Über drei Spielrunden erstellen wir ein funktionierendes Ökosystem das wir Karte für Karte aufbauen. Bei Waldland sollen sich auch die Tiere wohlfühlen und aktiv werden. Unter dem Titel Baumkronen erschien das Spiel 2021 bei einem anderen Verlag.

Während das Vorgängerspiel ein reines 2-Personen-Spiel war, kann man nun mit bis zu vier Personen am eigenen Ökosystem arbeiten. Auf einem eigenen Tableau legt man einige Bonusplättchen aus und setzt einen ersten Baum in einen der Zwischenräume. Ein Starttier mit einer besonderen Eigenschaft erhält man zu Beginn der Partie. Von den restlichen Tierkarten legt man drei offen aus. Auf Ablageflächen mit Tannzapfen platziert man zudem einige Waldkarten.
Und so wird gespielt:
Über drei lange Durchgänge spielen wir die Karten bei Waldland weg. Während wir Tierkarten dauerhaft zu uns holen, schliessen wir die Waldkarten in drei Zwischenwertungen ab und starten neu mit dem Sammeln. Der Spielablauf bleibt gleich. Ganz am Ende folgt eine Schlusswertung, die noch die letzten Punkt einbringt.
Der Reihe nach absolvieren alle ihre Aktionen, bis jemand keine Karten mehr zur Auswahl hat. Dann erfolgt sofort ein Zwischenwertung.

In einer ersten Aktion darf man Tiere anlocken. Dazu braucht man Nahrung, die man erst im Laufe einer Partie aus dem Wald holt. Es gibt drei Tiere jeder Art, jedoch nur drei Tierkarten in der offenen Auswahl. Tier bringen Punkte am Ende des Spiels, eine Sonderaktion oder Sammelziele für jede Zwischenwertung. Kann oder will man kein Tier anlocken, geht man sofort zur zweiten Aktion.
Nun widmet man sich den Waldkarten. Drei Kartenstapel stehen jeder Person zur Verfügung, die man in einer bestimmte Reihenfolge abklappert. Erst sieht man sich die Karten des ersten Stapels (bei den Tannzapfen) an. Will man die Karten behalten, legt man sie vor sich aus. Will man sie nicht, legt man sie zurück und gleich noch eine neue Karte vom Nachziehstapel obendrauf.
Hat man keine Karten genommen, schaut man sich den zweiten Stapel an, allenfalls noch den dritten. Passt alles nicht, kann man die oberste Karte des Nachziehstapels anschauen und nehmen. Sonst legt man sie zurück und erhält in dieser Runde keine Karten.

Mit den Karten erhält man Nahrung, sammelt Pflanzen, pflanzt Bäume und lässt sie wachsen. Es gibt aber auch Katastrophen. Waldbrände, Krankheiten oder Hitzewellen lassen gesammelte Karten wieder verschwinden. Das Klima lässt sich ebenfalls beeinflussen. Sammelt man ausgeglichen Klimakarten zwischen Sonne und Regen, ist das sicher gut.
Gegen Ende einer Runde verkleinert sich die Auswahl und die letzten Karten muss man zu sich nehmen.
Auf dem eigenen Tableau kann man sich Bonusplättchen freispielen, wenn genügend hohe Bäume an den Enden der Pfade wachsen.
Nun wertet man die aktuelle Sammlung. Allenfalls darf man sich noch letzte Karten vom Vorrat ziehen und muss Karten beseitigen wegen der Naturkatastrophen. Vor allem gibt es aber viele Punkte für gesammelte Pflanzen, Klimakarten, den höchsten Baum und erfüllte Tierziele.
Danach räumt man alle Waldkarten ab und startet einen zweiten, später einen dritten Durchgang, bei dem man wieder eine starke Sammlung aufbaut.
Nach dem dritten Durchgang folgt die Endwertung, bei der vor allem Tierkarten punkten. Hat man zwei oder gar drei Tiere einer Art bringt das zusätzliche Punkte. Schafft man mit den Symbolen auf den Tierkarten noch einen möglichst langen Tierkreislauf, punktet man noch einmal. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.
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Fazit zu Waldland
Naturthemen liegen im Brettspielbereich gerade im Trend. Auch bei Waldland optimieren wir unser Ökosystem, indem wir die richtigen Karten sammeln. Der Mechanismus hat sich schon bei Baumkronen bewährt. Hier wurde er einfach für bis zu vier Personen erweitert. Das ist gelungen. Immer steht man vor der Wahl: Soll man den aktuellen Kartenstapel nehmen oder kommt im nächsten noch etwas Besseres? Entscheidet man sich für einen Stapel, muss man alle Karten nehmen. Die Pflanzen-Sammlungen sind in Nuancen unterschiedlich aufgebaut. Mit den Bonusplättchen federt man das Sammelrisiko ein wenig ab, aber dazu muss man erst Bäume pflanzen.
Und schliesslich sind die Tierkarten sehr sinnvoll mit ihren saisonalen Wertungen oder für die Endwertung. Das Sammeln der Karten ist unterhaltsam, man fiebert immer mit, ob es für viele Punkte reicht. Und mit den Naturkatastrophen muss man manchmal ins Risiko gehen. Zwei Dinge stören mich ein wenig. Die persönlichen Tableaus sind sehr rutschanfällig. Das betrifft die Zähler für die Nahrung und die Wertung, aber auch alle Bäume und Bonusplättchen. Und schliesslich geht mir eine ganze Partie einen Ticken zu lang. Für die Endwertung ist das zwar sinnvoll, aber bis man drei Mal den ganzen Waldkartenstapel durchgespielt hat, dauert das vor allem in Vollbesetzung mit den ständigen, kleinen Kartenentscheidungen etwas zu lang.
Fakten zu Waldland
Autor: Tim Eisner
Illustrationen: Vincent Dutrait
Verlag: Piatnik
Spielerzahl: 1 – 4 Personen
Spieldauer: 90 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Ein funktionierendes Ökosystem
Wiederspielreiz: gross
Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 3 Personen
Richtet sich an: Kenner




