Der König von Babylon beauftragt die besten Landschaftsarchitekten, um Die Hängenden Gärten für seine Frau Amytis zu gestalten. Über mehrere Runden suchen wir passende Elemente aus und sorgen uns um die Bewässerung des neuen Gartens.

Thematisch ist das alles ja nicht neu. Gerade erst haben wir bei Eine Stadt für Amytis die Gärten schon einmal gestaltet – damals allerdings in einem 2-Personen-Spiel. Diesmal können bis zu 5 Personen mitgestalten, der Aufbau des Spiels ist äusserst flexibel. Es gibt eine grosse Auslage für die Garten-Karten. Dort findet man auch die königlichen Ziele, Verzierungen und das Einsetzfeld für die Arbeiter. Alle erhalten drei Arbeiter, ein wenig Werkzeug und Geld. Und jemand erhält die Startspielerfigur.
Und so wird gespielt:
Auch ein persönliches Ziel gehört zur Grundausstattung – der Bewässerungsplan. Auf ihm erkennt man, welche Positionen im eigenen Garten bewässert werden sollen. Je mehr man schafft, desto mehr Punkte gibt es am Spielende.
Der eigentliche Spielablauf bleibt immer gleich. Erst spielt man zwei zwingende Aktionen, danach folgen allenfalls zwei optionale Aktionen, bevor die nächste Person an der Reihe ist.

Mit dem Setzen eines eigenen Arbeiters unter eine Spalte legt man sich fest, in welcher Spalte man eine Karte nehmen will. Die unterste Karte ist kostenlos, je weiter oben man zugreift, desto mehr Werkzeuge muss man dafür bezahlen. Die gewählte Karte legt man vor sich aus. Dort legt man die Karten im Mauerprinzip auf drei Ebenen übereinander. Begonnen wird ganz unten mit 5 Karten, in der zweiten Ebene folgen 4 Karten, zuoberst noch 3. Eine neue Karte muss angrenzend oder auf zwei Karten platziert werden.
Mit den Karten holt man allerlei Schmuck in seinen Garten, der sich am Ende in Punkte verwandeln lässt. Tiere möchten gerne auf einer bestimmten Ebene liegen, bei Blumen gibt es eine Gruppenwertung, Bäume bringen Punkte in Gruppengrössen und Gäste fordern bestimmte Wünsche ein. So ist man gut beschäftigt mit der Auswahl und dem Legen der Karten. Es gibt sogar leere Karten, die man später noch gegen Geld befüllen kann.

Einige Karten bringen beim Legen einen sofortigen Bonus. Man kann Geld, Werkzeuge oder den Startmarker erhalten. Diese Boni holt man sich sofort. Nach dem Nehmen und Legen einer Karte deckt man eine neue auf und füllt sie oben in die gerade aktive Spalte ein.
Optional kann man sich nun eine Verschönerung kaufen und sie auf ein leeres Plättchen im Garten legen. Unter den Verschönerungen gibt es noch einmal Blumen, Tiere, Bäume oder Bewässerungen. Ebenfalls optional ist das Erfüllen EINES königlichen Ziels pro Spielzug. Die königlichen Ziele sind in jeder Partie anders. Wer sie zuerst erfüllt, holt sich Punkte, Geld oder Werkzeuge ab.
Am Ende einer Runde nimmt man seine Arbeiter vom Feld und startet in die nächste Runde. Nach vier Runden ist Schluss, denn der eigene Garten ist komplett. Der Wertungsblock führt durch die einzelnen Kategorien. Wer die meisten Punkte holt, hat das Herz von Amytis definitiv erobert.
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Fazit zu Die Hängenden Gärten
Es ist spannend zu sehen, wie sich gewisse Themen durch die Spielewelt ziehen. Die Gärten in Babylon haben es den Redaktionen oder Autoren definitiv angetan. Die Hängenden Gärten macht nicht viel neu, aber die Zusammensetzung der einzelnen Elemente funktioniert hervorragend. Es ist eine Mischung aus Arbeitereinsetz- und Legespiel. Das Kombinieren gelingt gut, der Spielablauf ist flüssig, alles ist wirklich gut verzahnt. Natürlich möchte man an allen punktereichen Zielen beteiligt sein, doch das Geld und die Werkzeuge lassen es manchmal einfach nicht zu. So muss man über die vier Runden Prioritäten setzen oder sich auf einzelne Gebiete festlegen.
Der Spielplan lässt sich für jede Spielerkonstellation sofort anpassen, in grösseren Runden ist der Durchlauf der Gartenplättchen noch ein wenig höher. Das Spiel ist sehr belohnend, denn Punkte liegen praktisch in jedem Gartenstück, das man neu baut. Die Kunst ist es, die richtigen Kombinationen zu erwischen, damit man noch etwas mehr rausholt. Das Legespiel gehört ins obere Familienspielbereich und macht richtig gute Laune.
Fakten zu Die Hängenden Gärten
Autor: Grégory Grard, Matthieu Verdier
Illustrationen: Miguel Coimbra
Verlag: Piatnik
Spielerzahl: 1 – 5 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Gartenbau in Ebenen
Wiederspielreiz: sehr gross
Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 1 – 5 Personen
Richtet sich an: Familie




