Geschenkt ist noch zu teuer – Spielkritik

Wie einfach kann ein Kartenspiel eigentlich sein? Oder wie einfach darf es sein? Geschenkt… ist noch zu teuer versucht den Rekord der Einfachheit zu erstellen. Das Spiel besteht aus Zahlenkarten und Chips. Los geht’s!

Die Zahlenkarten mit den Zahlen zwischen 3 und 35 werden gemischt. 9 Karten werden aus dem Spiel genommen, die restlichen Karten bilden einen Stapel in der Mitte. Zudem bekommt jeder Spieler 11 Chips.

Der Startspieler deckt die oberste Zahlenkarte auf und entscheidet, ob er sie zu sich nehmen will oder doch lieber dem nächsten Spieler überlassen soll. Behält er sie nicht, legt er einen seiner Chips als Abfindung drauf. Dann soll der nächste Spieler entscheiden. Der Wert der gesammelten Karten zählt als Minuspunkte, die beigelegten Chips sind Pluspunkte. Wenn keine Karten mehr übrig sind wird mit Minus und Plus der Sieger ermittelt.

Eine Chance hat jeder Spieler aber noch: Kann er mit seinen gesammelten Karten eine Reihe bilden (egal wie lange), so zählt nur noch die tiefste Karte für die Minuspunkte. Reihen bilden ist also super, aber Vorsicht – es sind ja nie alle Karten im Spiel. So kann es also vorkommen, dass man auf eine Karte wartet, die nie kommt.

So einfach ist Geschenkt… ist noch zu teuer. Ich hoffe, es wurde nicht noch extra ein Grafiker für die Spielkarten engagiert. Denn selbst die Karten könnten nicht einfacher sein. Das Spiel hat also wirklich System.

Fazit:
Geschenkt… ist noch zu teuer ist schlicht, einfach, sehr schnell erklärt, dauert nicht lange und macht trotzdem Spass. Einfache Spiele können eben auch gut sein. Ein gewisser Glücksfaktor ist sicher dabei, bei der Kürze des Spieles stört er aber nicht – man spielt einfach. Und so beginnt schnell noch eine Partie und noch eine… Ein einfaches Spiel, um den Abend ausklingen zu lassen.

Geschenkt… ist noch zu teuer | Autor: Thorsten Gimmler | Verlag: AMIGO
Kartenspiel für 3 – 5 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Benötigt: Eine einfache Taktik mit ein wenig Chips | Wiederspielreiz: gross

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Spielwarenmesse Nürnberg 2011

Die Spielverlage arbeiten oft auf  2 Höhepunkte im Jahr hin. Im Frühjahr die Spielmesse in Nürnberg, im Herbst die Spiel in Essen. Bei grossem Zuschauerandrang lohnt es sich Neuheiten vorzustellen. Und die Spiele können von vielen Spielern ein erstes Mal getestet werden. Die Spielmesse in Nürnberg ist aber ausschliesslich für ein Fachpublikum bestimmt. Vor allem Einkäufer und Journalisten können sich dort ein Bild der Spieleneuheiten machen. Und lange nicht jedes Spiel, das in Nürnberg vorgestellt wird, kann gleich danach schon gekauft werden. Manchmal zieht sich die Veröffentlichung noch etwas dahin, da nicht jedes Spiel schon fertiggestellt wurde.

Was für Neuheiten erwarten die Spieler aber im Jahre 2011. In Nürnberg werden einige neue Brett- und Kartenspiele vorgestellt. Hier ein kleiner Auszug daraus:
Irgendwie scheint das Mittelalter im Trend zu liegen. Wie schon im Artikel Neue Spiele von alea angekündigt, werden in Nürnberg Die Burgen von Burgund und König Artus und die Tafelrunde vorgestellt. Aber auch Castelli von Queen Games wird sich wohl mit der gleichen Thematik befassen. Ebenfalls von Queen Games kommt der Showmanager, eine Neuauflage des Brettspiels aus dem Jahre 1997 (Spielkritik hier). Hans im Glück präsentiert Erweiterungen zu bekannten Spielen. Carcassonne – Das Würfelspiel bringt das Spiel des Jahres 2001 in Kontakt mit dem Spielwürfel. Dazu kommt noch die nächste Erweiterung zum Brettspiel: Carcassone – Das Gefolge. Auch Dominion -Fans dürfen sich freuen. Dominion – Das Füllhorn bringt einen neuen Teil für das Kartenspiel. eggertspiele liefert eine Erweiterung  für Die Speicherstadt – Der Münzspeicher, und mit Pergamon kann man in die Welt der Archäologie abtauchen. Der Verlag Days of Wonder rührt schon kräftig die Werbetrommel für Cargo Noir, das wohl in den 50er Jahren spielt.

Und das sind noch längst nicht alle Spiele. Ich habe mich bemüht, einen interessanten Querschnitt aufzuzeigen. Und der verbreitet doch schon ziemliche Vorfreude auf den Spielejahrgang 2011.

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Blokus Duo – Spielkritik

Blokus Duo ist ein Lege-, ein Strategiespiel für Zwei. Kleine Quadrate, die in unterschiedlichen Formen aneinander gehängt sind, erinnern stark an das Computerspiel Tetris. Nur muss man bei Blokus Duo nicht alle Spielfelder füllen. Aber loswerden sollte man seine 21 Spielsteine schon.


Das Spielfeld bei Blokus Duo besteht ebenfalls aus einer quadratischen Fläche. Darauf legt man seine Spielsteine (orange oder lila). Auf dem Spielfeld befinden sich zwei Startpunkte. Der erste Stein muss irgendwie darauf zu liegen kommen. Gelegt wird abwechslungsweise, die eigenen Spielsteine müssen mit mindestens einer Ecke mit der eigenen Spielfarbe verbunden sein. Die eigene Farbe darf sich nie an einer Seite berühren.

Zur fremden Spielfarbe gibt es keine Vorschriften. Dort dürfen Berührungen jeder Art stattfinden. So legen beide Spieler ihre Steine – entweder bis alle weg sind, oder bis eine Farbe keine Möglichkeiten mehr hat. Dann darf der Gegenspieler jedoch noch legen, was er kann.

Sind beide Spieler blockiert, geht es zur Schlusswertung. Es gibt 15 Punkte, wenn alle eigenen Steine gelegt wurden. 20 Punkte, wenn alle gelegt wurden und der letzte Stein noch das Einzelquadrat war. Sonst erhält man für jede restliche Figur Minuspunkte nach Anzahl der übriggebliebenen Quadrate.

Blokus Duo ist ein Legespiel mit Ärgerfaktor. Plötzlich klemmt es, man ist eingesperrt, es fehlt genau ein Quadrat und der Gegenspieler legt auch noch den falschen Stein. Aber das macht Spass. Und man hört erst auf, wenn man auch einmal gewonnen hat. Denn eine Partie ist schnell gespielt.

Fazit:
Blokus Duo ist ein sehr gutes Spiel für Zwei. Die Regeln sind sehr einfach, der Start ist sofort möglich und trotzdem braucht es eine Menge Strategie. So spricht es Vielspieler genauso an, wie Gelegenheitsspieler. Jede Partie ist anders und trotzdem sollte man ja eigentlich nur alle seine Spielfiguren legen. Durch die kurze Spielzeit spielt man Blokus Duo gern noch einmal, und nochmal, und nochmal, und… Bis zum nächsten Sieg.

Blokus Duo | Autor: Bernard Tavitian | Verlag: Mattel
Strategisches Legespiel für 2 Personen | Spieldauer: 20 Minuten | Benötigt: Legegeschick im Quadrat | Wiederspielreiz: gross

> Ein weiteres Legespiel: Metro

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Grand Cru – Spielkritik

Bei Grand Cru geht es um den Weinanbau. Das eigene Weingut muss aufgebaut werden und soll bis Spielende florieren. Grand Cru ist ein Strategiespiel, das sehr viele Möglichkeiten bietet. Ulrich Blum hat im Interview auf Brettspielblog.ch bereits davon erzählt.


Grand Cru besteht grundsätzlich aus 2 Phasen, auf die ich später noch näher eingehe. Zu Beginn des Spieles nimmt man nämlich erst mal einen Kredit auf. Von diesem Kredit lebt das eigene Weingut hauptsächlich. Und sobald der erste Spieler seinen Kredit getilgt hat, endet das Spiel. Das eigene Weingut besteht aus einer Karte, auf der das Anbaugebiet und die Weinfässer zu finden sind, in denen der Wein reift. Auf einem grossen Spielplan in der Tischmitte werden die 2 Spielphasen gespielt.

In Phase 1 kann man in jeder Runde aus 9 Spielzügen wählen. Ich kann mir für mein Weingut eine Traubensorte kaufen (es gibt 5 davon). Dafür kann ich ein Gebot abgeben oder es teuer gleich direkt kaufen. Auch Aktionskärtchen kann ich ersteigern, die meinem Weingut kleine Vorteile bringen. Ich kann die Nachfrage für eine Weinsorte erhöhen, kann auf meinem Gut eine Weinlese durchführen, den Wein verkaufen oder ein Aktionskärtchen nutzen. Wenn ich nichts mehr machen will, darf ich auch passen. Die erste Phase endet, wenn alle Spieler bis auf einen passen oder wenn ein Spieler seine letzten Trauben eingebracht hat. Es lohnt sich also, seine Mitspieler im Auge zu behalten, sonst kann man böse überrascht werden. 5 Spielzüge hat man aber auf jeden Fall zur Verfügung.

In Phase 2 spielt man mit seinen Prestigepunkten vom Weinfest. Diese Punkte erhält man für seinen in Phase 1 verkauften Wein. Die Prestigepunkte kann ich für verschiedene Aktionen einsetzen. Alle kosten unterschiedlich Punkte. Ich kann beispielsweise eine Spätlese durchführen, einen Wein früher verkaufen, den Weinpreis erhöhen, für die Punkte Geld eintauschen oder mich für den nächsten Durchgang zum Startspieler machen. Wenn diese Aktionen durchgeführt sind, reift der Wein in allen Fässern. Denn nicht jeder Wein kann jederzeit verkauft werden. Danach zahle ich Zinsen für meinen Kredit und kann entscheiden, ob ich ihn allenfalls vergrössern oder verkleinern will. Die eigenen Weinreben erhalten wieder Ertrag und das Spiel wird mit Phase 1 fortgesetzt.

Grand Cru endet, wenn der erste Kredit getilgt ist. Gewinner ist aber derjenige, der sein Weingut am besten aufgebaut hat und somit am meisten Geld hat. Für jedes unterschiedliche Plättchen auf seinem Weingut und den Wein in seinen Fässern bekommt man noch Geld. Zieht man seinen Kredit ab, steht der Gewinner fest.

Etwas störend: Die Aktionskärtchen sind gar klein geraten und das Spielgeld aus dünnem Papier muss einiges ertragen. Das hat aber mit dem Spielablauf relativ wenig zu tun, DENN…

Fazit:
Ich geniesse jedes Mal die verdutzten Gesichter meiner Mitspieler, wenn ich die Spielregeln in ihrer ganzen Vielfalt erkläre. Und ich geniesse danach auch jedes Mal, wie rund Grand Cru läuft. Vieles ist nämlich logisch. Dazu ist Grand Cru wunderbar gezeichnet und so erklärt sich einiges von alleine. Das Spiel fliesst vor sich hin und man merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht. Strategisch bietet Grand Cru sehr viele Möglichkeiten. Man muss immer wieder entscheiden, was für das Weingut mit den eigenen Möglichkeiten am besten ist. Das Spiel kam in jeder Spielrunde bisher sehr gut an und wird gerne wieder gespielt.

> Interview mit Autor Ulrich Blum

Grand Cru | Autor: Ulrich Blum | Verlag: eggertspiele
Strategiespiel für 2-5 Spieler | Spieldauer: ca. 90 Minuten | Benötigt: Strategischen Weingeist für das eigene Weingut | Wiederspielreiz: gross

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Spiel des Monats: Dixit

Jeden Monat findet auf www.brettspielblog.ch ein Preisvergleich eines ausgewählten Spieles statt. Wo bekomme ich das Spiel am günstigsten? Aufgeführt werden ausschliesslich Schweizer Anbieter. Zum kleinen internationalen Vergleich ziehe ich jeweils Amazon.de bei.

Den Jahresabschluss macht natürlich das Spiel des Jahres 2010: Dixit von Libellud/Asmodee

Über das Spiel:
In jeder Runde schlüpft ein anderer Mitspieler in die Rolle des Erzählers. Zu einer seiner Handkarten überlegt er sich eine Geschichte, einen Satz oder eine treffende Aussage. Die Mitspieler wählen aus ihren Handkarten nun auch eine, zu der die Aussage zutreffen kann. Dann beginnt das grosse Rätselraten um die bunt bemalten Karten.

Preisvergleich Dixit - 28. Dezember 2010

AnbieterLadenpreisPreis inkl. Versandkosten
Bol.ch44.50 Fr.44.50 Fr.
Books.ch39.90 Fr.39.90 Fr.
Ex Libris /exlibris.ch39.90 Fr.39.90 Fr.
Franz Carl Weber35.00 Fr.nicht möglich
Manor /manor.ch44.90 Fr.54.80 Fr.
Spielbude.ch39.90 Fr.44.90 Fr.
Spielzeug24.ch44.90 Fr.51.80 Fr.
Spielzone.ch35.50 Fr.43.00 Fr.
Storyworld.ch35.40 Fr.35.40 Fr.
Thalia.ch39.90 Fr.43.40 Fr.
Weltbild.ch39.95 Fr.47.90 Fr.
Wog.ch39.90 Fr.39.90 Fr.
Amazon.de-------25.45 Fr.
Preisvergleich des Kartenspiels Dixit von Asmodée. Grün markiert: Das günstigste Angebot mit und ohne Versand.

Den günstigsten Ladenpreis findet man aktuell bei Franz Carl Weber. Eine Online-Bestellung ist dort allerdings nicht möglich. Unter den Versandhändlern schlägt Storyworld.ch alle Anbieter. Manor und Spielzeug24.ch sind am teuersten.

Bei Dixit lohnt sich allerdings ein Blick über die Landesgrenzen. Denn Amazon.de liefert dasselbe Spiel noch einmal 10.- Fr. günstiger. (Umrechnungskurs 28.12.2010)  Damit zeigt sich eine Preisspanne von 30.- Fr. vom günstigsten zum teuersten Angebot. Ein Vergleich lohnt sich!

> Preisvergleich Monat November: Fresko

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