Isle of Skye – Kennerspiel des Jahres 2016

Das Kennerspiel des Jahres 2016 wurde heute in Berlin bekanntgegeben. Es ist Isle of Skye.

Die Regeln einfach, beinhaltet es doch einige Spieltiefe. Plättchen, die man gerne legen möchte, muss man zuerst anpreisen und erwerben. Diese Kombination ist gar nicht so einfach. Nur wer ein gutes Gleichgewicht erwirtschaftet, schafft es, die unterschiedlichen Ziele Runde für Runde zu erfüllen. Durch immer wieder neue Wertungskombinationen spielt sich Isle of Skye immer wieder anders.

Isle of Skye | Autoren: Andreas Pelikan und Alexander Pfister | Verlag: Lookout Spiele

Isle of Skye

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Codenames – Spiel des Jahres 2016

In Berlin wurde heute der Preisträger für das Spiel des Jahres 2016 bekanntgegeben. Es ist Codenames.

Zwei Geheimdienstchefs versuchen ihren Agenten Begriffe zu erklären, dürfen jedoch nur immer ein Wort und eine Zahl als Hinweis nennen. Das Spiel um Assoziationen macht allen Wortakrobaten grossen Spass. Denn nicht alle ausliegenden Wörter dürfen erraten werden. Dank vieler, vieler Kombinationen ergeben sich immer wieder neue Spielkonstellationen. Meist endet ein Spiel nie, bevor sich nicht jeder ein Mal als Geheimdienstchef bewiesen hat… oder kläglich scheitert.

Codenames | Autor: Vlaada Chvátil | Verlag: Heidelberger Spieleverlag

Codenames

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Kerala – Spielkritik

In Kerala in Indien feiert man das grosse Fest der Elefanten. Der Festplatz wird farbig geschmückt, wenn die Dickhäuter sich präsentieren. Und ebenso farbenprächtig kommt das Legespiel von Kosmos daher, bei dem der Festplatz immer grösser und bunter wird.

KeralaSchön bei Kerala: Es knobeln immer alle Spieler mit. Der eigene Festplatz wächst stetig und die Farbenpracht gedeiht. Jeder Spieler beginnt das Fest mit einem Startplättchen und zwei Elefanten seiner Farbe. Alle Legeplättchen befinden sich in einem Sack und werden zufällig gezogen. Nehmen weniger als 5 Spieler teil, schafft man durch das Wegnehmen einzelner Plättchen einen Ausgleich. Kerala ist flexibel.
Der aktive Spieler zieht genau so viele Plättchen aus dem Sack, wie Spieler teilnehmen. Er legt die Plättchen offen aus, der Reihe nach wählen die Spieler eines für ihren Festplatz aus. Die Legeregeln sind simpel. Plättchen dürfen nur seitlich angelegt werden und einer der Elefanten muss sich auf das angelegte Nachbarplättchen bewegen. So legt man Runde für Runde ein neues Plättchen auf seinen Festplatz, mal mit einer grossen Auswahl, mal nimmt man, was übrig bleibt.

Kerala 2

Der eigentliche Spielmechanismus ist also sehr einfach. Deutlich mehr zum Grübeln kommt man bei den Endbedingungen, die man erfüllen sollte. Die 5 Spielfarben müssen alle auf dem Festplatz vertreten sein, am besten sogar farblich korrekt verbunden. Fehlen nämlich einzelne Farben, oder gibt es mehrere Gruppierungen einer Farbe, schreibt man schon einmal dicke Minuspunkte. Einzige Ausnahme: Von der eigenen Spielfarbe darf man am Ende zwei Gebiete auf dem Festplatz haben.
Auf vielen Plättchen befinden sich aber kleine Elefanten. Je mehr Elefanten man auf seinen Festplatz lockt, desto mehr Pluspunkte sammelt man am Ende des Spiels.

Kerala 3

Und sogar Korrekturen können während des Spiels vorgenommen werden. Es gibt Spezialplättchen, mit denen man Elefanten oder bereits gelegte Plättchen umsetzen darf. Zudem darf man ausgelegte Plättchen später mit einem anderen überbauen. Damit verliert man zwar eine Legemöglichkeit, vielleicht vermeidet man aber auch grösseres Unheil.
Und wer sich zusätzliche Punkte holen will, baut mutig zweifarbige Zwischenteile ein. Passen beide Farben am Ende in den Festplatz, holt man sich 5 Punkte.
Sollten alle Stricke reissen, kann man zwei Mal während des Spiels passen und während einer Runde kein Plättchen legen.

Wer aus allen Möglichkeiten die Farben am besten auf dem Tisch kombiniert, holt sich viele Punkte und vermeidet Minuspunkte. Das könnte dann auch zum Sieg reichen.

Fazit:
Kerala ist spielerisch ganz einfach zu bewältigen. Ob die Kombinationen auf dem Festplatz am Ende auch stimmen, ist wieder ein ganz anderes Thema. Natürlich spielt das Glück ein wenig mit, aber auch die Mitspieler suchen sich immer wieder Plättchen aus. Was lassen sie übrig? Während man in den ersten Partien nur den eigenen Festplatz im Kopf hat, schweifen die Blicke schon bald rundherum. Was mag der Mitspieler überhaupt nicht. Welche Farbe bringt ihn aktuell in Bedrängnis? Trotz einfacher Regeln bleiben doch immer einige Möglichkeiten offen. Vielleicht löst eine Überbauung das Problem? Zur Not passt man einfach. Am Ende zählen die Punkte für den Sieg. Oft endet eine Partie ganz knapp – und die nächste Spielrunde startet sofort wieder. Bei Kerala sind immer alle Spieler aktiv dabei und schmücken ihren Festplatz nach bestmöglichen farbigen Strategien. Somit ist es ein wunderschönes Spiel für die ganze Familie – und passt in jeder Besetzung.

Kerala | Autorin: Kirsten Hiese | Verlag: Kosmos
Legespiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Farbe, Weg und Elefanten | Wiederspielreiz: sehr gross

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Lunte – Spielkritik

Lunte ist in der Tat ein zündendes Kartenspiel mit Tempo und einfachen Regeln. Die Lunte brennt bis ein freudiger Pyromane die Bombe zündet. Doch hält sie auch wirklich, was sie verspricht?

LunteDas kleine Kartenspiel von Zoch ist ganz simpel gestrickt: Jede Menge Luntenkarten, durchmischt mit ein paar wenigen Löschkarten – fertig ist das schnelle Kartenspiel.
Jeder Spieler startet mit vier Luntenkarten und einer Löschkarte. Und schon startet man ins brenzlige Vergnügen. In seinem Spielzug legt man eine Karten an. Mit einer Luntenkarte verlängert man eine von zwei Lunten, die auf dem Spieltisch ausliegen. Der Kenner weiss natürlich: Nicht jede Lunte zündet gleich gut. Daher gibt es die Karten auch mit unterschiedlichen Werten. Zwei Mal im gesamten Spiel sollte man eine Bombe zünden und damit sämtliche Luntenkarten einer Reihe einsammeln. Die feurigen Werte werden am Ende gutgeschrieben. Wann ist also der richtige Zeitpunkt, um möglichst viele Luntenpunkte zu holen?

Die Mitspieler versuchen logischerweise einen grossen Punktezuwachs zu vermeiden. Mit Löschkarten verschwinden alle Luntenkarten und die Reihe wird wieder gegen Null gesetzt.
Also setzt man entweder eine Lunte, löscht sie wieder oder zündet die Bombe. Vom Nachziehstapel holt man sich sofort Kartennachschub.

Lunte 2

Das Spiel endet, wenn alle Spieler ihre zwei Bomben erfolgreich gezündet haben oder wenn die Schlusskarte sofort die Zündschnur durchschneidet.

Lunte 3

Bleibt noch eine Kleinigkeit, die grosse Auswirkungen haben kann. Die übriggebliebenen Handkarten muss man von seinen hoffentlich hervorragenden Bombenwerten abziehen. Das ist nicht zu unterschätzen und häufig spielentscheidend.

Fazit:
Beim ersten Durchlesen der Spielregeln denkt man: War’s das? Und funktioniert das wirklich? Na klar, denn Lunte arbeitet mit dem Zockermechanismus. Wann ist der richtige Augenblick, um eine Bombe zu zünden und möglichst viele Punkte einzustreichen? Nicht selten haben es in den Testrunden Spieler verpasst, die zweite Bombe zu zünden. Mit den fehlenden Punkten ist man natürlich chancenlos. Hohe Luntenkarten will man seinen Mitspielern nur sehr ungern überlassen. Hält man sie am Ende aber noch in der Hand, schiesst man ein klassisches Eigentor. Bei Lunte steht man permanent vor der Entscheidung: Halten oder loslassen? Wer genügend Löschkarten zieht, hält auch die Punkte der Mitspieler gerne tief und setzt sie ein, bevor die Bombe gezündet wird. Lunte ist ein kurzes, knackiges, schnelles und einfaches Kartenspiel für die ganze Familie. Mehr kann es nicht – und mehr will es auch nicht sein.

Lunte | Autor: Bruce Whitehill | Verlag: Zoch-Verlag
Kartenspiel für 3-6 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Geduld für den besten Zeitpunkt des Feuerwerks | Wiederspielreiz: ok  

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Tantrix – Spielkritik

Tantrix – das sind Linien in vier Farben auf sechseckigen Spielsteinen. Und während man die Spielsteine auf dem Tisch so zusammensetzt, winden sich die farbigen Linien immer weiter durchs Gehirn. Tantrix ist Denksport.

TantrixTantrix gibt es mittlerweile in einigen Versionen. Mit einem Tantrix Game Pack erhält man jedoch eine schöne Grundlage, um gleich verschiedene Varianten zu spielen. Am eigentlichen Tantrix-Spiel können bis zu vier Spieler teilnehmen, zu zweit ist aber eindeutig am meisten Taktik im Spiel.
Jeder Spieler wählt zu Beginn eine Farbe. Das Ziel: Mit der eigenen Farbe eine möglichst lange Linie auf dem Spielfeld zu bilden oder eine grosse Schleife. 6 Spielsteine zieht man aus dem Beutel und legt sie offen vor sich aus. Tantrix spielt man mit offenem Visier.

In einem Spielzug muss man einen seiner Spielsteine passend anlegen. Farblich muss natürlich alles stimmen und es dürfen keine Räume entstehen, in die drei gleichfarbige Linien münden. Vor und nach dem freien Zug muss man sich immer um die erzwungenen Räume kümmern. So nennt man die Leerräume, die gleich von drei Seiten umschlossen sind. Sie müssen zwingend gefüllt werden, wenn der aktive Spieler einen passenden Stein hat. Legt man einen Spielstein, zieht man sofort einen weiteren aus dem Beutel nach. So kann es also vorkommen, dass man mehrere Steine während des eigenen Spielzugs legen muss. Erst zum Füllen eines erzwungenen Raumes, danach als freien Spielzug und hinterher gleich wieder, um erzwungene Räume zu füllen. Nicht jeder Spielstein nützt aber der eigenen Farbe.
Sind alle Steine aus dem Beutel gezogen, fallen die letzten Hemmungen. Sämtliche Legeverbote sind aufgehoben. Jeder Spieler versucht noch das Beste rauszuholen.
Am Ende zählt die längste Linie oder die grösste Schleife in der eigenen Farbe. Der Vorteil liegt klar bei den Schleifen. Dort zählen die Spielsteine doppelt.

Tantrix 2

Schon in der ersten Partie wird klar. Wer Tantrix und seine Spielsteine kennt, ist klar im Vorteil. Runde für Runde lernt man bei diesem Spiel dazu – und ist sich doch nicht sicher, ob man am Ende gewinnt. Eine kleine Unsicherheit bleibt nämlich. Durch das Ziehen der Steine ist auch ein wenig Glück im Spiel. Nicht immer passt alles genau so, wie man möchte. So kommt es eben darauf an, was man aus der Vorlage macht.

Doch Tantrix kann noch viel mehr: Bei Tantrix Gobbel spielen mehrere Spieler gleichzeitig gegeneinander. Wer sämtliche seiner Spielsteine zuerst anlegen kann, gewinnt. Füllt man einen Raum mit drei vorgegebenen Seiten auf, ruft man „Gobbel“ und gibt einem Mitspieler einen Stein weiter. Eine wirklich lustige Party-Variante.

Tantrix 3

Durch die Nummerierung der Spielsteine auf der Rückseite knobelt man auch ganz alleine mit Tantrix. Man löst Puzzles mit immer höherem Schwierigkeitsgrad und sieht bald überall nur noch farbige Linien wachsen.

Fazit:
Tantrix ist ein sehr vielseitiges Spiel,das sich den Mitspielern anpasst. Ob als Puzzle, in der witzigen Gobbel-Variante oder im knallharten Strategiespiel – dieses abstrakte Legespiel überzeugt. Schon nach wenigen Spielrunden zeigt die eigene Lernkurve nach oben. Wer sich auf Tantrix einlässt, hat grossen Spielraum nach oben. Einerseits mit den passenden Strategien, andererseits durch das Zählen und Merken der Spielsteine. Tantrix ist Denksport, auf den man als Familie genauso gut geniessen kann, wie auch als grosser Stratege. Das Spielmaterial ist hochwertig und jedem, der die Steine in der Hand hält, ist sofort klar, was mit den farbigen Linien zu tun ist.
Tantrix ist eigentlich ein kleiner Legespiel-Klassiker. Das Spiel ist schon seit mehreren Jahren in Deutschland erhältlich. Nun hat es auch in der Schweiz einen Vertrieb gefunden.

Tantrix | Autor: Mike McManaway | Verlag: quecke-verlag
Legespiel für 1-7 Personen | Spieldauer: ab 10 Minuten | Ab 6 Jahren | Benötigt: Strategie mit Hirn und ein paar farbigen Linien dazu | Wiederspielreiz: sehr gross

» Weitere Infos und Bezugsmöglichkeit: Webseite von Tantrix Schweiz

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