Was früher als berndeutsches Wort für Unterrock bekannt war, hat nun eine zusätzliche Bedeutung erhalten. Denn bei Gloschli denkt man jetzt auch an das kleine Kartenspiel aus dem Kanton Bern, bei dem man ganz verdeckt seine Punkte minimiert.

Das Kartenspiel kommt ganz schlicht daher in einer einfachen Kartonbox. Lediglich die Karten findet man darin, für die Spielanleitung folgt man dem QR-Code auf der Schachtel oder geht ganz einfach auf die Webseite des Spiels. Wieder einmal wurde der Golf-Mechanismus verwendet, den spielerfahrene Menschen von Spielen wie Skyjo, Biberbande oder Allegra Grande kennen. Und so erhalten wir zu Beginn vier Karten, die wir verdeckt vor uns auslegen. Die restlichen Karten bilden einen Nachziehstapel, von dem man eine Karte offen daneben legt.
Und so wird gespielt:
Wir versuchen in den kommenden Spielrunden unsere verdeckte Auslage zu verbessern, so dass wir insgesamt höchstens einen Wert von 5 unter unseren verdeckten Karten liegen haben. Dann darf man „Gloschli!“ rufen. Während alle Mitspielenden noch eine Runde spielen, ist man selber in Sicherheit und wartet die Auswertung ab. Kartenwerte gibt es von 1-12, zudem 2 Mal die 15. Ein paar Spezialkarten besitzen sogar den Wert 0.

Bevor wir starten, dürfen wir zwei Karten unserer Auslage ansehen und wieder verdeckt ablegen. Bei Gloschli muss man sich vor allem merken können, was man besitzt. Mit dem Startwissen geht es reihum ins Spiel. Ein Spielzug dauert nicht lange, zur Auswahl steht eine von drei Aktionen. Zieht man eine Karte vom Nachziehstapel darf man sie ansehen und mit einer eigenen verdeckten Karte austauschen. Die ausgetauschte Karte kommt offen auf den Ablagestapel. Will man die Karte vom Nachziehstapel nicht behalten, wirft man sie direkt ab. Dafür darf man die Aktion durchführen, die sie mitbringt. Doch dazu später mehr.
Als zweite Möglichkeit darf man eine eigene Karte mit der offenen Karte vom Ablagestapel tauschen. In diesem Fall ist keine Kartenaktion möglich. Vermutet man unter seinen Karten denselben Wert, wie der Ablagestapel aktuell zeigt, kommt die dritte Möglichkeit in Frage. Man wirft eine eigene Karte ab. So spielt man ab sofort mit einer Karte weniger und damit hoffentlich auch mit weniger Punkten. Vorsicht: Irrt man sich bei dieser Aktion, erhält man eine zusätzliche Karte in die Auslage.

Legt man eine Karte vom Nachziehstapel direkt wieder ab, holt man sich allenfalls gute Aktionen. So darf man auf verschiedenste Arten Karten tauschen und auch eigene oder fremde Karten ansehen. Erworbenes Wissen kann schon bei der nächsten Aktion viel wert sein.
Die Spezialkarten haben einen Wert von 0, sie besitzen aber auch Spezialkräfte. Chötzli kann nicht ausgetauscht werden, mit Glubschi darf man sich alle eigenen Karten auf einmal ansehen, mit dem Pferd holt man sich höchstens 10 Punkte in einer Runde und mit der Aktion des Isbärs darf man sein ganzes Kartendeck mit jemandem tauschen.
Nun ist alles nur noch eine Frage des guten Timings und des Optimierens. Vermutet jemand weniger als 5 Punkte unter seinen Karten, ruft man mit „Gloschli“ das Spielende aus. Alle erhalten nach einer letzten Runde die Punkte ihrer Karten gutgeschrieben. Waren beim Gloschli-Rufer mehr als 5 Punkte übrig, bringt das 15 Strafpunkte. Hat jemand anderes am Ende die wenigsten Punkte, sind 5 Strafpunkte fällig.
Will man das Sammeln der Karten auf die Spitze treiben, geht man auf eine Kombo mit der 15, einer 2, 3 und einer 4. Die Kombo bringt 0 Punkte ein und wird zudem mit einer Bestrafung der Mitspielenden für die nächste Runde belohnt. Gespielt werden mehrere Runden. Hat jemand 100 Punkte gesammelt, gewinnt die Person mit den wenigsten Punkten.
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Fazit zu Gloschli
Bei diesem kurzweiligen Kartenspiel versucht man, seine vier verdeckten Karte auf so wenige Punkte zu reduzieren, dass man das Ende ausrufen kann. Dieses Spielprinzip nennt sich „Golf“ und wurde schon bei einigen Spielen umgesetzt (Skyjo, Biberbande, Golfie, Allegra). Die Spannung steigert sich bis zum Aufdecken der Karten. Dabei sollte man sich einiges merken, was durch die ständig veränderbaren Situationen und die Tauschgeschäfte natürlich äusserst schwierig ist. So sind die Karten nicht nur ihre Punkte wert, mit den meisten lassen sich auch Aktionen durchführen, wenn man dafür auf ihren Wert verzichtet.
Gloschli treibt das Prinzip noch ein wenig weiter als beispielsweise Skyjo. Mit dem risikoreichen Sammeln einer Kombo schwächt man die Mitspielenden in der nächsten Runde. Geht das Sammeln schief, kassiert man allerdings viele Punkte. Die vier Sonderkarten ermöglichen ganz starke Aktionen, wenn man sie im richtigen Zeitpunkt erwischt. Gloschli ist gute Unterhaltung in minimalistischer Verpackung und Design made in Switzerland.
Fakten zu Gloschli
Autor: Alexandros Coutsicos
Illustrationen: Alexandros Coutsicos
Verlag: Aarefabrik GmbH
Spielerzahl: 2 – 5 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Am wenigsten Punkte
Wiederspielreiz: gross
Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: 3 – 5 Personen
Richtet sich an: Familie




