Rebirth – Spielkritik

Siedlungen, Energie oder Farmen – Plättchen für Plättchen kommt bei Rebirth neu in die Landschaft, um die Zivilisation im Einklang mit der Natur wieder aufzubauen. Wer den Aufbau am besten vorantreibt, holt sich am Ende die meisten Punkte.

Rebirth

Das Kennerspiel besitzt einen doppelseitigen Spielplan. Es empfiehlt sich, zuerst mit Schottland zu starten und sich erst später Irland zu widmen. Der Spielplan mit Schottland kommt auf den Tisch, einen Missionsstapel mischt man gut durch. Alle nehmen sich die Plättchen ihrer Spielfarbe, dazu die passenden Burgen und Kathedralen. Zu zweit und zu dritt passt man die Landschaft noch schnell an. Die eigenen Plättchen mischt man verdeckt. Zwei Plättchen nimmt man aus dem Spiel. Man darf sie sich aber noch kurz ansehen. Ein Plättchen nimmt man für den ersten Spielzug in die Hand.

Und so wird gespielt:

Der Spielablauf ist sehr einfach. Im Laufe der ersten Partie erkennt man mit jedem zusätzlichen Plättchen die Möglichkeiten auf dem Spielfeld. Schottland ist in viele kleine, sechseckige Gebiete aufgeteilt. Auf die meisten dieser Felder darf ein Plättchen gelegt werden. Einige Felder sind markiert und fordern ganz bestimmte Plättchen ein. Andere Felder gehören den Burgen und Kathedralen. Wer am Zug ist, muss sein Plättchen aus der Hand auf dem Spielfeld auf ein beliebiges Feld platzieren.

Rebirth

Nahrungsplättchen (Blätter) dürfen nur auf Nahrungssymbole oder leere Felder. Mit den Energieplättchen (Blitz) verhält es sich genau gleich. Siedlungsplättchen (Häuser) gehören zwingend auf Siedlungsfelder. Im zweiten Schritt wird das eben gelegte Plättchen gewertet. Nahrungs- und Energieplättchen bringen sofort Punkte in der Zahl ihrer Gruppengrösse. Das bedeutet: Je grösser die eigene Gruppe des eben gelegten Plättchens ist, desto mehr Punkte erhält man. Es gelten nur Plättchen der eigenen Farbe und derselben Art.

Siedlungen bringen erst Punkte, wenn sie komplett abgeschlossen sind. Mit der Anzahl der Häuser auf den Plättchen bestimmt man die Mehrheit in einer Siedlung. Bei einem Gleichstand verliert immer die Person, die gerade die Siedlung abgeschlossen hat. Ein Hafenplatz bringt sofort einen Punkt.
Legt man ein Plättchen an ein Burgenfeld, kontrolliert man, ob man dort die Mehrheit besitzt. Ist das der Fall, stellt man sofort eine seiner Burgen auf das Burgenfeld. Jede Burg ist am Ende der Partie 5 Punkte wert. Mit diesem Zug kann man auch eine Burg ersetzen, denn Mehrheiten lassen sich meist überbieten.

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Legt man ein Plättchen an ein Kathedralenfeld, stellt man eine eigene Kathedrale auf. Die Kathedralen lassen sich stapeln. Nur eine Kathedrale jeder Farbe darf gesetzt werden. Wer eine Kathedrale setzt, zieht sofort eine Missionskarte. Und dieses Missionskarten sind grosse Punktelieferanten, denn es sind kleine Ziele, die man im Laufe einer Partie erfüllen muss. Und da steckt auch das Dilemma. Je eher man seine Ziele kennt, desto eher kann man darauf hinspielen. Da sich die Landschaft aber unglaublich schnell füllt, ist das kein einfaches Unterfangen.

Die Ziele der Missionskarten sind sehr vielfältig. Einige Karten bringen einfach so sichere Punkte, andere fordern Mehrheiten an einer Burg oder einer Kathedrale ein, wieder andere möchten bestimmte Gebiete abgedeckt haben.
Nach dem Spielzug zieht man sofort ein neues Plättchen nach. Dadurch checkt man seine Möglichkeiten für den nächsten Spielzug bereits ab.
Sind alle Plättchen gelegt, endet die Partie. Am Ende sorgen Burgen, angefangene Siedlungen und Missionskarten für den Sieg in Schottland.

Etwas anders verläuft die Geschichte in Irland. Zwar bleibt das Platzieren der Plättchen gleich, doch es gibt offene Missionskarten, bei denen man eine höhere Punktzahl erhält, wenn man eine Mission zuerst erfüllt. Hier spielt man mit offenen Karten. Zudem gibt es Rundtürme auf dem Spielfeld, die einen Bonus generieren, wenn man ein Plättchen daran platziert. Die Boni sind nicht zu verachten: Punkte, ein zusätzliches Plättchen legen, eine geheime Mission etc.
Auch hier gewinnt man am Ende, mit den meisten Punkten.


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Fazit zu Rebirth

Ich mag Reiner Knizias Einfachheit, die sich auch bei Rebirth widerspiegelt. Der Legemechanismus der einzelnen Plättchen ist sehr geschmeidig und das Generieren von Punkten kommt ein wenig auf die Reihenfolge der gezogenen Plättchen an. Bei grossen Energie- oder Farmfeldern summieren sich die Punkte in jeder Runde. Aber auch die Missionsziele möchte man möglichst früh kennen, um sich allenfalls Mehrheiten bei den Burgen und Kathedralen zu sichern. Nach und nach erkennt man die Möglichkeiten in einer sich ständig füllenden Landschaft. Die Entscheidungen sind klein, doch gefühlt immer sehr wichtig.

Schottland und Irland unterschieden sich vor allem durch die offenen oder verborgenen Ziele. Mit den Boni in Irland erhält man zudem eine zusätzliche Möglichkeit, um sie taktisch klug zu nutzen. Beide Varianten haben ihren Reiz und die Auswahl ist in jeder Spielrunde schwierig, weil sich eben beide Seiten ziemlich unkompliziert spielen und trotzdem mit jedem Plättchen mehr Spieltiefe erhalten. Das macht grossen Spass und sorgt für einen hohen Wiederspielreiz.


Fakten zu Rebirth

Autor: Reiner Knizia
Illustrationen: Anna Przybylska
Verlag: Frosted Games

Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Spieldauer: 30 – 60 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Punktereiche Gebiete
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Kenner

sehr gutes Spiel

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