Frantic – Das Brettspiel – Spielkritik

Das kleine Kartenspiel Frantic ist in der Schweiz ein wahre Erfolgsgeschichte und auf dem Weg, ein Klassiker zu werden. Wer gewinnen will, muss möglichst fies agieren. Das gilt natürlich auch für Frantic – Das Brettspiel, bei dem man sich möglichst weit vom Ziel fernhalten sollte.

Frantic - Das Brettspiel

Frantic – Das Brettspiel erinnert an ein klassisches Leiterspiel. Nur geht es hier bedeutend böser zu und her. Der Weg zum Ziel verändert sich ständig und man fühlt sich, als werfe einem jemand permanent Stöcke zwischen die Beine. Das grosse Spielfeld besitzt mehrere tiefgelegte Felder für die kleinen Karten. Zu Beginn legt man die Teleportfelder aus und nimmt sich Spielfigur und Würfel der eigenen Farbe. Von den zufällig gezogenen Handkarten legt man vor der Partie einige aufs Spielfeld. Dadurch entsteht jedes Mal eine andere Ausgangslage. Mit 4 Handkarten steigt man in die Partie, die eigene Spielfigur am Start.

Und so wird gespielt:

Um zu verstehen, was in den kommenden Minuten abläuft, muss man sich am Ziel orientieren. Bei Frantic – Das Brettspiel muss man so weit wie möglich weg vom Ziel sein. Oder in den Worten des Verlags Rulefactory: Der Weg ist das Ziel und das Ziel der schlimmste Ort der Welt. Treffender kann man das nicht beschreiben. Also unternimmt man während einer Partie alles, um die Mitspielenden weit voranzutreiben, sich selber aber schön im Hintergrund zu halten. Zumindest ist es einen Versuch wert.

Frantic - Das Brettspiel

Ein Spielzug ist daher auch nicht schwierig zu verstehen. Man spielt eine Karte, würfelt und fährt mit seiner Spielfigur. Danach füllt man seine Handkarten wieder auf. Für sehr, sehr viel Schwung im Spiel sorgen natürlich die Karten. Sie sind das zentrale Element des Spiels. Dazu muss man erst einmal die Legeregeln kennen. Einfarbige Karten legt man auf gleichfarbige oder mehrfarbige Karten. Auch leere Felder darf man mit ihnen erstmals belegen. Mehrfarbige Karten, ähnlich wie Joker, dürfen auf leere Felder oder Felder mit einfarbigen oder mehrfarbigen Karten. Einzige Ausnahme: Nie auf weisse Karten legen!

Weisse Karten legt man auf leere Felder oder auf ein- oder mehrfarbige Karten, nie auf andere weisse Karten. Auch wenn das alles ein wenig verwirrend klingt, während des Spiels erscheint alles schnell logisch aufgrund der Aktionsmöglichkeiten. Grundsätzlich dürfen weisse Karten nie überdeckt werden und die oben aufliegende Karte zeigt immer die aktuell gültige Aktion an. Nach dem Legen einer Karte würfelt man die Anzahl der Schritte, die man mit der eigenen Figur auf dem Weg Richtung Ziel gehen muss. Landet man auf einer Karte führt man deren Effekt aus. Allenfalls hat das ganze Kettenreaktionen zur Folge, weil man von einer Karte zur nächsten weitergereicht wird.

Frantic - Das Brettspiel

Ein Durchgang endet, wenn jemand das Ziel erreicht oder man keine Karten vom Nachziehstapel mehr ziehen kann. Nun notiert man die Zahlen der Felder, auf denen man gerade steht. Es sind die Strafpunkte, die man erhält. Je weniger, desto besser.
Zu Beginn vereinbart man eine Zielzahl für die Strafpunkte. Erreicht noch niemand diese Zahl, startet man mit dem geräumten Spielfeld in eine nächste Runde. Wer am Ende die wenigsten Strafpunkte besitzt, gewinnt.

Die Karteneffekte sind natürlich entscheidend bei Frantic – Das Brettspiel. Und von denen gibt es viele, die aber allesamt auf einer Übersichtskarte und mit Symbolen gut erklärt sind. So kann man Felder übersprungen, Abzweigungen einbauen oder sich teleportieren lassen (mit besserem oder schlechterem Ergebnis). Man versetzt und tauscht Spielfiguren, ghostet Effekte und zieht rückwärts. Und schliesslich kann man Angriffe abwehren, Wurfzahlen ungültig machen oder eine Niederlage verhindern. Wie beim Frantic-Kartenspiel sorgen die Effekte für viel Wirbel.

Vermisst jemand die Fuck you-Karte oder den Troublemaker? Alles im Brettspiel enthalten, inklusive 20 Ereignissen, die das Spiel einmal auf den Kopf stellen.


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Fazit zu Frantic – Das Brettspiel

Der „Charme“ des bekannten Kartenspiels bleibt absolut erhalten bei Frantic – Das Brettspiel. Zudem liefert das Spiel hervorragendes Material mit dem Spielbrett, auf dem man die Karten in Lücken legen kann. Für die Punkte gibt es sogar eine kleine Tafel und einen Stift. Es ist also alles angerichtet für einen nervenaufreibenden Spielabend. Das oberste Gebot bei Frantic-Spielen: Es wird niemand verschont! Das Positionieren der Karten verfolgt immer einen Zweck, meist verheisst er allerdings nichts Gutes. So arbeitet man einerseits auf dem Spielfeld an einem Weg, auf dem man selber weit hinten bleibt, andere aber vorantreibt. Andererseits versucht man an möglichst vielen Stellen zu manipulieren, Effekte zu streuen und den Teleporter in Gang zu bringen. Karte für Karte sorgt man für neue Effekte und setzt ein Statement auf dem Spielbrett.

Auch das Brettspiel ist kein Spiel für Zartbesaitete. Man freut sich an gelungenen Aktionen, muss aber im nächsten Augenblick schon wieder einstecken. Wer diese Art von Spielen gerne spielt, erhält ein extra fieses Brettspiel, bei dem man es ziemlich bunt treiben kann. Ärgern gehört hier zum Spielmodus. Persönlich gefällt mir das Brettspiel sogar besser als das Kartenspiel, das manchmal ein episches Ausmass annehmen kann. An diesen Irrwegen baue ich gerne mit.


Fakten zu Frantic – Das Brettspiel

Autoren: Fabian Engeler, Pascal Frick, Stefan Weisskopf, Pierre Lippuner
Illustrationen: Pierre Lippuner
Verlag: Rulefactory

Spielerzahl: 2 – 6 Personen
Spieldauer: ca. 40 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Kein Ziel vor Augen
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: 3 – 5 Personen
Richtet sich an: Familie

sehr gutes Spiel

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