bonus. In der ersten Runde sind das 1 Holz und 1 Stein. Danach würfeln alle mit ihren Würfeln. Ohne die Werte zu verändern, legt man sie vor sich ab. In der Reihenfolge der Stärkeleiste wählen alle ein eigenes Königsplättchen. Der gewählte König dient mit seiner Fähigkeit der Unterstützung in der aktuellen Runde (Siegpunkte, Ressourcen, Schritte auf den Leisten).

Moesteiro

Insgesamt 5 Bauplätze gibt es auf dem grossen Spielplan. Bei den Dorfplättchen, im Wald, im Steinbruch, der Baustelle mit dem Mauerwerk, den Bauplättchen und den Fenstern setzt man in einer ersten Phase seine Arbeiter ein. Da gibt es den Meister (grosser Würfel) und seine Arbeiter (kleine Würfel). Auf kleinen Leisten setzt man seine Würfel von links nach rechts, immer dem Würfelwert entsprechend, ein. Der Meister hat Vorrang. Diese Reihenfolge gilt dann in der nächsten Phase des Spiels.

Sind alle Würfel auf dem Spielplan, handelt man die Regionen ab. Im Wald holt man sich Holz oder bewegt sich auf der Nahrungsleiste. Die Zahl des Würfels bestimmt die Stärke der Aktion. Im Dorf beteiligt man sich an der Entwicklung und baut Häuser. Dazu bezahlt man Ressourcen, erhält dafür neue Belohnungen beim Platzieren der Dorfplättchen. Im Steinbruch gibt es Sturzbögen und Säulen. Auf der Baustelle erhält man Mauerwerk-Plättchen und schliesslich noch Bleiglas-Fenster. Das sind die 5 Orte, an denen man seine Würfel einsetzt. Die Stärke der Würfel lässt sich unter Beihilfe der Stärkeleiste manipulieren, positiv wie negativ, indem man auf Aktionen verzichtet oder sie nicht komplett benötigt.

Moesteiro

Am Ende können sich alle am Bau des Klosters beteiligen, indem sie einzelne oder sämtliche Komponenten auf die ausliegenden Kloster-Plättchen legen. Das bringt Siegpunkte. Die Bauplättchen legt man danach, unabhängig vom Baustand, auf den Spielplan. In der nächsten Runde erscheinen neue. Auf dem Tisch bildet sich bis zum Ende der Partie das Kloster.

Insgesamt 5 Runden spielt man so durch. Während der Partie erhält man schon ständig Punkte gutgeschrieben. Am Ende gibt es noch Punkte für Sets aus seinen Mauerwerk- und Bleiglas-Plättchen. Und auch die Stärkeleiste liefert eventuell noch ein paar Punkte. Wer die meisten Siegpunkte hat, gewinnt.


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Fazit zu Moesteiro

Grundsätzlich haben wir hier ein Würfeleinsetz- und Optimierspiel, das nach den bekannten Mustern abläuft. An unterschiedlichen Orten setzt man mit Würfeln seine Aktionen um und holt sich Ressourcen, um sie später in geeignete Plättchen oder den Bau des Klosters zu investieren. Die Prioritäten verschieben sich in jeder Runde. Mit dem geschickten Einsatz der Würfel verschafft man sich eine gute Ausgangslage. Ein gewisser Manipulations-Spielraum bleibt mit der Stärkeleiste. Die aktuelle Auslage aller Plättchen bestimmt ebenfalls die eigene Strategie. Wer sich am Ende in jeder Runde beim Klosterbau beteiligen kann, holt sicher viele Punkte. Um immer gut handlungsfähig zu bleiben, muss man überall ausgewogen aufgestellt sein.

Die Mechanismen funktionieren gut, aber natürlich erhält man nicht immer alles wie gewünscht, wenn mehrere Baumeister am Tisch sitzen. Nicht ganz zufrieden bin ich mit der Anleitung. Sie lässt doch einige Fragen offen. Ein paar Beispiele mehr wären schön gewesen. Gerade der Bau bei der Kranleiste ist nicht optimal geregelt. Was darf man, was nicht? Am Ende spielt man nach seinen Erfahrungswerten, aber das ist bei einem so grossen Spiel sicher nicht optimal. Der Klosterbau funktioniert gut, ist aber wenig innovativ und mit Mängeln in der Anleitung.


Fakten zu Moesteiro

Autoren: Rôla & Costa
Illustrationen: Pedro Soto, Chema Román
Verlag: Pythagoras

Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Spieldauer: 60 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Ressourcen für den Klosterbau
Wiederspielreiz: ok

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: 3 – 4 Personen
Richtet sich an: Kenner

Fazit - Spiel okay

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