Bei der Suche nach Edelsteinen starten wir Scans mit Ultraschallwellen. Die Informationen nutzen wir bei Orapa, um die Position und Art der Edelsteine genau zu ermitteln. Eine knackige Aufgabe erwartet uns in diesem Knobelspiel.

Eine Raute, ein Quadrat und mehrere Dreiecke in den Farben gelb, rot, blau und weiss muss man im Feld des Gegenübers finden. Das Spiel ist in erster Linie für 2 Personen ausgelegt und erinnert an Schiffe versenken. Also schnell einen Sichtschirm aufgestellt und ein Minentableau mit den eigenen Edelsteinen geschnappt. Auf einem Zettel macht man sich Notizen über die Fundstücke.
Und so wird gespielt:
In der ersten Phase platziert man geheim seine Edelsteine in der eigenen Mine. Dazu befolgt man kleine Legeregeln. Die Edelsteine besitzen zudem Hilfslinien, damit man erkennt, welche Seite oben liegen muss. Das eigene Minentableau ist ein grosses Raster aus kleinen Quadratfeldern. An der Seite sind die Reihen und Spalten mit Buchstaben und Zahlen nummeriert.
Orapa ist ein Wettrennen. Wer zuerst die Positionen und Farben der gegnerischen Edelsteine genau benennt, gewinnt die Partie.

Und so startet man nach dem Platzieren sofort die Edelsteinsuche. Dazu hat man zwei Möglichkeiten. Am häufigsten startet man einen Schallwellen-Scan. Man nennt eine Zahl oder einen Buchstaben und schickt eine Schallwelle auf die Reise. Als Antwort erhält man ebenfalls eine Zahl oder einen Buchstaben, oft verbunden mit einer Farbe. Die Schallwellen werden unterwegs abgelenkt oder zurückgeworfen. Treffen sie auf eine Farbe, nehmen sie diese Farbe auf, allenfalls ergibt sich sogar eine Mischung, wenn mehrere Edelsteinen getroffen werden.
Mit einem direkten Scan kann man für ein bestimmtes Feld auch die Farbe direkt abfragen. Es ist die zweite Möglichkeit, um an Informationen zu kommen. Jede Anfrage bringt Informationen und ermöglicht Rückschlüsse bei der Suche.
Ist man sich ganz sicher, wo sich all die Edelsteine befinden (mit Farbe und Position), startet man einen Lösungsversuch.

Allein diese Aufgabe ist schon richtig knackig, doch man kann den Schwierigkeitsgrad locker steigern. Der Diamant ist ein transparenter Edelstein, der zwar die Wellen reflektiert, aber die Farben nicht wechselt. Dadurch ist der natürlich schwieriger zu finden.
Mit dem schwarzen Edelstein gibt es noch einen Stein, der die Wellen absorbiert. Er schluckt eine Welle und gibt sie nicht mehr ab.
Will man Orapa mit mehr als 2 Personen spielen, wechselt man den Spielmodus. Ein Spielleiter gibt dann die einzige Vorlage des Spiels. Alle anderen Forscherinnen und Forscher suchen in einem Wettlauf nach der richtigen Lösung. Die Abfragen finden abwechselnd statt, alle dürfen die Ergebnisse bei sich notieren.
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Fazit zu Orapa
Ultraschall nutzt man zwar im richtigen Leben, um Edelsteine zu säubern. Bei der Suche nach Edelsteinen bringen sie aber nicht die Ergebnisse, die man hier spielerisch abruft. Trotzdem knobelt man bei Orapa mit der Farbenlehre und der physikalischen Reflexion. Jeder Scan bringt einen Hinweis, den man auf seinen Zettel überträgt und zu Positionen oder Farben kombiniert. Das ist im Grundspiel schon sehr knifflig. Man muss hochkonzentriert an die Arbeit gehen, um nicht etwas zu übersehen. Zu schnell setzt man auf eine falsche Position oder verfolgt den falschen Edelstein. Das kostet Zeit in diesem Wettrennen bei der Edelsteinsuche.
Noch kniffliger wird es mit dem transparenten oder dem schwarzen Stein. Sie brechen die Regeln und man muss beim Kombinieren noch genauer die Möglichkeiten abwägen.
Trotzdem – Orapa ist selber ein kleines Juwel, bei dem man richtig knackig knobeln und kombinieren kann. Es kommt zwar auch darauf an, an welchen Stellen man seine Schallwellen losschickt, noch viel mehr aber, welche Schlüsse man daraus zieht. Dann bewegen wir uns auf dem Niveau „Schiffe versenken für Experten“.
Fakten zu Orapa
Autoren: Junghee Choi, Wanjin Gill
Illustrationen: Wanjin Gill
Verlag: Nice Game
Spielerzahl: 2 – 5 Personen
Spieldauer: 20 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Sämtliche Edelsteine
Wiederspielreiz: sehr gross
Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 Personen
Richtet sich an: Familie





Da hast Du dieses Juwel auch gefunden… ;-)
Wer es mal für sich ausprobieren möchte, findet bei BGG im Forum zum Spiel einen Beitrag, in dem die Webapp eines Users verlinkt ist, mittels derer man ORAPA online solo im Browser spielen kann (Anklicken der Webapp ausdrücklich auf eigene Gefahr – nicht nur Viren, auch eine Sucht könnte man sich einfangen; ich verlinke daher nicht direkt, sondern nur auf BGG):
https://boardgamegeek.com/thread/3555445/my-orapa-mine-webapp-to-play-solo-on-your-smartpho
Es fehlt hier natürlich das „Verstecken“ der Steine und der Wettstreit, der den Ehrgeiz noch mehr anstachelt ;-)
Ein toller Tipp, danke! Das kannte ich noch nicht.