Lucky Numbers – Spielkritik

Lucky Numbers? Da war doch mal was. Vor etwa 11 Jahren erschien das Legespiel in der Schweiz, in Deutschland unter dem Namen 5 vor 12. Der Namenswechsel war damals der Schweizer Vielsprachigkeit geschuldet. Nun ist es also wieder da – bei einem neuen Verlag.

Lucky Numbers

Der bequeme Spielekritiker könnte es sich nun ganz einfach machen: Spielerisch hat sich an Lucky Numbers nichts verändert. Das simple Legespiel besitzt dieselben Regeln wie damals, das Spielmaterial hat einen gewissen Glanz erhalten. Alles wie immer? Nicht ganz! Mit einer kleinen Variante erhält man einen zusätzlichen Reiz, und ein Solomodus mit 30 Knobelaufgaben sorgt für ein Spielgefühl wie früher bei den kleinen Zahlenschiebern. Doch dazu später mehr.
Die Spielvorbereitungen sind kurz. Alle nehmen sich eine Legetafel mit 16 Legeplätzen in einem 4×4-Raster. Entsprechend der Anzahl an Mitspielenden, legt man Sätze aus Zahlenplättchen verdeckt auf dem Tisch aus. Ein solcher Satz besteht aus Werten von 1 bis 20. Die Vorderseite der Zahlensätze unterscheiden sich farblich. Für das Spiel hat das keine Relevanz, für das Sortieren danach aber schon.

Alle Spielenden füllen ihre Legetafel vor Spielbeginn mit einer diagonalen Zahlenreihe. Dazu ziehen alle vier beliebige Plättchen vom Tisch. Da nachher die Werte wichtig sind, sollten sie von niedrig nach hoch in die Diagonale gelegt werden.

Lucky Numbers

Nun geht man reihum ans Werk. Alle machen immer einen Spielzug, dazu besitzt man zwei Möglichkeiten. Man deckt ein Zahlenplättchen auf und legt es auf das eigene Tableau. Will man das Plättchen nicht, lässt man es offen liegen.
Oder man wählt ein offenes Zahlenplättchen und legt es auf sein Tableau. So weiss man wenigstens, was man hat.

Die Legeregeln sind ebenso einfach. Wählt man ein freies Feld, ist der Spielzug beendet. Doch man darf alternativ auch ein Plättchen austauschen. Dann muss man das ersetzte Zahlenplättchen offen in die Auslage legen. Die wichtigste Regel lautet: Die Plättchen müssen in Reihen (von links nach rechts) und Spalten (von oben nach unten) jederzeit aufsteigend liegen. Das blockiert gewisse Felder auf dem Tableau und zwingt manchmal zu einem Tausch. Lücken dürfen übrigens auftreten. So ist auch ein Sprung von der 7 auf die 10 möglich. Die Werte müssen nicht nahtlos ausliegen.

Gespielt wird so lange, bis jemand seine 16 Legeplätze bei Lucky Numbers mit aufsteigenden Werten besetzt hat. Wer das Ziel zuerst erreicht, gewinnt.

Lucky Numbers

Wenden wir uns noch den Neuheiten des Spiels zu. Bruno Cathala (Kingdomino, Splendor Duel) trägt eine Variante zu Lucky Numbers bei. So erhält man sofort einen zusätzlichen Spielzug, wenn man diagonal benachbart ein gleiches Zahlenplättchen anlegt. Das ist möglich, da ja mehrere Zahlensätze im Spiel sind.

Das Solospiel ist ebenfalls neu. Es erinnert stark an die Zahlenschieber von früher, bei denen man kleine Zahlen seitlich verschieben konnte, und am Ende eine perfekte Zahlenreihe präsentieren musste. Bei Lucky Numbers sind das nun 30 Knobelaufgaben, die jeweils auf einer Vorlage basieren. Zu dieser Ausganglage erhält man eine Anzahl an Tauschmöglichkeiten. Nun darf man benachbarte Zahlen tauschen und muss am Ende eine aufsteigende Reihenfolge auf dem Tableau haben. Schafft man das mit den zur Verfügung stehenden Zügen?


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Fazit zu Lucky Numbers

Ich muss sagen, ich freue mich immer, wenn ein älteres Spiel wieder auf dem Markt erscheint. Lucky Numbers war vor einigen Jahren schon ein gutes, schnelles, unkompliziertes Absackerspiel. Die wenigen Regeln bieten einen schnellen Zugang über alle Generationen. Natürlich ist ein wenig Glück dabei, das trägt das Spiel ja schon in seinem Namen. Das Pech der Mitspielenden kann aber ebenfalls zum persönlichen Glück werden, wenn ausrangierte Zahlen perfekt ins eigene Tableau passen und man nicht lange danach suchen muss.

Das kurze Legespiel hat nichts von seinem einfachen Charme verloren und funktioniert auch heute noch wunderbar. Für mich war Lucky Numbers auch ein gutes Schulspiel, das sich jederzeit in den Unterricht einbauen lässt. Die neuen Solo-Knobelaufgaben erweitern dieses Angebot zusätzlich. Die Aufgaben lassen sich überall einstreuen und man besitzt mit Lucky Numbers gleich vier Solo-Spielplätze. Schön, dass es wieder auf dem Markt ist!

Fakten zu Lucky Numbers

Autor: Michael Schacht | Illustrationen: Christine Alcouffe | Verlag: Game Factory

Spielerzahl: 1 – 4 Personen
Spieldauer: 20 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Aufsteigende Zahlenwerte
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 1 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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