Gold! – Spielkritik

Gold! ist ein einfaches Kartenspiel für 2 oder 3 Spieler. Gold sollte man daher auch sammeln, oft führt der Weg zum Gold aber nur über den Esel. Wer am Schluss des Spiels zu wenig Gold besitzt, ist der Esel. Alles klar?

Bei Gold! gibt es nur 2 Arten von Karten: Goldkarten und Eselskarten. Die Goldkarten sind mit Münzen im Wert von 3 bis 8 beschriftet. Die Eselskarten haben alle den Wert -2. Sämtliche Karten gibt es in 6 verschiedenen Farben. Gold! wird immer mit offenen Karten gespielt. So haben alle immer Einblick in die Karten der anderen. Zu Beginn erhält jeder Spieler eine Eselskarte in einer anderen Farbe als Startkapital. Zwei Karten werden verdeckt weggelegt, die restlichen Karten gemischt. 5 Karten bilden nun die Auslage in der Tischmitte, der Nachziehstapel wird bereit gelegt. Nun geht das Spiel reihum.

Ein Spieler hat in seinem Zug immer 2 Möglichkeiten. Er kann von der Auslage die Karte mit dem niedrigsten Wert nehmen und zu seinen Karten legen. Oder er tauscht sich eine Karte: Er legt eine hohe Goldkarte in die Mitte und nimmt stattdessen eine tiefere. Mit einer Eselskarte kann er eine beliebige Goldkarte eintauschen. Das verleiht den Eselskarten eine Hauptrolle in diesem Spiel.

Und nun kommen die Farben ins Spiel. Sobald ein Spieler drei Karten einer Farbe hat, muss er ein Set werten. Das heisst er legt sie verdeckt auf seinen Wertungsstapel. Im schlimmsten Fall wertet ein Spieler drei Eselskarten und fährt -6 Punkte ein. Wer ein Set wertet, darf bei einem seiner Gegenspieler eine Karte nehmen. Sie muss jedoch eine Farbe haben, die man selber noch nicht besitzt und darf auch nicht gleich sein, wie das gewertete Set.

Ist die Auslage in der Mitte leer, wird nachgezogen und weiter gespielt bis der ganze Kartenstapel weg ist. Am Ende kommt es noch zur Farbwertung. Der Spieler mit den jeweils meisten offenen Farbpunkten darf seine höchste Farbkarte zum Wertungsstapel legen. Hier können noch einmal kräftig Punkte gesammelt werden.
Nun werden die Wertungsstapel durchgezählt. Wer am meisten Gold besitzt, gewinnt das Spiel.

Fazit:
Im Gleichschritt mit Mondo hat Autor Michael Schacht ein kurzes, spannendes Kartenspiel veröffentlicht. Gold! ist eines dieser tollen Absackerspiele, die man gerne spielt. Schnell erklärt, schnell gespielt und trotzdem ist eine gewisse Spieltiefe drin. Nur wer manchmal verzichtet, kann auch wieder viele Goldpunkte sammeln. Mit einem schlechten Set kann ich bei meinem Mitspieler trotzdem eine gute Karte holen. Das bringt Ärger, aber auch Punkte. Mit klugem Tauschen kann ich meine Gegner zu schlechteren Karten zwingen. Kurz gesagt: Gold! ist ein schnelles, kurzweiliges Kartenspiel für 2-3 Spieler. Eine klare Empfehlung!

Gold! | Autor: Michael Schacht | Verlag: Abacusspiele
Kartenspiel für 2-3 Spieler | Spieldauer: 20 Minuten | Benötigt: Ein wenig Gold, ein wenig Esel – zum finalen Goldesel | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Carletto und Abacusspiele für ein Rezensionsexemplar von Gold!

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Scotland Yard Swiss Edition – Spielkritik

Scotland Yard wurde 1983 zum Spiel des Jahres gewählt. Ist das lange her. Nun ist Mr. X aber wieder unterwegs – und zwar in der Scotland Yard Swiss Edition. Nach London wird er nun kreuz und quer durch die Schweiz gejagt. Damit wird das Spiel mit einigen Änderungen wieder neu belebt.

Gespielt wird natürlich auf der Schweizer Karte und auch die Transportmittel wurden dementsprechend angepasst. Flugzeug, Bahn und Postauto (Bus) können nun benutzt werden. Die Aufgabe bleibt immer noch dieselbe. Detektive sollen Mr. X bis Spielende fassen. Das können sie, indem sie auf dem gleichen Spielfeld stehen wie der Räuber. Anhaltspunkte erhalten die Detektive nur durch die Fahrtickets, die Mr. X auf seiner Flucht löst. Die muss er nämlich nach wie vor fein säuberlich auflisten, damit die Detektive ihre Schlüsse daraus ziehen können.

Zuerst werden also die Rollen verteilt und alle Spieler erhalten ihre Starttickets. Die Startpositionen werden ausgelost. Beginnend bei Mr. X ziehen alle Spieler mit den Verkehrsmitteln auf dem Spielplan vorwärts.

Nach 3,8,13,18 und 24 Spielzügen zeigt sich Mr. X kurz. Nach diesen Runden wird es meistens eng. Doch Mr. X verfügt über Extra-Tickets. So kann er mit dem Black Ticket ein beliebiges Verkehrsmittel benutzen ohne Spuren zu hinterlassen. Zudem hat er noch Doppelzugtickets und zieht gleich zwei Mal nacheinander.
Die Detektive haben nur einen begrenzten Satz Tickets zur Verfügung. Alle eingesetzten Tickets erhält Mr. X, der sie ab sofort wieder einsetzen darf.

Das ist alles bekannt. Was ist neu an der Swiss Edition? Bei 2 oder 3 Detektiven stehen den Spielern als zusätzliche Figuren Polizisten zur Seite. Polizisten können ohne Tickets das ganze Spiel hindurch sämtliche Verkehrsmittel nutzen. Die Detektive ziehen die Polizisten nach Absprache, sie dürfen sich also beraten.
Nach 8,13 und 18 Spielzügen werden Durchgangssperren errichtet. Mr. X darf diese Orte dann nicht mehr passieren, die Verfolger schon.
Auf der Karte sind Skigebiete eingezeichnet. Landet Mr. X dort, so darf er sich ein neues Doppelzugticket aus dem Vorrat nehmen.

Mit diesen Neuerungen gewinnt das Spiel an Spannung. Die Detektive gewinnen, wenn sie Mr. X fangen oder er sich nicht mehr bewegen kann, weil ihm die nötigen Tickets fehlen.
Mr. X gewinnt das Spiel, wenn er bis zum 22. Zug untertauchen kann oder den Detektiven die nötigen Tickets ausgehen.

Fazit:
Scotland Yard Swiss Edition kann die Originalversion nicht ganz vergessen machen. Zu gut und spannend war das Spiel zur damaligen Zeit, legendär der Londoner Stadtplan. Mit den erwähnten Neuerungen wurde Scotland Yard Swiss Edition aber erfolgreich wiederbelebt – im Grundsatz gleich, aber trotzdem anders. SBB, Swiss und PostAuto Schweiz tragen ihren Teil dazu bei und bringen echte Swissness ins Spiel. So bleibt das Spiel spannend bis zum Schluss und braucht von allen Spielern die volle Aufmerksamkeit, um die richtigen Schlüsse zu ziehen. Mit Scotland Yard Swiss Edition erhält man ein tolles Spiel für die ganze Familie.

Scotland Yard Swiss Edition | Autor: Projekt Team III | Verlag: Ravensburger
Brettspiel für 2-6 Personen | Spieldauer: ca. 60 Minuten | Benötigt: Verkehrstaktischen Spürsinn in der Schweiz | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Carlit + Ravensburger AG Schweiz für ein Rezensionsexemplar von Scotland Yard Swiss Edition!

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Stefan Dorra – Spielautor

Dorra-Spiele sind Vielspielern ein Begriff. Schon seit bald 20 Jahren erscheinen Spiele von Stefan Dorra auf dem Markt. Und die guten Ideen scheinen ihm nicht auszugehen. Mit Pergamon und Eselsbrücke hat er gerade wieder auf sich aufmerksam gemacht. Also ein guter Grund für brettspielblog.ch, um nachzufragen.

Mit Pergamon und Eselsbrücke sind kürzlich 2 Spiele von Ihnen erschienen, die in Zusammenarbeit mit Ralf zur Linde entstanden sind. Wie kam es dazu?
Stefan Dorra (S.D.): Ich habe Ralf bereits 1992 anlässlich des Spieleautorenwettbewerbs des Hippodice-Spieleclubs kennengelernt. Wir hatten
beide Prototypen eingereicht und wurden zur Endrunde nach Herne eingeladen. Danach haben wir uns sporadisch ab und zu getroffen. Zu einer ersten Zusammenarbeit kam es erst sehr viel später, als Ralf mir seinen neuen Prototypen (Finca) in einer sehr frühen Version zeigte. Wir haben dann das Spiel getestet und beschlossen mal ein Spiel zusammen zu entwickeln. Das erste gemeinsam entworfene Spiel war dann Pergamon. Kurz danach haben wir mit Eselsbrücke und Ranking 2 weitere Spiele entwickelt.

Wird diese fruchtbare Partnerschaft aufrecht erhalten. Kommt da noch mehr?
S.D.: Da es uns viel Spaß macht gemeinsam an Spielen zu arbeiten, werden sicherlich weitere Projekte folgen. Bereits nächste Woche werden wir beim Spieleautorentreffen in Göttingen 2 weitere Brettspiele gemeinsam vorstellen.

Seit vielen Jahren sind Dorra-Spiele ein fester Bestandteil der Spiele-Szene. Wie schwierig ist noch, für Ihre Spiele Verlage zu finden?
S.D.: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass jedes Spiel, das für eine bestimmte Zielgruppe interessant ist, auch einen Verleger findet. Von meinen Spielideen sind nur wenige Prototypen nicht veröffentlicht worden, und dabei handelt es sich dann wohl um Spielideen, die vielleicht doch nicht so spannend und innovativ sind, wie ich zunächst gehofft hatte.

Woher holen Sie Sich immer wieder neue Ideen für Ihre Spiele?
S.D.: Das weiß ich, ganz ehrlich gesagt, auch nicht so genau. Manchmal fasziniert mich eine Idee, eine bestimmte Situation, ein Thema und ich versuche dieses mit einem neuartigen Spielzug umzusetzen. Das kann beim Autofahren, in der Badewanne oder sonstwo passieren. Manchmal entwickelt sich aus dieser Beschäftigung mit einem neuen Spielzug eine neue Spielidee; oft verschwindet solch eine Skizze aber auch für lange Zeit oder für immer in der Schublade.

Der Blick in die Zukunft ist immer ein heißes Eisen, trotzdem versuche ich es: Sind die nächsten Projekte schon spruchreif?
S.D.: Ja, wie bereits erwähnt, werde ich gemeinsam mit dem Ralf zur Linde demnächst 2 weitere große Brettspiele vorstellen. Wir arbeiten zudem an einem neuen Familienspiel. Mit dem Österreicher Manfred Reindl gibt es eine weitere Zusammenarbeit, bei der wir uns auf die Entwicklung neuer Kinderspiele konzentrieren. Ich selbst arbeite derzeit an einem neuen Kartenspiel, das hoffentlich bis Essen fertig sein wird.

Stefan Dorra, besten Dank für das Interview. Ich hoffe, dass die Ideen nie ausgehen werden und wir auch in Zukunft noch einige spannende Dorra-Spiele geniessen können!

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Spiel des Monats – Strasbourg

Jeden Monat findet auf www.brettspielblog.ch ein Preisvergleich eines ausgewählten Spiels statt. Wo bekomme ich das Spiel am günstigsten? Aufgeführt werden ausschliesslich Schweizer Anbieter. Zum kleinen internationalen Vergleich ziehe ich jeweils Amazon.de bei.


Im Mai 2011 vergleiche ich Strasbourg (Stefan Feld / Verlag: Pegasus). Nominiert für das Kennerspiel des Jahres 2011 hat es gegen 7 Wonders wohl nur Aussenseiterchancen. Doch wer weiss…

Über das Spiel:
Es geht um Macht und Prestige in der Stadt Strasbourg. In den Zünften sollen die Familienmitglieder untergebracht werden. Zudem kann auch über Auftragskarten gepunktet werden. Ein tolles Spiel mit einem spannenden Bietsystem.

Preisvergleich Strasbourg - 30. Mai 2011

AnbieterLadenpreisPreis inkl. Versandkosten
Bol.ch52.50 Fr.52.50 Fr.
Books.ch54.00 Fr.54.00 Fr.
Spielbude.ch54.50 Fr.59.00 Fr.
Storyworld.ch39.65 Fr.39.65 Fr.
Thalia.ch52.50 Fr. 56.00 Fr.
Wog.ch49.00 Fr. 49.00 Fr.
Amazon.de-------------- 34.60 Fr.
Preisvergleich des Brettspiels Strasbourg. Grün markiert: Das günstigste Angebot mit und ohne Versandkosten.

Rund 20 Fr. beträgt die Preisspanne beim Brettspiel Strasbourg. Einmal mehr hat Storyworld.ch die Nase vorn und ist im Preistest in der Schweiz unerreichbar. Noch etwas günstiger kauft man bei Amazon.de ein (Umrechnungskurs vom 30. Mai 2011).
Aber der freie Markt spielt. Ein Preisvergleich lohnt sich!

> Spiel des Monats April 2011: 7 Wonders
> Spielkritik Strasbourg

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Kinderspiel des Jahres 2011 – Die Nominierten

Auch für das Kinderspiel des Jahres 2011 wurden 3 Spiele nominiert. Dieser Preis wird allerdings erst am 25. Juli 2011 und damit ein wenig später verliehen wie das Spiel des Jahres oder das Kennerspiel des Jahres.
Gute Spiele gibt es aber mittlerweile auch für die Kleinen. Neben der Empfehlungsliste wird nun eines von diesen Spielen den begehrten Preis gewinnen:

Da ist der Wurm drin
Ein unterirdisches Wurmwettrennen sorgt für viel Spannung. Mittels Farbwürfel wird der Wurmkopf unter der Erde immer weiter geschoben. Darf man seinen Wurm sogar füttern, kommt er dem Ziel ein grosses Stück näher.

 

Die kleinen Zauberlehrlinge
Bei diesem Geschicklichkeitsspiel müssen die Zauberlehrlinge zuerst die Zutaten in die richtigen Zauberkessel füllen. Magnete können die Figuren aber zum Stolpern bringen. Diese Fallen muss man sich merken, um am Schluss das Feuer zu entfachen.

 

Monster-Falle
Die lustigen Monster sollen aus der Villa gejagt werden. In diesem Teamspiel ist auch Geschicklichkeit gefragt, um die Monster mit Schiebern aus dem Haus zu kriegen. Zudem läuft die Zeit, denn bald steht Oma vor der Tür.

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