Swiss Gamers Award 2016

Der Swiss Gamers Award 2016 wurde wieder als einer der ersten Spielpreise des Jahres verliehen. Zur Wahl zugelassen sind die Spielerinnen und Spieler, die in Vereinen und Clubs in der Schweiz organisiert sind. Das waren in diesem Jahr immerhin noch 19 Spiele-Clubs. Weit über 30 Spiele haben Punkte erhalten, das Spektrum ist gross. Trotzdem findet man eher Kennerspiele auf den ersten Rängen. Das erstaunt wenig: Wer regelmässig in Clubs spielt, wagt sich auch anspruchsvolleres Spielmaterial.

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Hier sind die Preisträger des Swiss Gamers Awards 2016:

1. Scythe
Autor: Jamey Stegmaier | Verlag: Matagot

2. Codenames
Autor: Vlaada Chvátil | Verlag: Czech Games, Heidelberger

3. Great Western Trail
Autor: Alexander Pfister | Verlag: eggertspiele

4. First Class
Autor: Helmut Ohley | Verlag: Hans im Glück

5. Terraforming Mars
Autor: Jacob Fryxelius | Verlag: Schwerkraft Verlag

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Forest – Spielkritik

Helvetiq hat mit Bandido erst gerade einen Blitzstart hingelegt: Kleines Spiel im ungewöhnlich länglichen Kartenformat. Und zack – erscheint Forest. In der kleinen Schachtel, im länglichen Kartenformat. Das kann kein Zufall sein…

Forest ist erneut ein Legespiel, doch die Karten liegen nicht lange auf dem Tisch. Der Märchenwald breitet sich diesmal immer weiter aus. Neben Spielkarten mit Baumstämmen, gibt es auch welche mit Baumkronen. Wer an der Reihe ist, legt eine seiner drei Handkarten passend in den Wald. Viele bekannte Märchenfiguren tummeln sich im dort. Allein das Erraten der jeweiligen Märchen unterhält im Spiel mit Kindern eine ganze Weile. Doch beachten sollte man vor allem Eulen, Weihnachtsmänner, Feen und Frösche. Sie sind ein wenig kleiner gezeichnet und verstecken sich mal da, mal dort zwischen den Bäumen. Für Strategen gut zu wissen: Zwischen 0 und 4 kleine Gestalten können sich auf einer Karte befinden, jedoch niemals mehr als drei einer Sorte.

Jeder Spieler legt eine Karte und zieht wieder ein nach. Nun muss man nur noch ein wenig mitzählen. Liegen 7 oder mehr Figuren einer Art aus, darf man die entsprechenden Karten einkassieren. Der Märchenwald schrumpft zusammen, das Spiel geht weiter. Je näher man an die 7 rückt, desto grösser wird die Gefahr, den Mitspielern eine Vorlage zu liefern. Das lässt sich nicht immer vermeiden, es besteht Zugzwang.

Ist der Nachziehstapel leer, spielt man die letzten Karten noch aus. Wer als Letzter eine 7 legen konnte, räumt auch die restlichen Karten ab. Der Spieler mit den meisten Karten gewinnt.

Fazit

Klein, einfach, schön! So umschreibt man das Spiel Forest kurz und treffend. Das kleine Kartenformat und die einfachen Spielideen überzeugen mich bisher total. Auch Forest spielt man überall und schnell zwischendurch. Das Spiel ist blitzschnell erklärt und doch nicht banal. Das Märchenthema mit seinen Illustrationen regt die Phantasie der Kinder an. Wer bis 7 zählen kann, spielt sofort mit – und ist auch gerne bei weiteren Partien mit dabei. Der Märchenwald wartet, bis er entdeckt wird.

Forest | Autor: Leo Colovini und Fabio Visintin | Verlag: Helvetiq
Kartenspiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Ab 6 Jahren | Benötigt: 1,2,3,4,5,6,7 Zauberwesen | Wiederspielreiz: sehr gross

 

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Neuheiten von carta.media im Frühjahr 2017

Die Schweizer Verlage lassen sich dieses Frühjahr nicht zwei Mal bitten. Auch der Verlag carta.media bringt zwei neue Kartenspiele auf den Markt. Doch das ist noch nicht alles: Im März erscheint auch noch ein interessantes Buch.

Keilerei

Dieses Kartenspiel ist eigentlich eine richtige Sauerei. Und wie der Titel schon vermuten lässt, ärgert man seine Mitspieler ganz schön. Nebenbei versucht man, die eigenen Karten passend in die Reihen zu legen. Denn nur wer seine Schweine schnell los wird, gewinnt. Mit tollen, schweinischen Illustrationen.
Autor: Bertram Kaes | Ab 8 Jahren | Für 2-4 Spieler 

Swissino

Ganz weit entfernt erinnert das Spiel an UNO. Immerhin soll man seine Karten passend auf den Stapel legen. Aber habt ihr bei UNO schon einmal gejodelt? Und dann gibt es da noch die Ereigniskarten, die nicht nur Gutes bringen. Ein witziger Spielspass für die ganze Familie.
Autor: Bertram Kaes | Ab 7 Jahren | Für 2-5 Spieler

Kinder erklären die Schweiz

Ist Ricola tatsächlich ein Salat? Welchen Beruf übt Roger Federer aus? Wie wird man kantolisch? Kinder im Alter von 7 bis 9 Jahren erklären die Schweiz. Dabei mischen sie ihr Wissen mit ganz viel Halbwissen und Charme. Illustriert von Michael Menzel (Die Legenden von Andor), erscheint das Buch im März. Geschrieben und kommentiert wurde es von Patrick Jerg.

  

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Barracuda – Spielkritik

Endlich einmal ins Bargeschäft abtauchen – eine eigene Kneipe eröffnen, noch lieber zwei oder drei. Barracuda ist ein knallhartes Verhandlungsspiel, bei dem man schon in der ersten Partie das Motto deutlich spürt: Hier schmilzt das Geld wie Eis in der Sonne.

Eher nüchtern und abstrakt kommt das Spiel daher, das Material aber hochwertig. Die dicken Geldscheine sind das zentrale Element bei Barracuda. Sie wechseln die Besitzer ziemlich schnell. Zudem liegen 10 Bars verdeckt auf dem Tisch. Sie unterscheiden sich vor allem in der Pacht (zwischen 2000 und 6000) und den Plätzen. Während einige Bars nur für einen einzelnen Pächter bestimmt sind, bieten andere die Möglichkeit, einen Partner mit ins Boot zu holen. Barracuda ist eigentlich ein knallhartes Verhandlungs- und Wirtschaftsspiel. Es geht ums Geld. Wer am längsten und erfolgreichsten kalkuliert, gewinnt am Ende den Wettstreit.

Mit 5 Spielfiguren und 50000 startet man in den Kneipenwettkampf. In der ersten Runde dreht jeder Spieler ein Plättchen um und sichert sich so seine erste Bar. Die Spielerreihenfolge wechselt in jeder Runde. Sie wird immer neu ausgelost.
Ab Runde zwei bleibt das grundlegende Schema gleich: Man zahlt seine Pacht und führt eine Aktion aus. Die Pacht ist bei jeder Bar vorgegeben. Ab der dritten und vierten Bar gibt es Rabatte.
Bei den Aktionen gibt es einige Möglichkeiten:
– Man eröffnet eine weitere Bar und dreht ein Plättchen um. Die Spieleranzahl bestimmt die Anzahl der offenen Bars im Spiel.
– Man bewirbt sich als Partner in einer Bar. Das geht nur, wenn ein freier zweiter Platz vorhanden ist. Bei einer eigenen Bar ist das kostenlos. Einem anderen Spieler unterbreitet man ein geheimes Angebot. Nimmt er es an, wird der neue Partner gesetzt. Lehnt er ab, muss er ihm die gleiche Angebotssumme zurückzahlen.
– Man versucht, die Bar eines Mitspielers zu übernehmen und bietet ihm geheim Geld an. Mindestens der Pachtpreis muss drin liegen. Allerdings kann auch hier der Spieler annehmen oder ablehnen. Man ahnt es bereits: Eine Ablehnung kostet die exakt gleiche Summe als Schutzgeld.
– Schliesslich kann eine Bar auch wieder versteigert werden. Alle Spieler unterbreiten ein geheimes Angebot, der Verkäufer wählt aus. Nimmt er kein Angebot an, wird die Bar (mitsamt Partner) geschlossen. Das kostet allerdings noch 1000 für die Reinigung.
Jeder Spieler besitzt noch eine Menge an Falschgeld. Die 0er-Noten können beiläufig zu den Angeboten gemischt werden. So frisiert man den Kaufpreis, auch wenn man fast nichts mehr besitzt.

Gegen Ende wird das Geld knapp – sehr knapp. Meist wird es ziemlich eng, und das bei allen Spielern. Wer Angst hat, seine Pacht nicht mehr begleichen zu können, ruft vor der Auslosung der Reihenfolge eine „Last order!“ aus. Jetzt machen alle Spieler ein geheimes Angebot. Wer am meisten geboten hat, kommt auch als Letzter an die Reihe. Das kann taktisch sehr wichtig sein. Denn wer pleite ist, verliert.

Daher kann das Spielende auch unterschiedlich eintreten: Wenn ein Spieler seine 5 Spielfiguren in den Bars platziert und eine ganze Runde überstanden hat, gewinnt er. Ist ein Spieler pleite, endet Barracuda ebenfalls sofort. Wer zu diesem Zeitpunkt am meisten Spielfiguren in den Bars hat, gewinnt.

Fazit

Barracuda ist in der Tat sehr nüchtern gehalten. Kein unnötiger Schnick-Schnack, nur Geld, Bar-Plättchen, Spielfiguren. Durch das Verhandeln lohnt es sich, mit vier oder fünf Spielern anzutreten. Sämtliche Testrunden sind in etwa gleich verlaufen. Nach dem Erklären der Spielregeln gab es erstaunte Gesichter: „Geht das?“ Lockeres Handeln in den ersten gemütlichen Runden. Hektisches Geldzählen und Durchrechnen in der Schlussphase. Die Situation jedes Spielers spitzt sich gegen Ende dramatisch zu. Man spekuliert auf dem Zahnfleisch und hofft, das Ende überhaupt noch aktiv zu erleben. Es wird verhandelt, geblufft und viel riskiert. Manch einer, der auf „dicke Hose“ macht, gibt sie schneller ab, als er denkt. Und die skeptischen Spielerblicke zu Beginn nicken am Schluss anerkennend: Auch wenn es nicht danach aussieht, dieses Spiel hat was. That’s business!

Barracuda | Autor: Christoph Cantzler | Verlag: Drei Hasen in der Abendsonne
Handelsspiel für 3-5 Personen | Spieldauer: 30-45 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Pokerface und Verhandlungsgeschick | Wiederspielreiz: gross

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Neuheiten von Helvetiq im Frühjahr 2017

Innovativ und frisch tritt er auf, der Schweizer Verlag Helvetiq. Die Produkte haben in der Tat einen grossen Wiedererkennungswert. Allein von den Spielen in den grossen Zündholzschachteln gibt es bereits eine ganze Reihe. Und auch vor den grossen Autoren schreckt der Verlag nicht mehr zurück. Nach Reiner Knizia veröffentlicht nun Leo Colovini (Leo muss zum Friseur) gleich zwei Spiele bei Helvetiq.

Zur Erinnerung: Produkte von Helvetiq können im Helvetiq-Shop mit 10% Rabatt eingekauft werden, wenn man als Gutschein-Code „brettspielblog“ eingibt.

Forest

Nach Bandido folgt ein zweites Spiel in der Schachtel mit dem ungewöhnlich länglichen Format. Und genau so kurzweilig wie der Vorgänger spielt sich auch Forest. Die Karten sind nach bekannten Märchen-Motiven gestaltet, mit denen man einen Zauberwald legen muss. Mit jeweils sieben zauberhaften Figuren räumt man die Karten ab und sichert sich Punkte für die Endwertung. Kurze Regeln, schnelles Spiel, gute Unterhaltung.
Autoren: Leo Colovini und Fabio Visintin | Ab 6 Jahren | Für 2-5 Spieler | Spieldauer: 15 Minuten

Matterhorn

Ein weiteres Spiel mit Schweizer Thema. Wer hat nicht schon davon geträumt, das Matterhorn zu erklimmen. Dazu muss man erst einmal früh aufstehen, um sich dem Gipfel entgegen zu würfeln. Wer nicht rechtzeitig aufhört, muss sich zusätzlich beeilen. Ein Spiel, bei dem man auch mal fies sein kann.
Autor: Leo Colovini | Ab 8 Jahren | Für 2-4 Spieler | Spieldauer: 30 Minuten

 

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