Kilia – Spielkritik

In kleinen Schritten bauen wir unsere Reederei auf. Bei Kilia nutzen wir die Karten auf unterschiedliche Art und Weise und optimieren den eigenen Betrieb an mehreren Stellen, bis die grosse Flotte handels- und konkurrenzfähig ist.

Kilia

Der Spielaufbau benötigt ein wenig Platz auf dem Tisch. Da gibt es das Ratstableau für die Wertung und die offene Kartenauslage. Je 5 Auftrags- und Aktionskarten liegen dort aus. Zudem erhalten alle ein persönliches Tableau, auf dem man den Marktplatz, das Lager, die eigenen Wissensgebiete und den Kanal für den Handel findet. Mit einer ersten Auftragskarte und ein wenig Startkapital machen wir uns im Hafen an die Arbeit.

Und so wird gespielt:

Der Reihe nach führen alle ihren Spielzug durch. Ganz zentral und Pflichtaufgabe ist es, eine Aktionskarte aus der Auslage zu nehmen. Die sind von links nach rechts aufgereiht und kosten immer mehr. Die erste, linke Karte ist allerdings kostenlos. Bezahlt wird mit Schlüsselsymbolen, die man sich durch Wissen aufbauen kann oder mit Münzen, die zu Beginn etwas seltener gestreut sind. Die gewählte Karte legt man entweder in den entsprechenden Wissensbereich, bei dem man dadurch weitere Aktionen aktiviert, oder man legt sie als Händler auf den Marktplatz.

Kilia

Auf dem Marktplatz wendet man die Karte auf die Rückseite. So erhält man dort einen sofortigen Bonus und kann sich später in jeder Runde Ressourcen kaufen. Den Marktplatz füllt man von unten nach oben. Die Händler vom Marktplatz liefern die angebotenen Ressourcen, wenn man sie dafür bezahlt.
Zu einem grösseren Spielraum verhelfen die Aktionskarten aber, wenn man sie ihrem Wissensbereich zuordnet. Dann schiebt man sie seitlich unter das eigene Tableau. Mit den Symbolen beim Schloss, der Universität, der Werft oder dem Packhaus baut man seine eigene Hafenanlage aus und profitiert von besseren Aktionsmöglichkeiten.

Mit dem Ausbau des Schlosses erweitert man die Kartenauswahl und darf sich nach dem Ausbau direkt einen neue Auftragskarte nehmen. Die Auftragskarten orientieren sich ebenfalls an der Anzahl der gesammelten Schlüsselsymbole. Baut man die Universität aus, nimmt man sich eine zweite Karte aus der Auslage, die besondere Fähigkeiten freischaltet: bessere Tauschmöglichkeiten, Extra-Aktionen, Punkte. mit der Werft baut man sein Schiff aus, das dadurch mehr Platz für Waren erhält. Und mit einem neuen Packhaus errichtet man am Kanal neue Handelsplätze, an denen das Schiff Waren laden kann. Die Wahl der Aktionskarte kann also an mehreren Stellen sehr nützlich sein.

Die Aktionskarte ist Pflicht, daneben darf man noch Waren im Verhältnis 3:1 tauschen, beim Händler auf dem Markt einkaufen, Aufträge erfüllen oder einen Wertungsmarker setzen. Ein Händler liefert seine Waren immer direkt, man kann diese Ressourcen also nicht lagern. Erfüllte Aufträge bringen am Ende Punkte, davor aber schon kleine Belohnungen. Und wer im Wertungsbereich früher die allgemeinen Ziele erfüllt, gewinnt mehr Punkte.
Die Kieler Sprotten erhält man einmalig auf dem Marktplatz. Mit dieser Spezialkarte kann man einen beliebigen Ausbaubereich wählen, statt dass man eine Karte nimmt. Oder man erhält eine Münze oder eine Ware seiner Wahl dafür.

Kilia

Erst ganz am Ende eines Zuges füllt man die Kartenauslage wieder auf. Haben alle eine Runde absolviert, setzt man die Wertungsmarker auf die gewonnenen Punkte und räumt die eingesetzten Münzen vom Markt. Am Ende bewegen sich alle Schiffe einmal über den Kanal und sammeln sämtliche Waren ein, die man durch ihre Sichtfenster sieht. Ein Ausbau in der Werft oder im Packhaus vergrössert hier die Anzahl der Waren, die man erhält.

Kilia endet, wenn jemand seinen 4. Wertungsmarker setzt. Dann gibt es noch genau eine Runde. Punkte erhält man am Ende für die erfüllten Ziele, die erfüllten Auftragskarten, die Ausbauten im Bereich des eigenen Tableaus und für besondere Fähigkeiten auf den Karten in der Universität. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt den Wettstreit der Reeder in der Hafenstadt.


Monatlich den brettspielblog.ch – Newsletter erhalten
Spielend auf dem Laufenden sein. Regelmässige Informationen erhalten. Nichts verpassen. Kurz, knackig und spielend einfach…


Fazit zu Kilia

Kilia ist ein ressourcenorientiertes Optimierspiel, bei dem man seinen Hafen stetig ausbaut und so von besseren Bedingungen profitiert. Das Spiel ist sehr schön verzahnt und immer belohnend. Es gibt keine Sackgassen, in denen man nicht weiterkommt. An welchen Orten man den Hebel im eigenen Hafen ansetzt, hängt von den Möglichkeiten der Aktions- und Auftragskarten ab. Manchmal muss man flexibel agieren, da gerade die gewünschten und gesuchten Wissensbereiche nicht ausliegen. Die einzelnen Karten sind dafür gleich an mehreren Stellen einsetzbar. Besonders schön ist der Kanal, in dem das Schiff Runde für Runde eine Runde dreht und Waren einsammelt. Mit dem Einschieben neuer Karten werden es immer mehr Ressourcen, mit denen man arbeiten kann.

Mit jedem Ausbau, egal in welchem Bereich, nimmt das Spiel mehr Fahrt auf, wenn die Reichweite grösser wird. Gegen Ende muss man ganz schön auf aufpassen, dass man keine Punkte vergibt. Das Optimieren erreicht dort seinen Höhepunkt. Leider auch die Zeit des Nachdenkens. Kilia ist zu zweit sehr gut spielbar, ist herausfordernd, aber nicht überfordernd.


Fakten zu Kilia

Autor: Lars Ehresmann
Illustrationen: Stefan Sonnberger
Verlag: HUCH!

Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Spieldauer: 60 Minuten
Altersangabe: ab 14 Jahren (brettspielblog.ch: ab 12 Jahren)
Benötigt: Einen gelungenen Hafenausbau
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 3 Personen
Richtet sich an: Kenner

sehr gutes Spiel

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert