Am Goldenen Fluss – Spielkritik

Am Goldenen Fluss gibt es zahlreiche Regionen, in denen man mit jedem Handel und mit jedem Hafen an Einfluss gewinnt. Wer die richtigen Optionen wählt, gelangt am Ende zu Wohlstand. Doch dazu muss man erst die richtigen Verbindungen aufbauen.

Am Goldenen Fluss

Das Brettspiel hat eine grosse Präsenz auf dem Tisch. Auf dem grossen Spielplan findet man den Fluss, auf dem man zwei Schiffe platziert. Daneben gibt es 6 unterschiedliche Regionen, in denen man Einfluss sammelt. Am Flussufer gibt es einige Bauplätze für Anlegestellen, einige sind bei Spielbeginn belegt. 3 Handelswaren gibt es (Reis, Seide und Porzellan), dazu Geld (Koku) und Karten mit möglichen Handelspartnern. Mit 3 Meisterschaftskarten legt man Ziele bereit, die man möglichst schnell erfüllen soll, um am meisten Punkte zu erhalten.

Mit dem persönlichen Tableau wählt man den Klan, für den man in die Partie steigt. Man erhält zwei Schiffe, ein wenig Geld, eine Handelsware jeder Sorte, zwei Handels-Karten und ein wenig göttliche Gunst, mit der man den Würfel manipulieren kann. Den persönlichen Würfel wirft man bereits ein erstes Mal und legt ihn auf dem Tableau bereit. Damit kann man sich immer schon Gedanken machen über den nächsten Spielzug.

Und so wird gespielt:

Ein zentrales Element im Spiel ist der Würfel. Er kann auf unterschiedliche Weise benutzt werden, daher beginnt ein Spielzug immer mit der möglichen Manipulation des Würfels. Für eine göttliche Gunst dreht man den Würfel eine Zahl vor oder zurück. Die Gunst zählt man auf dem eigenen Tableau mit einem Sonnenstein mit. Die Leiste ist zu Beginn auf 3 begrenzt. Hat man sich für eine Seite seines Würfels entschieden, schreitet man zur Aktionsphase.

Am Goldenen Fluss

Drei mögliche Aktionen stehen zur Verfügung. Mit dem Bauen entscheidet man sich, eine Region mit einem Bauwerk zu ergänzen. Der Würfel zeigt die bebaubare Region, in der man zuerst einen Bauplatz mit Münzen bezahlt. Dann wählt man eines der offen ausliegenden Bauwerke und setzt es an den Fluss. Mit jedem Bauwerk erhält man Einfluss in den Regionen. Das bringt allenfalls kleine Boni (Ressourcen, Siegpunkte, Geld) mit sich.

Beim Segeln nutzt man die Zahl auf dem Würfel, um eines der beiden Schiffe die entsprechenden Felder voranzutreiben. Am Ende der Fahrt erhält man von vier anliegenden Häfen eine Belohnung. Gehört jemandem eine der Anlegestellen, bringt das für den Besitzer ebenfalls einen Bonus. Diese Aktion ist eine gute Wahl, um an gewünschte Ressourcen zu kommen.

Für das Ausliefern nutzt man eine seiner Handelskarten. Nur wenn die Region auf der Karte mit dem Würfel übereinstimmt, liefert man vorgegebene Ressourcen und erhält einmalige oder dauerhafte Effekte und vielfach auch die Möglichkeit, am Ende zu zusätzlichen Siegpunkten zu kommen.

Am Goldenen Fluss

Die Meisterschaftskarten liegen in jeder Partie in einer anderen Kombination aus. Erfüllt man eines der Ziele, kann man sich sofort Punkte notieren. Beim Erfüllen der Aufgaben sollte man schnell sein.
Die Stapel der Bauwerke sind der Timer des Spiels. Nach dem Abarbeiten des ersten Stapels gibt es eine Belohnungsrunde für alle Besitzerinnen und Besitzer von Bauwerken am Fluss. Ist der zweite Stapel weggespielt, endet die Partie.

Für die Schlusswertung gibt es Punkte in allen sechs Regionen für die Personen mit dem meisten Einfluss. Für die Anzahl erfüllter Handelskarten gibt es ebenfalls Punkte. Hat man erfolgreich mit Händlern, Handwerkern oder Adligen gehandelt, liegen auch noch Punkte für Geld oder Ressourcen drin.

Dem Spiel liegen noch Karten mit Klan-Legenden bei, die man als Mini-Erweiterung verwenden kann. Die Klan-Legende besitzt eine Fähigkeit, die man während einer Partie nutzen darf. Sie beeinflusst allenfalls ein wenig die eigene Spielausrichtung.


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Fazit zu Am Goldenen Fluss

Im Spielablauf gar nicht so schwierig, mit kleinen Gegebenheiten aber sehr verzahnt – so bewegt man sich mit seinen Schiffen den Fluss entlang. Man baut Handelsstationen auf, erfüllt Aufträge und sammelt Ressourcen. Alles mit dem Ziel, in den einzelnen Regionen stark an Einfluss zu gewinnen und zahlreiche Auftragskarten zu erfüllen. Die punktereiche Schlusswertung kann man aber mit mehreren Aktionen klug vorbereiten und sich vor dem Ende in eine gute Position bringen. Es sind die Feinheiten des Spiels, für die man sich entscheiden muss, wenn sie vorliegen. Will man mit einem Adligen handeln, um in einer Region die doppelte Punktzahl zu erhalten? Geht man mit einer Handwerkerin einen Deal ein, um in ihrer Region günstiger zu bauen? Nicht alle Vorteile sind zu jedem Zeitpunkt nützlich. Daher muss man sich in jeder Runde entscheiden, wohin man sich bewegen will.

Die vielen Feinheiten schliessen immer den Kreis zu einem grossen Ganzen. Ressourcen, Geld, Einfluss oder Siegpunkte erhält man vielerorts. So sucht man für sich stets die optimale Aktion, die der Würfel anbietet. Oder man biegt sich mit der göttlichen Gunst die Welt am Fluss zurecht. Das macht vor allem Optimierern viel Spass und endet am Schluss oft mit kleinen Überraschungen bei der Wertung, weil man nicht überall partizipieren kann. Am Goldenen Fluss hat mich überzeugt. Es ist ein vielseitiges Kennerspiel, ohne komplex zu wirken. Denn irgendwie ist spielerisch jederzeit alles im Fluss.


Fakten zu Am Goldenen Fluss

Autor: Keith Piggott
Illustrationen: Francesca Baerald, Joshua Cairos
Verlag: Kosmos

Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Spieldauer: 60 – 90 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Einfluss und eine gute Handelsstrategie
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Kenner

sehr gutes Spiel

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