Schon einmal haben wir uns in Japan durch Die weisse Burg bewegt und uns um Ruhm und Ehre am Hof gekümmert. Mit der etwas knackigeren Duell-Variante des Spiels gibt es mit Die weisse Burg – Das Duell nun eine eigene Variante für 2 Personen.

Es gibt einiges aufzubauen vor der Partie, doch die Anleitung führt souverän durch die einzelnen Elemente. Auf einem grossen Spielplan platziert man Stapel mit Einfluss-Karten, Aktionsplättchen und Laternen-Plättchen. Die Burg erhält kleine Aufstiegsplättchen, dazu rüstet man den Übungsplatz, den Garten und den Hafen mit weiteren Plättchen aus. Alles liegt immer zufällig aus. In jeder Partie gibt es also andere Voraussetzungen.
Ein Familien-Tableau dient als eigener Spielplatz, auf dem man sein Geld, die Einflussmarker (Daimyo-Siegel) und Aktionstausch-Plättchen hortet. Dazu bekommt man je 2 Laternen-Steine in den Farben rot, schwarz und weiss, sowie 8 Familiensiegel.
Und so wird gespielt:
Alles beginnt mit der Auswahl einer ersten Laternen-Karte. Dadurch erhält man ein Startkapital an Münzen, Daimyos und Ressourcen. Die Startperson beginnt mit ihrem ersten Spielzug. Der Spielablauf bleibt gleich, es geht dabei abwechselnd ans Werk. Zuerst setzt man einen seiner Laternen-Steine auf den Spielplan. Anschliessend erhält man dafür einen Bonus und führt die 2 Aktionen aus, die neben dem Laternen-Stein liegen.

Beim Setzen der Laternen-Steine achtet man auf die Laternen-Farbe, auf die man seinen Stein setzt. Die verdeckte Farbe zeigt den Bonus an, den man danach erhält. Alle besitzen einen minimalen Bonus in jeder Farbe auf dem eigenen Tableau, den man mit dem Erwerb neuer Laternen-Karten erweitern kann. Ein Bonus besteht aus Geld, Daimyos, Punkten oder Ressourcen, wie eigentlich überall im Spiel. Gestärkt durch den Bonus nutzt man danach die beiden benachbarten Aktionen seiner Laterne.
Mit der Garten-Aktion setzt man ein Familiensiegel in einen der königlichen Gärten. Dafür bekommt man sofortige Boni und sichert sich Symbole für die Endwertung. Beim Übungsplatz funktioniert das ebenso, man erhält dafür militärisch Endpunkte. Die Burg-Aktion bringt einen Aufstieg am Hof. Je höher man steht, desto höher liegt der Multiplikator für die Fahnenwertung am Ende. Unterwegs gibt es natürlich ebenfalls Boni zu holen. Mit der Handels-Aktion entscheidet man sich im Hafen für eine der Möglichkeiten: eine Einflusskarte, eine einfache oder eine besondere Ware sichern. Die Laternen-Aktion bringt sofortige Laternen-Belohnungen aus einem frei wählbaren Bereich auf dem eigenen Familientableau.
Am wichtigsten ist wohl der Erwerb von Einflusskarten. Sie kosten Geld oder Daimyos, bringen einen sofortigen Effekt und Symbole für die Endwertung. Diese Symbole treten aber nur in Erscheinung, wenn man seine Einflusskarten mit der Aufwerten-Aktion später wenden kann.
Als Notnagel dient die Brunnen-Aktion. Man darf sie immer verwenden, wenn man eine seiner erspielten Aktionen nicht nutzen will. Es gibt beim Brunnen Ressourcen, Münzen, Siegpunkte oder Aktionstausch-Plättchen zu holen.

Auf seine Ressourcen muss man in der gesamten Partie achten, denn jede Aktion benötigt Ressourcen, um sie zu starten.
Haben alle ihre 6 Laternen-Steine gesetzt, startet man mit der Rückholaktion der Steine. Einen Stein nach dem anderen holt man zurück, löst wieder einen Laternen-Bonus aus und spielt die 2 Aktionen der Laternen-Position durch.
Liegen einmal nicht die richtigen Aktionen aus, rettet ein Aktionstausch-Plättchen die Situation. Man spielt es vor seinem Spielzug und tauscht einfach zwei Aktionen miteinander aus. Das ist oft ein willkommener Rettungsanker.
Nach 12 Spielzügen geht es an die Endwertung. Münzen und Ressourcen bringen wenige Punkte, gesammelte Symbole mit Fahnen, Schwertern, Helmen und Kranichen bringen Punkte in Verbindung mit den erspielten Fortschritten am Hof. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt viel Einfluss beim König.
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Fazit zu Die weisse Burg – Das Duell
Die weisse Burg hat mit seinem Würfeleinsetz-Mechanismus überzeugt, die Duell-Variante toppt das für mich noch mit dem Rückhol-Mechanismus bei den Laternen. Das ist alles sehr elegant gelöst und bringt trotzdem eine richtige Spieltiefe mit. Denn wie beim grossen Brettspiel ist wieder alles perfekt verzahnt. Münzen, Daimyos, Ressourcen, Laternen-Karten und Einfluss-Karten bilden eine grosse Einheit. Langsam setzt man eine Maschinerie in Gang, die sich ständig weiterentwickelt. Hat man in einem Zug das Gefühl, total im Abseits zu stehen, holt man mit seiner nächsten Laterne plötzlich ganz viel heraus, weil alles perfekt miteinander harmoniert. Im direkten Duell kann man nicht auf jeder Ebene mitspielen. Man muss eine gute Mischung finden aus dem Bremsen seines Gegenübers und dem Vorantreiben der eigenen Sammlung.
In allen Bereichen lassen sich viele Punkte generieren, eine reine Spezialisierung ist aber auch nicht zielführend. Die weisse Burg – Das Duell lässt immer eine Hintertür offen. Entweder plant man klug voraus, oder man bereinigt die Aktionen mit einem Tausch-Plättchen. Mit den wenigen Spielzügen sucht man in jedem Zug nach seinen perfekten Aktionen. Der Familienwettkampf am Hof in Japan ist eine echt knackige Aufgabe mit vielen Nuancen, in den meisten Fällen sehr belohnend und mit Spannung bis zum Ende.
Fakten zu Die weisse Burg – Das Duell
Autor: Sheila Santos, Israel Cendrero
Illustrationen: Joan Guardiet
Verlag: Kosmos
Spielerzahl: 2 Personen
Spieldauer: 45 – 60 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Viel Einfluss am Hof
Wiederspielreiz: sehr gross
Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 Personen
Richtet sich an: Kenner




