Was liegt näher, als einen spielerischen Golf-Mechanismus auf ein Spiel wie Golfie zu übertragen? Nichts! Also versuchen wir jetzt, mit möglichst wenigen Schlägen und dem geschickten Aufdecken von Karten einzulochen.

Der Spielmechanismus wurde bereits in einigen Spielen verwendet: Skyjo, Allegra Grande oder Biberbande. Wem diese Spiele zusagen, der muss hier also weiterlesen. Spielerisch gibt es die Schlag-Karten und die Aktionskarten. Mit den Schlag-Karten legt man ein verdecktes 3×3 – Raster vor sich aus. In der oberen und der unteren Reihe darf man eine Karte aufdecken. Die Aktionskarten mischt man gut durch und stapelt sie auf der Karte „Letztes Loch“. Alle nehmen sich noch eine beliebige Karte eines Golf-Profis. Jemand übernimmt das Notieren der Schläge auf dem Wertungsblock.
Und so wird gespielt:
Der Spielablauf bleibt über mehrere Runden gleich. Erst deckt man eine Aktionskarte auf, danach führen alle die ermittelte Aktion durch und schliesslich überprüft man sein eigenes Raster nach Combos oder verlorenen Bällen. Mit weiteren Aktionskarten spielt man sich Runde für Runde voran.

Die Aktionskarten haben einige Effekte parat. Bei der Einlochen-Karte schiebt man eine Karte aus der oberen Reihe seines Raster nach oben hinaus. Den Zahlenwert dieser Karte notiert man auf dem Wertungsblock, bevor man unten eine neue Karte vom Nachziehstapel nachlegt. Ob die eben eingelochte Karte verdeckt oder offen ausliegt, spielt keine Rolle. Beim Golfen will man aber natürlich möglichst wenige Schläge haben.
Eine Zonenkarte zeigt eine bestimmte Zone des Rasters an. Erscheint auch noch das Symbol des eigenen Golf-Profis auf der Zonenkarte erhält man sogar eine kleine Auswahl. In der angezeigten Zone darf man entweder eine Karte aufdecken oder muss die Karte mit einer seitlich benachbarten Karte tauschen. Verdeckte Karten bleiben verdeckt, offene bleiben offen. Grundsätzlich hat man die Wahl zwischen den beiden Aktionen, eine bereits aufgedeckte Karte muss man aber tauschen. Manche Zonenkarten ermöglichen sogar eine doppelte Aktion in zwei Zonen.

Erscheint ein Golf Cart darf man das Aufdecken oder Verschieben in einer beliebigen Zone durchführen. Mit einer Karte „Verlorener Ball“ erhält man einen Schlag zusätzlich in der Wertung. Das Aufdecken von Aktions- oder Schlag-Karten kann also verschiedene Überraschungen liefern.
Nach dem Ausführen der Aktionen sucht man seine Auslage nach einer Combo ab. Drei gleiche Karten in einer Reihe oder einer Spalte dürfen entfernt werden. Das Legen einer Combo bringt in der Wertung zwei Schläge weniger. Und wie immer, wenn Karten aus der Auslage verschwinden, schiebt man die übrigen Karten nach oben und ergänzt die Auslage wieder.
Ein Spiel kann über 9 oder 18 Löcher gehen. Bei einem langen Spiel mischt man die Aktionskarten für einen zweiten Durchgang neu. Wer die wenigsten Punkte hat, gewinnt das Golfspiel.
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Fazit zu Golfie
Einem Golfspiel den Golf-Mechanismus aufzudrücken macht ja eigentlich Sinn. In diesem Fall ist das Ergebnis aber nicht besonders speziell. Wer andere Spiele mit demselben Mechanismus kennt, wird dort deutlich unterhaltsamer bedient. Golfie besitzt Ecken und Kanten. Gefühlt bewegt man ständig seine Karten und notiert immer wieder Werte auf dem Block, weil eben oft eingelocht wird. Zwar kann man seine Karten zu Combos schieben und tiefe Schlag-Karten suchen. Doch das könnte man ebenso gut alleine für sich machen. Kein Wunder unterscheidet sich die Solo-Variante überhaupt nicht vom „normalen“ Spiel. Es gibt keine Interaktion in diesem Spiel. Hier wird optimiert und selbst das ist nur schwer möglich, weil eben vieles vom Zufall und den Karten abhängt. Die Aktionskarten geben den Takt an.
Golfie ist simpel gestrickt und witzig illustriert. Das macht es eindeutig zu einem Familienspiel. Dort hat es auch seine Stärken. In Partien mit Kindern schneidet das Aufdecken der Karten deutlich besser ab. Weil man eben ständig etwas verschiebt und aufdeckt. So unterschiedlich können die Ansichten manchmal sein.
Fakten zu Golfie
Autor: Jimmy Dorion
Illustrationen: Mylène Villeneuve
Verlag: HUCH!
Spielerzahl: 1 – 8 Personen
Spieldauer: 25 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Die wenigsten Schläge
Wiederspielreiz: ok
Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 1 – 8 Personen
Richtet sich an: Familie




